HK P8

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HK P8
HK P8.gif
Allgemeine Information
Militärische Bezeichnung: P8
Einsatzland: Deutschland
Entwickler/Hersteller: Heckler & Koch
Herstellerland: Deutschland
Produktionszeit: seit 1992
Waffenkategorie: Selbstladepistole
Ausstattung
Gesamtlänge: 194 mm
Gesamthöhe: 136 mm
Gesamtbreite: 38 mm
Gewicht: (ungeladen) 0,77 kg
Lauflänge: 108 mm
Technische Daten
Kaliber: 9 × 19 mm
Mögliche Magazinfüllungen: 15 Patronen
Munitionszufuhr: Stangenmagazin
Feuerarten: Einzelfeuer
Anzahl Züge: 6
Drall: Rechts
Visier: Offene Visierung
Verschluss: Browning-Petter-Verschluss
Ladeprinzip: Rückstoßlader
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Die P8 ist als Nachfolger der Walther P1 die Ordonnanzpistole der Bundeswehr, produziert von Heckler & Koch.

Technik[Bearbeiten]

Die P8 ist, wie die USP, von der sie abgewandelt wurde, aus Kunststoff und Metall gefertigt. Das Griffstück besteht aus Polyamid mit Verstärkungen aus Glasfasern und Stahleinlagen, Verschluss und Lauf sind wie bei den meisten Schusswaffen aus Stahl gefertigt.

Die Waffe ist ein Rückstoßlader mit einem modifizierten Browning-Petter-System. Die Modifikation besteht hier aus einer zweiten Verschlussfeder auf der Federführungsstange. Diese soll eine bessere Pufferung des Rückstoßes bewirken.

Die P8 unterscheidet sich gemäß den Forderungen der Bundeswehr durch drei besondere Merkmale gegenüber der USP:

  • Transparentes, besonders staubgeschütztes Magazin
  • P8-spezifische Anordnung des Sicherungs- und Entspannhebels (von oben nach unten: „Feuer“, „Sicher“, „Entspannen“)
  • Lauf mit Zügen und Feldern statt des Polygonprofils

Zubehör

Für die P8 wird folgendes Zubehör in der Bundeswehr zur Verfügung gestellt:

  • Reservemagazin mit Magazintasche
  • Pistolentasche
  • Waffenreinigungsgerät
  • Laser-Licht-Modul (LLM01)

Technische Probleme[Bearbeiten]

Bei der von der Bundeswehr verwendeten Munition vom Typ DM51 (Weichkernmunition) soll ein gefährlich hoher Gasdruck entstehen, der zu Rissen am Verschluss oder Rohr und dadurch zu Verletzungen beim Schützen führen kann. Laut Bundesverteidigungsministerium seien von Jahresbeginn 2012 bis September 2013 insgesamt 48 solcher Vorkommnisse erfasst worden, darunter 12 Vorfälle mit "Bruch oder Riss".[1] Der Patronentyp DM91 (Hartkernmunition) wurde bereits im April 2012 für die Waffe gesperrt, nachdem Untersuchungen an der Wehrtechnischen Dienststelle 91 für Waffen und Munition in 2011 erhöhte Druckspitzen gezeigt hatten. Die meisten Mängel werden vom Bundesverteidigungsministerium allerdings auf Verschleiß zurückgeführt. Die P8 ist auf eine Lebensdauer von 10.000 Schuss spezifiziert.[2]

P8 Combat[Bearbeiten]

Bei der P8 Combat handelt es sich um eine Sonderausführung für das Kommando Spezialkräfte und die Boardingteams der Marine. Statt des kombinierten Sicherungs- und Entspannhebels verfügt diese Version nur über einen Entspannhebel, um eine schnelle Schussbereitschaft sicherzustellen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rüstungsskandal: Bundeswehr sieht "erhebliche Mängel" beim Sturmgewehr G36. Spiegel Online, 14. September 2013, abgerufen am 14. September 2013.
  2. Thomas Wiegold: Probleme mit dem G36: Weiter geht’s (Update: Stellungnahme BMVg). augengeradeaus, 14. September 2013, abgerufen am 15. September 2013.