HMAS Napier (G97)

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Dieser Artikel behandelt den Zerstörer aus dem Zweiten Weltkrieg, für weitere Schiffe mit diesem Namen siehe HMS Napier
Napier Royal Navy Royal Australian Navy
HMAS Napier.jpg
HMAS Napier auf See, 1944
Technische Daten
Schiffstyp: Zerstörer
Verdrängung: 1760 ts Standard
2400 ts maximal
Länge: 108,6 m,
106 m (CWL),
103,4 m (zwischen den Loten)
Breite: 10,8 m
Tiefgang: 2,7 m
Antrieb:
Treibstoffvorrat: 484 t Heizöl
Geschwindigkeit: 36 kn (66,7 km/h)
Reichweite: 5500 sm bei 15 kn
Besatzung: 183
Bewaffnung:

ab Juli 1941

HMAS Napier (G97) war ein Zerstörer und der Flottillenführer der N-Klasse. Er wurde am 26. Juli 1939 bei der Fairfield Shipbuilding & Engineering Company in Govan auf Kiel gelegt, am 22. Mai 1940 vom Stapel gelassen und am 11. Dezember 1940 in Dienst gestellt[1]. Obwohl es als His Majesty's Australian Ship (HMAS) mit Australiern bemannt in der Royal Australian Navy Dienst tat, blieb das Schiff im Eigentum der britischen Royal Navy.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach den Abnahmetests und ihrer Indienststellung wurde die HMAS Napier der 7. Zerstörerflottille in Scapa Flow zugeteilt, wo sie im Februar 1941 den Kriegseinsatz begann. In den Folgewochen leistete sie Begleitdienste in den Heimatgewässern. Anfang März wurde sie zur Mittelmeerflotte abkommandiert.

Am 21. März stach sie mit einem Konvoi mit Ziel Gibraltar in See, wo sie am 29. März ankam. Am 31. März lief sie wieder aus, um die SS Highland Monarch nach Kapstadt zu eskortieren. Anschließend kehrte sie über Simonstown nach Alexandria zurück und nahm am 4. Mai ihren Dienst bei der Mittelmeerflotte wieder auf. Am 20. Mai bildete sie zusammen mit ihrem Schwesterschiff HMAS Nizam und weiteren Zerstörern die Abschirmung bei der Beschießung der griechischen Insel Karpathos. Am 28. Mai nahm sie als Teil der Force C an der Evakuierung alliierter Truppen aus dem kretischen Sfakia teil. Dabei erlitt sie Schäden, die einen Werftaufenthalt erforderlich machten. Am 9. Juli wurde sie zu Reparaturen am Antrieb nach Port Said geschleppt. Während dieser Arbeiten wurde der hintere Torpedorohrsatz der Napier durch ein 10,2-cm-Geschütz ersetzt, um die Flugabwehrfähigkeiten zu verbessern.

Nach Abschluss dieser Instandsetzung kehrte die Napier am 18. August in den aktiven Dienst zurück und wurde zusammen mit der Nizam und dem Kreuzer HMAS Hobart zur Unterstützung von Tobruk abkommandiert. Diese Einsätze dauerten bis Ende September an. Nach der Rückkehr nach Alexandria wurde die Flugabwehrkapazität durch die Installation mehrerer 20-mm-Oerlikon-Kanonen verbessert.

Nachdem am 19. Oktober der Unterstützungsauftrag für Tobruk endete, wurde die Napier für den Transport von Truppen nach Zypern eingesetzt. Nach Abschluss dieser Aufgaben unterstützte sie Flottenoperationen und nahm am Silvestertag 1941 zusammen mit HMAS Nestor und HMAS Nizam an der Beschiessung von Bardia teil.

Am 3. Januar 1942 wurden die drei Zerstörer zum Dienst bei der Eastern Fleet[1] abgestellt und nach Aden verlegt, wo sie am 7. Januar eintrafen. Am 9. Januar eskortierte die Napier den Flugzeugträger HMS Indomitable auf dem Weg nach Singapur und verbrachte den Rest des Januars mit dem Schutz des Trägers während Startversuchen seiner Kampfflugzeuge. Im März wurde die Napier in Colombo stationiert, um den japanischen Schiffsverkehr im Indischen Ozean zu stören und Angriffe auf Ceylon zu verhindern.

Während ihrer Dienstzeit bei der RAN diente die Napier zwischen Februar 1942 und Februar 1945 bei der Eastern Fleet. Am 2. September 1945 (V-J-Day) war sie in der Bucht von Tokio bei der Unterzeichnung der japanischen Kapitulation anwesend[2].

Am 25. Oktober 1945 ging die australische Besatzung von Bord und das Schiff wurde an die Royal Navy zurückgegeben[1]. Die Napier wurde nicht unter britischem Kommando weiterverwendet, sondern zur Verschrottung verkauft und ab dem 17. Januar 1956 abgewrackt.

Technische Beschreibung[Bearbeiten]

Die Bewaffnung bestand aus sechs 12-cm-Kanonen in Doppellafetten Mk XII zum Einsatz gegen See- und Luftziele (zwei Türme vor der Brücke, der hintere in überhöhter Position; eine Lafette auf einer Plattform hinten). Als Flakbewaffnung besaß der Zerstörer ein 2-Pfünder-Vierlingsgeschütz Mk VIII auf einer Plattform hinter dem Schornstein, sowie acht 0,5-inch-(12,7-mm)-Fla-MGs. Zehn Torpedorohre in zwei Sätzen von je fünf Rohren komplettierten die Bewaffnung. Der hintere Satz von Torpedorohren wurde im Juli 1941 durch ein 4-inch-(102-mm)-Flugabwehrgeschütz ersetzt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c HMAS Napier. Sea Power Centre Australia. Abgerufen am 15. September 2008.
  2. Allied Ships Present in Tokyo Bay During the Surrender Ceremony, 2 September 1945. Naval Historical Center - U.S. Navy. 27. Mai 2005. Abgerufen am 13. Januar 2007: „Taken from Commander in Chief, U.S. Pacific Fleet and Pacific Ocean Areas (CINCPAC/CINCPOA) A16-3/FF12 Serial 0395, 11 February 1946: Report of Surrender and Occupation of Japan

Literatur[Bearbeiten]

  • M.J.Whitley: Zerstörer im Zweiten Weltkrieg. Motorbuch Verlag, 1995, ISBN 3-613-01426-2 (engl. Original: Destroyers of World War Two. Arms & Armours Press, London), S.114-118 (N-Klasse), 219, 215.

Weblinks[Bearbeiten]

HMAS Napier auf uboat.net (englisch)