HMAS Nestor (G02)

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Nestor Royal Navy Royal Australian Navy
HMAS Nestor.jpg
HMAS Nestor auf See, 1941
Technische Daten
Schiffstyp: Zerstörer
Verdrängung: 1690 ts Standard
1773 ts Maximal
Länge: 108,6 m,
106 m (CWL),
103,4 m (zwischen den Loten)
Breite: 10,8 m
Tiefgang: 2,7 m
Antrieb:
Treibstoffvorrat: 484 t Heizöl
Geschwindigkeit: 36 kn (66,7 km/h)
Reichweite: 5500 sm bei 15 kn
Besatzung: 183
Bewaffnung:

HMAS Nestor (G02) war ein Zerstörer der N-Klasse. Er wurde am 26. Juli 1939 bei der Fairfield Shipbuilding & Engineering Company in Govan auf Kiel gelegt, am 9. Juli 1940 vom Stapel gelassen und am 12. Februar 1941 in Dienst gestellt. Obwohl es als His Majesty's Australian Ship (HMAS) mit Australiern bemannt in der Royal Australian Navy (RAN) Dienst tat, blieb das Schiff im Eigentum der britischen Royal Navy. Die Nestor war das einzige größere Schiff der RAN, das nie in australischen Gewässern operierte.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach ihrer Indienststellung wurde die HMAS Nestor der 6. Zerstörerflottille in Scapa Flow zugeteilt, wo sie die Fertigstellung ihrer Schwesterschiffe HMAS Napier und HMAS Nizam abwarten sollte. Bereits am 9. April war sie zurück auf der Werft in Govan, wo im Zuge nötiger Reparaturen auch ein neues Feuerleitradar vom Typ 285 installiert wurde. Im Mai war sie an der Versenkung des deutschen Schlachtschiffs Bismarck beteiligt. Anschließend geleitete sie die Schlachtschiffe HMS King George V und HMS Rodney zurück nach Loch Ewe. Zwischen dem 8. und 13. Juni wurde dann der hintere Torpedorohrsatz der Nestor durch ein 10,2-cm-Geschütz ersetzt, um die Flugabwehreigenschaften zu verbessern.

Am 12. Juli 1941 stach die Nestor zusammen mit weiteren Kriegsschiffen in See, um den Militärkonvoi WS9C nach Gibraltar zu geleiten. Am 19. Juli traf sie dort ein und verließ Gibraltar am 21. Juli als Teil der Force X mit Kurs auf Malta. In der Folgezeit begleitete sie Versorgungskonvois im Mittelmeer und diente dem Schutz anderer Kriegsschiffe, bis sie am 13. September durch die vorzeitige Explosion einer Wasserbombe beschädigt wurde. Die Reparatur in der Marinewerft in Devonport nahm Oktober und November in Anspruch. Im Zuge der Überholung wurde die Flakkapazität durch die Installation mehrerer 20-mm-Oerlikon-Kanonen verstärkt.

Nach der Rückkehr nach Gibraltar machte sich die HMAS Nestor am 14. Dezember 1941 in Begleitung der Zerstörer HMS Croome, HMS Foxhound und HMS Gurkha auf die Suche nach vom Nachrichtendienst gemeldeten U-Booten. Am 15. Dezember wurde südöstlich von Kap St. Vincent das aufgetauchte U 127 gesichtet. Die Zerstörer griffen das Boot mit Wasserbomben an und die Nestor versenkte es auf Position 36° 28′ N, 9° 12′ W36.466666666667-9.2. Es gab keine Überlebenden auf U 127.

Am 20. Dezember wurde die Nestor zur Mittelmeerflotte versetzt und nahm am Silvestertag zusammen mit HMAS Napier und HMAS Nizam an der Beschießung von Bardia teil. Am 3. Januar 1942 wurden die drei Zerstörer zum Dienst im Indischen Ozean abgestellt und nach Aden verlegt, wo sie am 7. Januar eintrafen. Am 9. Januar eskortierte die Nestor den Flugzeugträger HMS Indomitable auf dem Weg nach Singapur und verbrachte den Rest des Januars mit dem Schutz des Trägers während der Startversuche seiner Kampfflugzeuge.

Im Juni 1942 kehrte die Nestor ins Mittelmeer zurück, um im Rahmen der Operation Vigorous Versorgungskonvois zwischen Alexandria und Malta zu begleiten. Auf Grund ständiger und starker Luftangriffe durch die Achsenmächte konnten diese Konvois nur unter starkem Begleitschutz durchgeführt werden. Am 15. Juni wurde der Konvoi durch deutsche Schnellboote angegriffen; die Begleitschiffe HMS Newcastle und HMS Hasty wurden so schwer beschädigt, dass sie den Konvoi verlassen mussten. Auf der Weiterfahrt kam es zu andauernden Luftangriffen, in deren Verlauf auch die Nestor beschädigt wurde. Drei Beinahetreffer eines italienischen Bombers überfluteten die Maschinenräume und machten das Schiff antriebslos. Nestor wurde von HMS Javelin in Schlepp genommen, als aber am nächsten Tag die Schlepptrosse brach, wurde beschlossen, das Schiff aufzugeben. Die Besatzung wurde von der Javelin aufgenommen und die Nestor durch Wasserbomben auf Position 33° 36′ N, 24° 30′ O33.624.5 versenkt. Vier Besatzungsmitglieder verloren ihr Leben.

Technische Beschreibung[Bearbeiten]

Die Bewaffnung bestand aus sechs 12-cm-Kanonen in Doppellafetten Mk XII zum Einsatz gegen See- und Luftziele (zwei Türme vor der Brücke, der hintere in überhöhter Position; eine Lafette auf einer Plattform hinten). Als Flakbewaffnung besaß der Zerstörer ein 2-Pfünder-Vierlingsgeschütz Mk VIII auf einer Plattform hinter dem Schornstein, sowie acht Fla-MGs des Kalibers 0,5 inch (12,7 mm). Zehn Torpedorohre in zwei Sätzen von je fünf Rohren komplettierten die Bewaffnung. Der hintere Satz Torpedorohre wurde in der ersten Junihälfte 1941 durch ein 4-inch-(102-mm)-Flugabwehrgeschütz ersetzt.

Literatur[Bearbeiten]

  • M. J. Whitley: Zerstörer im Zweiten Weltkrieg. Motorbuch Verlag, 1995, ISBN 3-613-01426-2 (engl. Original: Destroyers of World War Two. Arms & Armours Press, London), S. 114-118 (N-Klasse), 219, 215.

Weblinks[Bearbeiten]

HMAS Nestor auf uboat.net (englisch)