HMCS St. Laurent (H83)

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St. Laurent Royal Navy Kanada
HMCS St Laurent in Vancouver
Technische Daten
Schiffstyp: Zerstörer
Verdrängung: 1.375 ts Standard
1.865 ts maximal
Länge: 100,28 m
Breite: 10,06 m
Tiefgang: 3,78 m
Antrieb: 3 Admirality-3-Trommel-Dampfkessel
2 Parsons-Dampfturbinen mit Einfachgetriebe
36.000 PS (26.460 kW)
Treibstoffvorrat: 473 t Heizöl
Geschwindigkeit: 36 kn (66,7 km/h)
Reichweite: 5.500 sm bei 15 kn
Besatzung: 145
Bewaffnung: 4 × 4,7-inch-Schiffsgeschütze (4×1)
1 × 3-Zoll-Flak
2 × 2-Pfünder-Flak (2×1)
8 × 21-Zoll-Torpedorohre (2×4)

HMCS St. Laurent (H83) war ein Zerstörer der C-Klasse der Royal Canadian Navy im Zweiten Weltkrieg.

Das Schiff lief am 29. August 1931 als Teil einer Klasse von nur vier britischen Zerstörern bei Vickers-Armstrong in Barrow-in-Furness, Cumbria, als HMS Cygnet (H83) vom Stapel. In Dienst gestellt wurde es am 5. April 1932. Die britische Labour-Regierung wollte mit der Halbierung der Klassenstärke von den üblichen acht Schiffen auf vier Zerstörer ihre Abrüstungsbereitschaft dokumentieren.

Weil die Klasse aufgrund dieser Tatsache nicht in die Struktur der Royal Navy passte, wurden die Schiffe allesamt der kanadischen Marine überlassen. HMS Cygnet wurde am 17. Februar 1937 übergeben und gleichzeitig in HMCS St. Laurent umbenannt.

Das Schiff war mit seinen Schwesterschiffen zunächst an der kanadischen Westküste stationiert. Zu dieser Zeit waren dies die größten und modernsten Einheiten der Royal Canadian Navy.

Nach Kriegsbeginn wurden sie nach Halifax, Nova Scotia, verlegt und als Eskorte von Geleitzügen im Nordatlantik eingesetzt. Ab Mai 1940 erfolgte der Einsatz jedoch von den britischen Inseln aus, weil dort die U-Boot-Gefahr wesentlich größer war und die Schiffe dort daher dringender benötigt wurden.

Im folgenden Monat war HMCS St. Laurent an der Evakuierung der britischen Truppen aus Nordfrankreich beteiligt. Es folgten dann wiederum Einsätze mit Geleitzügen im Atlantischen Ozean. Im Frühjahr 1941 wurden die kanadischen Schiffe zurück an die Ostküste Kanadas verlegt, um die Sicherung der Handelsschiffe in diesem Gebiet zu verstärken. Die U-Boot-Abwehr- und Flugabwehr-Bewaffnung wurde zu diesem Zweck zulasten der Hauptgeschütze und der Torpedorohre verstärkt.

Der Zerstörer wurde einer kanadischen Geleitgruppe zugewiesen, welche die Konvois bis zur Mitte des Atlantiks eskortierte. In dieser Funktion war bis zum Kriegsende im Dauereinsatz. Während eines derartigen Geleites gelang es HMCS St. Laurent am 27. Dezember 1942 nördlich der Azoren U 356 gemeinsam mit den Flower-Korvetten HMCS Chilliwack, HMCS Battleford und HMCS Napanee zu versenken. Ein weiterer Erfolg war am 10. März 1944 die Versenkung von U 845 in Zusammenarbeit mit dem Zerstörer HMS Forester, der Fregatte HMCS Swansea und der Korvette HMCS Owenssound.

Im Sommer 1944 wurde der Zerstörer wieder nach Großbritannien beordert, um beim Schutz der Landungsoperation in der Normandie gegen befürchtete U-Boot-Angriffe mitzuwirken. Die Rückverlegung an die kanadische Atlantikküste erfolgte im Dezember.

Wenige Monate nach Kriegsende wurde HMCS St. Laurent aus der Liste der aktiven Kriegsschiffe gestrichen und verkauft. Die Verschrottung erfolgte im November 1945.

Literatur[Bearbeiten]

  • M. J. Whitley: Destroyers of World War Two. Arms and Armour Press, London 1988, ISBN 0-85368-910-5

Weblinks[Bearbeiten]