HMS Ajax (22)

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Naval Ensign of the United Kingdom.svg
HMS Ajax.jpg
Bau und Dienstzeit
Bauwerft Vickers Armstrongs Ltd,
Barrow-in-Furness
Kiellegung 7. Februar 1933
Stapellauf 1. März 1934
Indienststellung 3. Juni 1935
Verbleib 19. Juli 1949 zur Verschrottung verkauft
Technische Daten
Wasserverdrängung Standard 7.270 ts
maximal 9.740 ts
Länge über alles: 169 m
Breite 17 m
Tiefgang 5,8 m
Bewaffnung (original)
  • 8 x 15,2-cm-Geschütze
  • 4 x 10,2-cm-Flugabwehrgeschütze
  • 10 x 12,7-mm-Maschinengewehre
  • 8 x Torpedorohre Ø 53,3 cm
Bewaffnung (1945)
  • 8 x 15,2-cm-Geschütze
  • 16 x 4-cm-Flugabwehrgeschütze
  • 10 x 12,7-mm-Maschinengewehre
  • 8 x Torpedorohre Ø 53,3 cm
Panzerung
  • Seiten: 64 mm
  • Gürtel: 102 mm
  • Deck: 32–51 mm
  • Türme: 25 mm
Antriebsanlage
  • Dampfturbinen (Typ Parson)
  • 6 Admiralty Dampfkessel (3-Trommel-Typ)
  • 74.000 PS auf 4 Schrauben
Geschwindigkeit 32,5 kn
Fahrbereich 5730 sm bei 13 kn
Besatzung 550 (Frieden) 680 (Krieg) Mann

Die HMS Ajax war ein britischer Leichter Kreuzer der Leander-Klasse während des Zweiten Weltkriegs. Sie wurde vor allem durch das Gefecht mit dem deutschen Panzerschiff Admiral Graf Spee bekannt.

Vor dem Krieg[Bearbeiten]

Die Ajax wurde auf der Vickers Werft in Barrow-in-Furness gebaut. Die Kiellegung war am 7. Februar 1933, der Stapellauf fand am 1. März 1934 statt. Nach Abschluss der Bauarbeiten am 12. April 1935, wurde die Ajax in der North America and West Indies Squadron eingesetzt.

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Südamerika[Bearbeiten]

Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs diente sie in Südamerika. Dort versenkte sie den deutschen Frachter Olinda. Der deutsche Frachter Carl Fritzen und das deutsche Passagierschiff Ussukuma versenkten sich selbst, um nicht aufgebracht zu werden.

Sie war das Flaggschiff der Force G unter Commodore Henry Harwood während der Jagd nach der Admiral Graf Spee. In der sich anschließenden Seeschlacht vor dem Río de la Plata am 13. Dezember 1939 wurde die Ajax siebenmal getroffen, verursachte aber mehr Schaden beim Gegner.

Die Ajax war auch in Chile um den Opfern des Erdbebens in Concepción zu helfen.

Mittelmeer[Bearbeiten]

HMS Ajax beschießt Bardia, Libyen

Nach Reparaturen, die bis Juli 1940 dauerten, wurde sie ins Mittelmeer entsandt. In der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober 1940 griff sie italienische Einheiten an und versenkte die Torpedoboote Airone und Ariel der Spica-Klasse und beschädigte den Zerstörer Artigliere schwer, der später von der HMS York versenkt wurde.

Die Ajax nahm am Angriff auf Tarent teil, einer nächtlichen Unternehmung unter Verwendung des Radiokompass. Im März 1941 nahm sie an der Schlacht bei Kap Matapan teil.[1] Am 21. Mai 1941 erhielt die Ajax einen Treffer von Bomben einer deutschen Ju 87 der III./StG 2 (Hptm. Heinrich Brücker).[2] Bis zum 29. Mai 1941 evakuierte sie Truppen nach der Luftlandeschlacht um Kreta. Am 28. und 29. Mai trafen dabei erneut Bomben die Ajax.[1][2] Danach deckte sie die Operation Exporter und stieß im November 1941 zur Force K in Malta, wurde aber schon im Februar 1942 wieder abgezogen.

D-Day und Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Winston Churchill verlässt die HMS Ajax, um an einer Konferenz in Athen teilzunehmen (28. Dezember 1944).

Der Kreuzer wurde in England von Mai bis Oktober 1942 instand gesetzt. Danach kehrte er in das Mittelmeer zurück, wo er erneut durch Bomben beschädigt wurde. Nach Reparaturen in New York zwischen März und Oktober 1943 wurde die Ajax erneut im Mittelmeer eingesetzt.

Als Teil der Force K beschoss sie Gold Beach während der Operation Overlord, später unterstützte sie die Operation Dragoon. Ajax operierte während der Wiederbesetzung Athens und des Griechischen Bürgerkriegs in der Ägäis.

Nach dem Krieg war die Ajax Teil der Task Force, die die Fahrt der Exodus beobachtete.

Sie wurde im Februar 1948 außer Dienst gestellt. Sie sollte nach Thailand verkauft werden, aber dieses Geschäft kam nicht zustande. Sie kam am 18. November 1949 in Newport an und wurde im November 1949 verschrottet.

Gedenken[Bearbeiten]

Die Stadt Ajax in Ontario wurde nach der Seeschlacht vor dem Río de la Plata nach dem Schiff benannt. Die Straßen sind nach Besatzungsmitgliedern benannt. Die „Harwood Avenue“ ist die Haupt-Nord-Süd-Straße der Stadt.

Eine neuseeländische Antarktis-Expedition benannte den 3770 m hohen Mount Ajax in den Admiralitätsbergen nach dem Schiff.[3]

Die Überlebenden der HMS Ajax wurden von der chilenischen Regierung später wegen der Hilfe nach dem Erdbeben mit Medaillen ausgezeichnet.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b M.J.Whitley: Kreuzer im Zweiten Weltkrieg. Motorbuch Verlag, ISBN 3-613-01842-X, S.114
  2. a b Jürgen Rohwer, Gerhard Hümmelchen: Chronik des Seekrieges, Mai 1941, eingesehen am 16. Februar 2009
  3. Mount Ajax (Englisch) In: Geographic Names Information System. United States Geological Survey. Abgerufen am 6. März 2011.