HMS Arrow (H42)

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Arrow Royal Navy
HMS Arrow
Technische Daten
Schiffstyp: Zerstörer
Verdrängung: 1.350 ts Standard
1.773 ts maximal
Länge: 98,40 m
Breite: 9,83 m
Tiefgang: 3,73 m
Antrieb: 3 Admirality-3-Trommel-Dampfkessel
2 Parsons-Dampfturbinen mit Einfachgetriebe
35.500 PS (24.990 kW)
Treibstoffvorrat: 380 t Heizöl
Geschwindigkeit: 35,25 kn (65,3 km/h)
Reichweite: 4800 sm bei 15 kn
Besatzung: 138
Bewaffnung: 4 × 4,7-inch-Schiffsgeschütze (4×1)
2 × 2-Pfünder-Flak (2×1)
8 × 21-inch-Torpedorohre (2×4)

Die HMS Arrow (H42) war ein Zerstörer der A-Klasse der britischen Royal Navy, der auch im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Schiff lief am 22. August 1929 als Teil der ersten Zerstörerklasse der Royal Navy, die nach Ende des Ersten Weltkriegs gebaut wurde, bei Vickers-Armstrong in Barrow-in-Furness, Cumbria, vom Stapel. In Dienst gestellt wurde es am 14. April 1930. Die Erfahrungen mit zwei vorher gebauten Prototypen flossen in die Planung und den Bau ein.

HMS Arrow bildete zunächst gemeinsam mit ihren Schwesterschiffen die 3. Zerstörerflottille, die der Mittelmeerflotte zugeordnet wurde. Bei Kriegsbeginn war das Schiff jedoch mit der 18. Flottille im Ärmelkanal eingesetzt. Zu den Aufgaben gehörte die Sicherung von Geleitzügen in diesem Bereich, wozu insbesondere auch die Truppentransporte nach Frankreich zu rechnen waren.

Im April 1940 wurde der Zerstörer dann bei der versuchten Abwehr der deutschen Landung in Norwegen (Unternehmen Weserübung) zur Deckung von Schiffen der Home Fleet eingesetzt. Dabei gelang es am 26. April, gemeinsam mit den Zerstörern HMS Acheron und HMS Griffin ein deutsches Vorpostenboot zu kapern; dabei wurde wertvolles Geheimmaterial erbeutet. Zuvor hatte HMS Arrow bereits ein weiteres Vorpostenboot versenkt, war aber ihrerseits auch beschädigt worden. Am 7. Juni lief die Arrow im Rahmen der Evakuierung von Narvik durch die Alliierten zusammen mit den Zerstörern Veteran, der Sloop Stork und zehn bewaffneten Trawlern aus Harstad aus, um den langsamen Konvoi mit den Frachtern und Tankern Blackheath, Oligarch, Harmattan, Cromarty Firth, Theseus, Acrity, Cotswold und Conch zu sichern.[1]

Das Schiff wurde dann zur 3. Zerstörerflottille überstellt, die wiederum mit dem Geleitdienst im Ärmelkanal und der westlichen Biskaya betraut war. Anfang 1942 war der Zerstörer mit der Force H im Mittelmeer im Einsatz. Er diente als Eskorte für Flugzeugträger, von denen Jagdflugzeuge nach Malta geflogen wurden, und für Konvois, die meist Kriegsmaterial für die britischen Truppen in Nordafrika und Versorgungsgüter für Malta transportierten. Einige Monate später wurde das Schiff der British Eastern Fleet in Trincomalee, Ceylon, zugewiesen. Bei der japanischen Attacke im Indischen Ozean wurde es als Deckung für die Gruppe 2 eingesetzt, die aus den langsameren Einheiten der Flotte bestand.

Nach einem kurzen Einsatz im Südatlantik gegen deutsche Langstrecken-U-Boote wurde die HMS Arrow im Jahre 1943 dann wieder im Mittelmeer mit der 13. Zerstörerflottille verwendet. Bei der Operation Husky, der alliierten Landung auf Sizilien im Juli 1943, unterstützte das Schiff mit seiner Artillerie die Landung der britischen Einheiten.

Am 4. August 1943 lag der Zerstörer im Hafen von Algier, als in seiner unmittelbaren Nähe ein Munitionsschiff explodierte. Die HMS Arrow wurde durch die Explosion derart schwer beschädigt, dass eine Reparatur mit vertretbarem Aufwand unter Berücksichtigung von Alter und Erhaltungszustand des Schiffes nicht mehr sinnvoll erschien. Nach einer Notreparatur wurde es nach Tarent geschleppt und aus der Liste der aktiven Schiffe gestrichen. Im Januar 1949 wurde der Zerstörer abgebrochen.

Literatur[Bearbeiten]

  • M. J. Whitley: Zerstörer im Zweiten Weltkrieg. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1995, ISBN 3-613-01426-2. (engl. Original: Destroyers of World War Two. Arms and Armour Press, London 1988, ISBN 0-85368-910-5)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jürgen Rohwer, Gerhard Hümmelchen: Chronik des Seekrieges, Juni 1940, eingesehen am 5. Juli 2008