HMS Leopard (Schiff, 1790)

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HMS Leopard
Die HMS Leopard (rechts) im Gefecht mit der USS Chesapeake

Die HMS Leopard (rechts) im Gefecht mit der USS Chesapeake

p1
Schiffsdaten
Flagge Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich (Seekriegsflagge) Vereinigtes Königreich
Schiffstyp Linienschiff
Klasse Portland-Klasse
Bauwerft Werft von Sheerness
Kiellegung 7. Mai 1785
Stapellauf 24. April 1790
Indienststellung Juni 1790
Verbleib Am 28. Juni 1814 bei Anticosti auf Grund gelaufen
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
44,6 m (Lüa)
Breite 12,4 m
Tiefgang max. 5,33 m
Verdrängung 1.055 tn.l.
 
Besatzung 350 Mann
Takelung und Rigg
Takelung Fregatt-Takelung
Anzahl Masten 3
Bewaffnung
  • 22 × 24-Pfünder
  • 22 × 12-Pfünder
  • 6 × 6-Pfünder

Die HMS Leopard war ein 50-Kanonen-Schiff vierten Ranges der Portland-Klasse der britischen Royal Navy und das sechste Schiff dieses Namens. Sie kam in den Revolutions- und Koalitionskriegen sowie dem Krieg von 1812 zum Einsatz, bevor sie 1814 auf Grund lief und verloren ging.

Fertigung und Indienststellung[Bearbeiten]

Der erste Befehl zur Fertigung erging bereits am 16. Oktober 1775, knapp einen Monat später am 13. November erhielt sie ihren Namen und die Fertigung begann schließlich im Januar 1776 in der Werft von Portsmouth.[1] Fertiggestellt wurde dieses erste Schiff jedoch nicht.

Der Befehl zur Fertigung erging am 7. Mai 1785 erneut, dieses Mal in der Werft von Sheerness. Bis zum Dezember desselben Jahres wurden die Arbeiten von Martin Ware geleitet; John Nelson setzte sie bis zum März 1786 fort, William Rule vollendete sie.[1] Der Stapellauf erfolgte am 24. April 1790, gut einen Monat später, am 26. Mai, war die Leopard fertiggestellt und wurde schließlich im Juni unter dem Kommando von Captain John Blankett in Dienst gestellt.[1]

Dienstzeit[Bearbeiten]

Die Chesapeake-Leopard-Affäre[Bearbeiten]

Zu Beginn des Jahres 1807 kam es zu einem Zwischenfall in der Chesapeake Bay, als einige britische Seeleute, teilweise amerikanischer Abstammung, ihre Schiffe, die französische Schiffe belagerten, verließen und sich der Besatzung der US-amerikanischen USS Chesapeake anschlossen. Der Kommandant der Leopard, Captain Salusbury Pryce Humphreys, forderte daraufhin von der amerikanischen Fregatte unter dem Kommando von Commodore James Barron die Erlaubnis, jenes Schiff zu durchsuchen, um die Deserteure festzusetzen und zu bestrafen. Als Barron dies verweigerte, ließ Humphreys das Feuer eröffnen. Da die Amerikaner völlig überrascht wurden, ergab sich Barron, und ein britisches Enterkommando begann mit der Durchsuchung der Fregatte, wobei vier Deserteure aufgegriffen wurden - davon waren drei Amerikaner, der vierte, Jenkin Ratford, war Brite. Die Gefangenen wurden nach Halifax gebracht, wo Ratford verurteilt und gehängt wurde. Die Amerikaner wurden ursprünglich zu einer Strafe von 500 Peitschenhieben verurteilt, allerdings wurde die Vollstreckung ausgesetzt und man bot an, sie in die Vereinigten Staaten zurückzubringen. Der Vorfall hatte einige politische Konsequenzen und resultierte beinahe in einem Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien.[2]

Weiteres Schicksal[Bearbeiten]

Im Jahre 1812 wurde die Leopard in einen Truppentransporter umgerüstet und büßte dabei ihre Bewaffnung ein. Als sie am 28. Juni mit 475 schottischen Soldaten an Bord auf dem Weg von Großbritannien nach Québec war, lief sie in dichtem Nebel bei Anticosti auf Grund auf. Das 24 Jahre alte Schiff ging ohne menschliche Verluste verloren.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b c Rif Winfield: British Warships in the Age of Sail. Seaforth, 2007, ISBN 1-86176-246-1.
  2. The Chesapeake / Leopard Affair of 1807