HMS Prince of Wales (1902)

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Flagge
HMS Prince of Wales 1912
HMS Prince of Wales 1912
Übersicht
Typ Linienschiff
Bauwerft

Chatham Dockyard, Chatham

Kiellegung 20. März 1901
Stapellauf 25. März 1902
Indienststellung 18. Mai 1904
Außerdienststellung März 1917
Verbleib 12. April 1920 zum Abbruch verkauft
Technische Daten
Verdrängung

14.600 tn.l., max. 16.105 tn.l.

Länge

Lpp. 125,3 m (411 ft);
üa. 131,7 m (431,75 ft)

Breite

 22,9 m (75 ft)

Tiefgang

    7,7 m (25.33 ft)

Besatzung

747 Mann (Frieden)

Antrieb
Geschwindigkeit

18 kn, 18,35 kn bei Abnahme

Reichweite

5550 sm bei 10 kn

Bewaffnung
Treibstoffvorrat

?? t Kohle

Gürtelpanzer

38-231 mm (1.5-9 in)

Deck

25–76 mm (1–3 in)

Panzerschotts

231–305 mm (9–12 in)

Türme

203–254 mm (8–10 in)

Barbetten

305 mm (12 in)

Kasematten

152 mm (6 in)

Kommandoturm

360 mm (14 in)

Die HMS Prince of Wales war ein Linienschiff der Formidable-Klasse der britischen Royal Navy. Sie war das letzte Linienschiff, das Sir William Henry White konstruierte und das letzte von 29 Linienschiffen der Majestic-, Canopus-, Formidable-, London-, Duncan- und Queen-Klassen, die zwischen 1895 und 1904 in Dienst kamen und von dem gemeinsamen Grundentwurf der HMS Majestic abgeleitet waren, der in verschiedene Richtungen verbessert worden war und schließlich in der Queen und der Prince of Wales endete. Die Prince of Wales war auch das letzte Linienschiff mit den in der Navy immer umstrittenen Belleville-Kesseln. Im Ersten Weltkrieg war sie erst am Kanal, dann an den Dardanellen und schließlich an der Straße von Otranto im Einsatz, ehe sie 1917 außer Dienst gestellt wurde.

Geschichte des Schiffs[Bearbeiten]

Die sechste HMS Prince of Wales der Royal Navy lief am 25. März 1902 als achtes und letztes Schiff der Formidable-Klasse in Chatham vom Stapel und wurde im März 1904 in Dienst gestellt. Die Kosten für den Bau betrugen 1,1 Millionen £. Die Hauptbewaffnung des Linienschiffs bestand aus vier 12-Zoll-Geschützen (305 mm) des Typs Mk IX in zwei Doppeltürmen sowie zwölf 6-Zoll-Geschützen (152 mm) des Typs Mk VII in seitlichen Kasematten. Im Vergleich zu den ersten drei Schiffen ihrer Klasse hatte die Prince of Wales - wie auch die Schwesterschiffe London, Bulwark, Venerable und Queen einen leicht veränderten Entwurf, vor allem eine um einen halben Zoll verringerte Deckspanzerung, was einen etwas geringeren Tiefgang bewirkte. Teilweise werden diese Schiffe deshalb als London-Klasse bezeichnet, es handelt sich aber um eine nur geringfügige Variante der Formidable-Klasse. Wegen weiterer kleiner Varianten (nierenförmiger oberer Gefechtsstand im vorderen Mast, andere Verteilung des Krupppanzers) und des zeitlichen Abstands zu den sechs vorhergehenden Schwesterschiffen – zwischen dem Stapellauf der Venerable, dem letzten Schiff der ersten Bauserie, und dem der Queen liegen drei Jahre – gelten die Queen und die Prince of Wales teilweise als eigene Schiffsklasse (Queen-Klasse). Die Prince of Wales war das letzte britische Schlachtschiff, das die technisch problematischen Belleville-Kessel erhielt, das ansonsten identische Schwesterschiff Queen war mit Kesseln des Typs Babcock & Wilcox ausgestattet. Die acht Schiffe der Klasse bildeten zusammen eine taktische Gruppe. Durch den Bau der Dreadnoughts waren die Queen und ihre Schwesterschiffe bereits Ende 1906 – zwei Jahre nach der Indienststellung – technisch veraltet.

Einsatz bis 1914[Bearbeiten]

Die HMS Prince of Wales wurde im März 1904 fertiggestellt und stellte am 18. Mai in Chatham für die Mittelmeerflotte in Dienst, wo zu der Zeit alle acht Schiffe der Formidable-Klasse Dienst taten. Während des Dienstes im Mittelmeer hatte sie am 29. Juli 1905 einen Zusammenstoß mit dem Dampfer SS Enidiven ohne einen ernsthaften Schaden zu erleiden.[1] Im April 1906 kam es zu einer Explosion in der Maschine bei Tests der möglichen Höchstgeschwindigkeit. Drei Mann wurden getötet und vier weitere verletzt. Am 28. Mai 1906 endete der erste Einsatz im Mittelmeer, als die Prince of Wales im Portsmouth Dockyard für eine Überholung außer Dienst stellte.[1] Am 8. September 1906 wurde die Prince of Wales für die Mittelmeerflotte wieder in Dienst gestellt, wo sie im August 1907 Flaggschiff des 2. Admirals wurde. Die nächste Überholung erfolgte 1908 in Malta.[1]

Prince of Wales 1912 in Portsmouth

Im Februar 1909 wechselte die Prince of Wales als Flaggschiff zu der in Gibraltar stationierten Atlantikflotte, wo auch ihre nächste Überholung 1911 erfolgte.[1] Sie diente als Flaggschiff für Prince Louis of Battenberg, ab Dezember 1910 John Jellicoe und schließlich noch Cecil Burney. Zu den Linienschiffen der Atlantikflotte gehörten auch die Schwesterschiffe London-als Flaggschiff des 2.Admirals-, Queen, Formidable, Implacable und Venerable.

Am 13. Mai 1912 wechselte die Prince of Wales mit der Reorganisation der Flotte als Flaggschiff zum 3. Schlachtgeschwader der Home Fleet, das aus der bisherigen “Battle Squadron” der aufgelösten Atlantikflotte entstand. Es verlegte zurück von Gibraltar in englische Häfen und die bisherigen sechs Schiffe der Formidable-Klasse wurden durch etwas neuere Schiffe ersetzt. So wurde die Prince of Wales noch 1912 Teil der 2. (Reserve)-Flotte im 5. Schlachtgeschwader in Portsmouth, dem alle Schiffe der Formidable-Klasse angehörten.[2]
Am 2. Juni 1913 rammte sie während einer Übung das Unterseeboot HMS C32, ohne Schaden zu nehmen.[1]

Kriegseinsatz[Bearbeiten]

Nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs gehörte das Linienschiff wie alle acht Schiffe der Formidable-Klasse zur in Portland stationierten „5th Battle Squadron“ (5. Schlachtgeschwader) der Kanalflotte. Am 25. August 1914 war sie am Transport der Portsmouth Marine Brigade nach Ostende (Belgien) beteiligt, wo diese bei der Verteidigung der Stadt gegen die vorrückenden Deutschen helfen sollte.[3] Am 14. November 1914 verlegte das Geschwader nach Sheerness als Sicherung gegen eine befürchtete Invasion, verlegte dann aber am 30. Dezember 1914 zurück nach Portland.[4]

Am Tag nach dem missglückten Versuch durch die Dardanellen durchzubrechen, erfolgte die Zuteilung der Prince of Wales zu dem vor den Dardanellen operierenden Flottenverband. Sie verließ Portland am 20. März 1915 und traf am 29. März vor den Dardanellen ein und beteiligte sich an der Schlacht von Gallipoli. Hierbei kam das Linienschiff am 22. Mai 1915 bei der Landung der ANZAC-Truppen bei Ari Burnu (Anzac Cove) zum Einsatz, wo sie mit Dampfbarkassen Teile der 3. australischen Brigade an Land setzte.

Sie wurde dann am 22. Mai 1915 mit den Linienschiffen HMS Implacable, HMS London, und HMS Queen an die Adria nach Tarent verlegt, wo sie die "2nd Detached Squadron" bildeten um den neuen Verbündeten Italien zu unterstützen.[1] Von März bis Juni 1916 war sie Flaggschiff dieses Geschwader, bevor sie zu einer Überholung nach Gibraltar ging. Anschließend erfolgte ein weiterer Einsatz an der Adria.[1]

Verbleib[Bearbeiten]

Im Februar 1917 wurde die Prince of Wales von der Adria abgezogen, war vom 28. Februar bis 10. März 1917 in Gibraltar und Ende des Monats in Devonport, wo sie außer Dienst gestellt und der Reserve zugeordnet wurde. Sie wurde nur noch als Wohnschiff genutzt.[1]

Nach ihrer endgültigen Ausmusterung am 10. November 1919 wurde die HMS Prince of Wales am 12. April 1920 an die Firma Ward zum Abbruch verkauft und traf dazu im Juni 1920 in Milford Haven ein[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • R. A. Burt: British Battleships 1889-1904. Naval Institute Press, Annapolis 1988
  • Roger Chesneau, Eugene M. Kolesnik (Hrsg.): Conway’s All The World’s Fighting Ships, 1860-1905. Conway Maritime Press, London 1979, ISBN 0-85177-133-5

Siehe auch[Bearbeiten]

 Commons: Linienschiffe der Formidable-Klasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Burt, S. 228
  2. Conway’s All the World’s Fighting Ships, 1906-1921,S.8
  3. Burt,S.228
  4. Burt, S. 170