HMS Somali (F33)

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Royal Navy
HMS Somali (F33).jpg
Geschichte
Schiffstyp: Zerstörer
Klasse: Tribal-Klasse
Werft: Swan Hunter, Wallsend, Tyne and Wear
Kiellegung: 26. August 1936
Stapellauf: 24. August 1937
Indienststellung: 12. Dezember 1938
Außerdienststellung: Nach Torpedotreffer am 25. September 1942 gesunken
Technische Daten
Verdrängung: 1.854 ts Standard
2.519 ts Maximal
Länge: 114,90 m
Breite: 11,12 m
Tiefgang: 2,75 m
Antrieb: Drei Admiralty-Dreitrommel-Dampfkessel
Zwei Parsons-Dampfturbinen mit zusammen 44.000 PS (32.340 kW) über Einfachgetriebe auf 2 Propeller
Treibstoffvorrat: 524 t Heizöl
Geschwindigkeit: 36 kn (66,7 km/h)
Reichweite: 5.700 sm bei 15 kn
Besatzung: 190
Bewaffnung: 8 × 4,7-inch-Geschütze (4*2)
4 × 40-mm-Flugabwehr-MK (1*4)
8 × 0,5-inch-Flugabwehr-MGs (2*4)
4 × 21-inch-Torpedorohre (1*4)
60 Wasserbomben

HMS Somali (F33/L33/G33) war ein Zerstörer der Tribal-Klasse der britischen Royal Navy.

Das Schiff wurde am 26. August 1936 auf der Werft von Swan Hunter & Wigham Richardson in Wallsend, Tyne and Wear auf Kiel gelegt, am 24. August 1937 vom Stapel gelassen, und am 12. Dezember 1938 in Dienst gestellt.

Seinen ersten Einsatz hatte das Schiff im Januar 1939 bei einem Flottenbesuch in Portugal, danach verlegte es zu Maneuvern nach Gibraltar. Dort wurde das Schiff während eines Sturms bei einer Kollision mit dem Passagierschiff Sibajak beschädigt.

Am 3. September 1939 fing die Somali 350 Seemeilen südlich von Island den deutschen Frachter Hanna Borg ab. Dies war das erste feindliche Handelsschiff, das im Zweiten Weltkrieg als Prise genommen wurde.

Den überwiegenden Teil des Winters 1939/40 war die Somali als Führungsschiff der Britischen 6. Zerstörerflottille in Scapa Flow damit beschäftigt, Patrouillen der Home Fleet und Konvoys abzusichern. Anfang 1940 musste das Schiff in eine Werft, um Probleme mit den Turbinen beheben zu lassen. Im April 1940 war das Schiff wieder im Dienst und nahm an den Kämpfen um Norwegen teil. Dort wurde die Somali am 14. Mai 1940 von einer Fliegerbombe getroffen, die das Schiff unterhalb des Steuerbordankers traf und ein Loch in die Bordwand riss. Die Somali dampfte mit der reduzierten Geschwindigkeit von 10 Knoten zum nächsten Werftaufenthalt. Am 24. Oktober 1940 war sie wieder vor Norwegen und versenkte dort zusammen mit ihren Schwesterschiffen HMS Matabele und HMS Punjabi das deutsche Wetterbeobachtungsschiff Adolf Vinnen (WBS 5).

Am 21. März 1941 lief HMS Somali in Richtung der Lofoten aus, wo das Schiff an der Operation Claymore teilnahm, einem Überfall zur Zerstörung der dortigen Glycerinfabriken. Die Operation war erfolgreich, neben der Zerstörung aller Ziele gelang es, vom deutschen Vorpostenboot Krebs Codeunterlagen und eine Walze der Chiffriermaschine Enigma zu erbeuten.

Im Mai 1941 enterte die Besatzung der Somali das deutsche Wetterbeobachtungsschiff München. Der Besatzung der München gelang es, rechtzeitig die Enigma des Schiffs in einem beschwerten Sack über Bord zu werfen und zu versenken. Die Bedienungshandbücher der Maschine sowie wichtige Kodierbücher wurden jedoch an Bord vergessen und ermöglichten den alliierten Kodebrechern einen Durchbruch bei der Entschlüsselung der deutschen Marinecodes. Später im selben Monat nahm der Zerstörer an der Jagd auf die Bismarck teil, musste allerdings wegen Treibstoffmangels in die Basis heimkehren und nahm so an der Versenkung der Bismarck nicht teil. Während eines folgenden Werftaufenthalts wurde das Schiff verstärkt, der hintere Schornstein gekürzt und Radar installiert. Im August 1941 gehörte die Somali dann zu den Begleitschiffen der Prince of Wales, die mit Winston Churchill an Bord zur Unterzeichnung der Atlantik-Charta nach Neufundland fuhr. Im Dezember 1941 sollte das Schiff an einem zweiten Überfall auf die Lofoten teilnehmen, der jedoch kurzfristig abgesagt wurde.

Ab April 1942 wurde die Somali als Begleitschiff bei den Nordmeergeleitzügen eingesetzt. Am 20. September 1942 wurde die Somali durch einen Torpedo von U 703 im Maschinenraum getroffen, während sie den Geleitzug QP 14[1] nach Loch Ewe begleitete. Das Schiff verlor sämtliche Maschinen und wurde nur noch durch das Deck und die Steuerbordseite zusammengehalten. Ein U-Boot-Jäger übernahm den Großteil der Besatzung. Obwohl HMS Ashanti versuchte, ihr Schwesterschiff Somali in Sicherheit zu schleppen, sank die Somali vier Tage später am 24. September, nachdem schwerer Seegang die Schäden verschlimmert hatte.

Die Somali war das letzte britische Schiff der Tribal-Klasse, das im Zweiten Weltkrieg verloren ging.

Literatur[Bearbeiten]

Colledge, J. J. and Warlow, Ben: Ships of the Royal Navy: the complete record of all fighting ships of the Royal Navy. Chatham, London 1969 (Rev. ed. 2006), ISBN 9781861762818, OCLC 67375475.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Percy E. Schramm: Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht 1942, Teilband 2,Bernard & GraefeVerlag, Bonn, ISBN 3-7637-5933-6, S. 1433