HMS St. George (1785)

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Naval Ensign of the United Kingdom.svg
Schiffsdaten
Name HMS St. George
Kiellegung August 1774
Stapellauf (Schiffstaufe) 14. Oktober 1785
Bauwerft Marinebasis (HMNB) Portsmouth
Besatzung 850 Offiziers- und Mannschaftsgrade
Technische Daten
Typ Linienschiff der Duke-Klasse
Länge über alles 177 Fuß, 6 Zoll (=54,09 m)
Tiefgang 21 Fuß, 2 Zoll
Panzerungssystem ohne
Bewaffnung
Hauptbatteriedeck 28 x 32-Pfünder
Mittleres Batteriedeck 30 x 18 Pfünder
Oberes Batteriedeck 30 x 12 Pfünder
Vorschiff 2 x 12 Pfünder
Gewicht einer Breitseite 958 pounds (434 kg)

Die HMS St. George war ein 98-Kanonen-Dreidecker-Segelkriegsschiff im Dienste der Royal Navy, das 1785 in Portsmouth in Dienst gestellt wurde.

Sie nahm an zwei Seeschlachten teil, der Seeschlacht vor den Îles d’Hyères im Jahr 1795 und der Seeschlacht von Kopenhagen (Dänemark) im Jahr 1801.

Thomas Masterman Hardy, der später Kapitän der berühmten HMS Victory unter Lord Nelson in der Schlacht von Trafalgar war, kommandierte die HMS St. George 1801 in der Seeschlacht von Kopenhagen.

Die HMS St. George versank am 24. Dezember 1811 in der Nähe von Thorsminde (Westküste von Jütland) in einem Orkan. Die letzte Fahrt der HMS St. George stellt sich wie folgt dar:

Sie fuhr als Flaggschiff von Konteradmiral Reynolds zusammen mit der HMS Cressy und der HMS Defence im Verband. Im gleichen Verband segelte auch die HMS Victory. Ihr Auftrag bestand darin, einen Konvoi Höhe Marvik in Schweden durch das dänische Hoheitsgebiet nach England zu begleiten. Zu diesem Zeitpunkt waren diese Schiffe der britischen Ostseeflotte zugeteilt.

Kalendarischer Ablauf der Schiffskatastrophe[Bearbeiten]

Herbst 1811: Eine große Flotte von Handelsschiffen sammelt sich in der Bucht von Hanø vor Schweden. Der Konvoi soll zurück ins Vereinigte Königreich und besteht unter anderem aus Handelsschiffen und Kriegsschiffen, die als Geleitschutz gegen Angriffe von dänischen Piraten dienen sollen. Der britische Geleitschutzverband besteht aus Linienschiffen und Briggs, angeführt von der HMS Victory, die zu dem Zeitpunkt von Vizeadmiral James Saumarez angeführt wird.

Zwei von den begleitenden Linienschiffen waren die HMS St. George und die HMS Defence.

Die letzte Fahrt der HMS St. George und HMS Defence
  • 1. November 1811: Der britische Konvoi verlässt den Ankerplatz bei Hanø in der (Ostsee), jedoch zwingt ein starker Sturm den Verband zur Umkehr.
  • 9. November 1811: Der Konvoi unternimmt einen zweiten Versuch, in Richtung Großbritannien zu segeln.
  • 15. November 1811: Bei schwerem Sturm havariert die HMS St. George bei Rødsand, südlich von Lolland (Dänemark). Viele der Handelsschiffe ereilt das gleiche Schicksal: Sie havarieren oder gehen verloren. Von den ursprünglich 120 Handelsschiffen erreichen später nur 76 ihr Ziel.
  • 21. November 1811: Der Konvoi segelt nach Vinga, einer kleinen Insel in Västergøtland, (Schweden) vor Gøteborg. Die HMS St. George kann sich aus eigener Kraft nicht mehr bewegen und muss von der HMS Cressy geschleppt werden.
  • 1. Dezember 1811: Der Konvoi geht bei Vinga vor Anker. Vizeadmiral Saumarez hat große Bedenken, die Fahrt der HMS St. George fortsetzen zu lassen. Mit seiner Meinung trifft er auf heftigen Widerstand von Konteradmiral Reynolds und seinem Flaggkapitän Daniel Guion. Beide halten daran fest, dass die HMS St. George die Überfahrt schaffen kann. Mit diesem Entschluss besiegeln sie das Todesurteil für sich und einen Großteil der eigenen Besatzung.
  • 17. Dezember 1811: Nach einer notdürftigen Reparatur verlässt die HMS St. George in Begleitung der HMS Defence und HMS Cressy die schwedischen Gewässer vor Vinga und segelt weiter in Richtung Großbritannien.
Die vom Sturm bereits schwer beschädigte HMS St. George. Diorama-Darstellung der Sturmfahrt
  • 19. Dezember 1811: Die Linienschiffe HMS St. George, HMS Defence, HMS Cressy und HMS Bellette müssen wegen starkem Sturm und hoher See ihre Fahrt unterbrechen und wenden. Die HMS Cressy muss schließlich wieder die HMS St. George schleppen. Vizeadmiral Saumarez setzt mit der HMS Victory und den übrigen Schiffen die Fahrt fort. Sie kommen am 26. Dezember 1811 nach schwieriger Fahrt im Vereinigten Königreich an, ohne Informationen über das Schicksal der HMS St. George und HMS Defence zu haben.
  • 21. Dezember 1811: Die Schiffe, die gewendet haben, liegen vor Vinga, nordöstlich vom sogenannten Salo-Leuchtturm. Schließlich wird von den Verantwortlichen ein schicksalhafter Beschluss gefasst und erneut versucht, über das Skagerrak in die Nordsee zu segeln. Diesmal wird die HMS St. George jedoch nicht von der HMS Cressy geschleppt.
  • 23. Dezember 1811: Der Wind dreht und die Schiffe kommen in große Schwierigkeiten. Die HMS Cressy und die HMS Bellette drehen bei und versuchen zu einem späteren Zeitpunkt, der geplanten Route zu folgen. Atkins, der Kommandant der HMS Defence, überlegt auch zu drehen, wartet hierfür auf ein entsprechendes Signal von der HMS St. George. Das Signal wird jedoch nie gegeben. Der Sturm in der Nordsee erreicht Orkanstärke und erfasst die Schiffe. Schließlich beschließt Atkins auch zu drehen – es ist aber zu spät: Die HMS Defence läuft auf Grund und zerbricht in der Brandung. Von der HMS Defence kommen sechs Seeleute lebend an Land – in einigen Berichten ist sogar von nur fünf Überlebenden die Rede. Auch die HMS St. George strandet.
  • 24. Dezember 1811: Die Seeleute auf der HMS St. George kämpfen vergebens ums Überleben.
  • 25. Dezember 1811: Nur zwölf Seeleute retten sich an Land. Am Abend sieht man immer noch 150 Menschen an Bord.
Die letzte Fahrt der HMS St. George in schwerer See. Diorama-Darstellung der Sturmfahrt
  • 26. Dezember 1811: Es gibt keine Anzeichen von Leben mehr an Bord der HMS St. George.

Die HMS Defence und die HMS St. George wurden so stark beschädigt, dass sie schließlich vor Thorsminde (Dänemark) zerbrachen und versanken, während die HMS Cressy und die HMS Bellette ihren Heimweg antreten und sicher einen englischen Hafen erreichen konnten.

Von der HMS St. George überlebten nur zwölf ihrer 850 Besatzungsmitglieder den Untergang. Insgesamt fielen fast 1300 Seeleute der Tragödie vor Dänemark zum Opfer.

Die Royal Navy verlor im gleichen Sturm noch zwei weitere Schiffe ihrer Flotte: So versanken auch das Linienschiff HMS Hero und die Brigg HMS Grasshopper vor der niederländischen Küste in der Nähe der Insel Texel.

Museum[Bearbeiten]

In Thorsminde befindet sich das „Strandingmuseum St. George“, das sich mit dem Untergang der Schiffe vor der dänischen Küste befasst. So sind dort, nachdem das Wrack der HMS St. George gefunden wurde, diverse geborgene Wrackteile, Gebrauchsgegenstände, Waffen, Uniformen und ähnliches ausgestellt. Ein geborgenes Skelett wurde nach britischen Protesten aus der Ausstellung entfernt und begraben.

Zurzeit wird die 11,70 m lange und gut erhaltene Ruderanlage der HMS St. George (ursprünglich 8500 kg schwer) konserviert, die im Rahmen der Errichtung eines Windmühlenparkes im Meer bei Rødsand, südlich von Lolland (Dänemark) gefunden wurde.

Quellen[Bearbeiten]

  • Infotafeln des Strandingsmuseums in Thorsminde (DK) 2007, frei übersetzt vom Dänischen ins Deutsche. Dort aufgeführte Begrifflichkeit "Englisch" und "England" durch "Britisch" und "Vereinigtes Königreich", "UK", etc. historisch und faktisch korrekt ersetzt.

Weblinks[Bearbeiten]

56.3583333333338.1100Koordinaten: 56° 21′ 30″ N, 8° 6′ 0″ O