HMS Warrior (1860)

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HMS Warrior
HMS warriorjune20092.jpg
p1
Schiffsdaten
Flagge Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich (Seekriegsflagge) Vereinigtes Königreich
andere Schiffsnamen
  • Vernon III
  • Oil Fuel Hulk C77
Schiffstyp Panzerschiff
Klasse Warrior-Klasse
Bauwerft Thames Ironworks, Blackwall
Stapellauf 29. Dezember 1860
Indienststellung 24. Oktober 1861
Verbleib Museumsschiff
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
127 m (Lüa)
Breite 17,8 m
Tiefgang max. 7,9 m
Verdrängung 9.210 tn.l.
 
Besatzung 705 Mann
Maschine
Maschine 10 Dampfkessel
2-Zyl.-Dampfmaschine
Maschinen-
leistung
5.267 PS (3.874 kW)
Geschwindigkeit max. 14,08 kn (26 km/h)
Propeller 1
Takelung und Rigg
Takelung Vollschiff
Anzahl Masten 3
Segelfläche 4.500 m²
Bewaffnung
Panzerung
  • Gürtel: 114 mm mit 457 mm Holzhinterlage
  • Schotten: 114 mm

Die HMS Warrior aus dem Jahr 1860 war das erste ozeantaugliche Panzerschiff mit eisernem Rumpf. Sie wurde von der britischen Royal Navy als Gegenmaßnahme zum französischen Panzerschiff La Gloire gebaut. Sie gab der gleichnamigen Schiffsklasse ihren Namen und war das Schwesterschiff der HMS Black Prince.

Als sie vom Stapel lief, war sie durch ihren 4,5 Zoll dicken geschmiedeten Eisengürtel praktisch unverwundbar für die Geschosse der zur Zeit ihres Baus gebräuchlichen Schiffsartillerie. Um die Sinksicherheit noch weiter zu verbessern, war der Rumpf in 92 wasserdichte Abteilungen unterteilt und besaß unterhalb von Maschinenanlage und Munitionsräumen einen Doppelboden. Die einzige bedeutende Verwundbarkeit war die fehlende Panzerung um die Rudermaschine herum, so dass ein unglücklicher Treffer sie manövrierunfähig hätte machen können.

Der Hauptantrieb des Schiffes bestand aus einer liegenden zweizylindrigen Dampfmaschine von Penn, die von zehn Kesseln mit Dampf versorgt wurde. Allerdings war der Kohleverbrauch extrem hoch und die 850 t Kohle an Bord reichten nur für knapp 2.100 sm Fahrtstrecke unter optimalen Bedingungen. Daher führte die Warrior weiterhin eine vollständige Takelage als Vollschiff von 4.500 m² Segelfläche. Fuhr sie unter Segeln, dann konnten beide Schornsteine eingezogen werden, um die Handhabung der Segel nicht zu behindern. Die Schraube konnte bei Fahrt unter Segeln in den Rumpf eingezogen werden, um den Wasserwiderstand zu reduzieren. In der Praxis wurde sie jedoch mit langsamer Fahrt weiterbetrieben, da das An- und Abkuppeln der Welle an die Schraube recht mühsam war.

Als sie am 29. Dezember 1860 bei den Themse-Eisenwerken bei London vom Stapel laufen sollte, fror sie auf der Slipanlage fest. Dies war im kältesten Winter seit 50 Jahren. Die Warrior wurde am 24. Oktober 1861 fertiggestellt. Die Gesamtkosten betrugen 357.291 Pfund.

Der rasante Fortschritt der Marinetechnologie ließ sie und ihr Schwesterschiff Black Prince innerhalb von 10 Jahren veralten. Am 1. April 1875 wurde sie der Reserveflotte zugeordnet und am 31. Mai 1883 vom Seedienst abgezogen. Ihre Kanonen und die oberen Masten wurden um die gleiche Zeit entfernt.

Ihr Rumpf wurde als Lager verwendet, und von 1902 bis 1904 diente sie einer Kreuzerflottille als Depot. Ihr Name wurde 1904, als sie zur Torpedoausbildungsschule Vernon gebracht wurde, in Vernon III geändert. Sie versorgte die dort liegenden Rümpfe mit Dampf und Elektrizität.

Ein Abschwung in der Nachfrage nach Schrott bewirkte, dass sie sich am 25. April 1925 nicht wie geplant zur Verschrottung verkaufen ließ. 1929 wurde sie nochmals in Oil Fuel Hulk C77 umbenannt und diente fortan als Unterkunft für einen Seemann und als schwimmender Tank in der Marinewerft Pembroke in Wales. Dort blieb sie die folgenden 50 Jahre.

Die Restaurierung zum Museumsschiff begann am 3. September 1979 in Hartlepool und wurde 1984 abgeschlossen. Dann wurde sie zu ihrem gegenwärtigen Liegeplatz in Portsmouth geschleppt. Sie wurde in Warrior (1860) umbenannt, um Verwechslungen mit dem gleichnamigen Hauptquartier der Royal Navy in Northwood zu vermeiden.

Siehe auch[Bearbeiten]

  • Sir George Tryon, 1861–1864 stellvertretender Kommandant der Warrior, später Oberkommandierender der britischen Mittelmeerflotte

Literatur[Bearbeiten]

  • Andrew Lambert: Warrior, restoring the World's First Ironclad. Conway Maritime Press, London 1987. ISBN 0-85177-411-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: HMS Warrior – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

50.798333333333-1.1094444444444Koordinaten: 50° 47′ 54″ N, 1° 6′ 34″ W