HMT Dunera

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Die HMT Dunera (für His Majesty’s Transport Dunera) ist ein ehemaliger Truppentransporter, der nach dem Zweiten Weltkrieg auch als Passagierschiff eingesetzt wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Die HMT Dunera wurde in der zweiten Hälfte der 1930er-Jahre gebaut und 1937 an die British India Steam Navigation Company übereignet. 1940 fuhr sie von Neuseeland britische Truppen nach Ägypten. Danach wurde sie dafür verwendet, um Emigranten aus Deutschland und Österreich von England (UK), die als potentiell „feindliche Ausländer“ eingeschätzt wurden, zur Internierung unter Militärbewachung nach Australien zu transportieren. Die später verfilmte Fahrt mit den 2.542 Männern dauerte vom 10. Juli 1940 bis 6. September (57 Tage). Neben jüdischen und politischen Emigranten waren darunter auch 451 internierte Deutsche und Italiener bzw. Kriegsgefangene aus diesen Ländern. Diese, aber auch viele der Flüchtlinge, wurden für die Dauer des Krieges in Tatura (Victoria) oder in Hay (New South Wales) interniert. Nach dem Krieg bot die australische Regierung 1946 allen diesen Personen den Rücktransport oder den Verbleib in Australien an.[1][2] Auch Schiffbrüchige der Arandora Star wurden aufgenommen.[3] In Australien wurde der wachhabende Offizier, Lieutenant-Colonel William Scott, wegen der Haftbedingungen vom Quarantäne-Arzt der Commonwealth-Regierung angezeigt.[4][5]

An Bord der Dunera waren auf dieser Überfahrt u. a. Joseph Asher, Georg Auer, Franz Stampfl, Ludwig Hirschfeld-Mack, Wolf Klaphake, Henry Talbot, Hans Axel, Eddi Fromm (Sohn des Julius Fromm), Gerd Buchdahl, Anton Ruh, der ehemalige Reichstagsabgeordnete Josef Wiora, Max Zimmering.

Das Schiff war im September 1942 an den Auseinandersetzungen um Madagaskar und an der Landung in Sizilien 1943 (Operation Husky) beteiligt. Später wurden mit ihm im Rahmen der Operation Dragoon das Hauptquartier der 7. US-Armee nach Südfrankreich verlegt. Im weiteren Kriegsverlauf wurden mit ihm Truppen nach Japan transportiert.

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Ab 1951 war das Schiff für zivile Zwecke eingesetzt. 1967 wurde es an die Revalorizacion de Materiales SA zur Verwertung in Bilbao verkauft.

Technische Daten[Bearbeiten]

  • Tragfähigkeit: 3.819 t
  • Länge: 157,5 m
  • Höhe: 19,3 m
  • Tiefgang: 7,1 m
  • Maschine: zwei 5-Zylinder 2SCSA Doxford-type, 11.880 bhp

Literatur[Bearbeiten]

  •  Helen Fry: The King’s Most Loyal Enemy Aliens. Germans who fought for Britain in the Second World War. Sutton Publishing, London 2007, ISBN 978-0-7509-4700-8.
  •  Klaus Wilczynski: Das Gefangenenschiff. Mit der „Dunera“ über vier Weltmeere. Am Park, Berlin, ISBN 3-89793-044-7.

Film[Bearbeiten]

  • Ben Lewin (II): The Dunera Boys. Mit Joseph Spano, Bob Hoskins, Joseph Fürst, u. a. 1995: 150 Min.
  • John Burgan: Friendly Enemy Alien. Dokumentarfilm (ZDF) 2006: 90 Min.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Foto in der Sammlung aus der SS Dunera in Hay
  2. Robert Aufrichtig - Dunera Internee. Abgerufen am 23. November 2007.
  3. Maritime Disasters of World War II (engl.) Abgerufen am 23. November 2007.
  4. Kate Connolly: Britons finally learn the dark Dunera secret. In: Sydney Morning Herald, 19. Mai 2006
  5. The Dunera Boys synopsis. In: IMDB. Abgerufen am 23. November 2007.