HNK Rijeka

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HNK Rijeka
Logo HNK Rijeka.svg
Voller Name Hrvatski nogometni klub Rijeka
Gegründet 1946
Stadion Stadion Kantrida
Plätze 10.600
Präsident Kroate Damir Mišković
Trainer Slowene Matjaž Kek
Liga Hrvatska Nogometna Liga
2012/13 3. Platz
Heim
Auswärts

Der HNK Rijeka ist ein Fußballverein aus der kroatischen Stadt Rijeka und spielt derzeit in der ersten kroatischen Fußballliga (1. HNL). Die Bezeichnung HNK steht für Hrvatski nogometni klub und bedeutet Kroatischer Fußballverein. Seit Februar 2012 ist der Verein in mehrheitlichem Besitz (70%) des italienischen Geschäftsmanns und Pro Recco-Eigentümers Gabriele Volpi.

Geschichte[Bearbeiten]

NK Rijeka (damals bekannt unter „Kvarner“) wurde eines Abends Ende Juli 1946 gegründet. Die Hauptbeteiligten des Rijeka Sportkreises (es waren 20) diskutierten drei Stunden über den Namen und die Zukunft des Fußballs in Rijeka. Zwei Vorschläge wurden genannt: Die besten Sportler in einem Verein zu vereinen mit dem Namen Lučki radnik (Meister der Rijekaliga 1945/46) oder einen neuen Verein unter dem Namen „Kvarner“ zu gründen, was auch durchgeführt wurde. „Kvarner“ begann im großen Stil. In einem Freundschaftsspiel am 1. August gelang ein Sieg über Hajduk Split vor 6000 Zuschauern. Das erste Tor in der Vereinsgeschichte „Kvarners“ erzielte Petronio. Nach den damaligen Fußballregeln des Sportbundes war es üblich, für den Einzug in die erste Liga, ein Hin- und Rückspiel gegen den damaligen Mitbewerber Unione sportiva operaia aus Pula zu bestreiten. „Kvarner“ verlor in Rijeka 1:2, aber in Pula gewann man mit 4:1 und erreichte damit zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte die erste Liga.

In der ersten Liga (Saison 1946/47.) spielte „Kvarner“ 26 Spiele, bei denen eines hervorzuheben ist, das Spiel gegen Hajduk Split (1:1) vor 9000 Zuschauern, als Rijeka gerade mal 42.000 Einwohner hatte. In seiner ersten Meisterschaft belegt man Platz 9 mit 21 Punkten auf dem Konto. Danach kam es zu einem Relegationsspiel zwischen Kvarner und Lokomotiva Zagreb. Grund dafür war die Reorganisation der ersten Liga durch den Verband. In Zagreb gewann Lokomotiva mit 3:2, auch in Rijeka war man erfolgreich und schlug den Gastgeber mit 2:0.

Der damit verbundene Abstieg in die zweite Liga (Saison 1947/48) war ohne Frage ein schwerer Schlag für die Spieler. Nie in der Vereinsgeschichte wurde nochmals so eine miserable Saisonleistung geboten. Als Vorletzter mit gerade mal zehn Punkten aus 20 Spielen stieg man erneut ab in die 3. Liga (Republička liga (10 Vereine)). Auch die Kaderverstärkung während der Saison half da nicht weiter.

In der darauffolgenden Saison (1948/49) spielte man erneut nicht berauschend und erreichte nur den sechsten Platz mit 17 Punkten. Nach einer erneuten Reorganisation der Liga wurde man daraufhin automatisch wieder in die zweite Liga befördert. Sichtlich verstärkt spielte man dann auch eine erfolgreiche Saison.

Anfang 1952 wurde die zweite Liga abgeschafft, Kvarner fiel somit in eine Art Regionalliga. Übermächtig erreichte man dort den ersten Platz und durfte in die Relegation zur ersten Liga.

Im ersten Relegationsspiel bezwang man Slavija aus Karlovac auswärts mit 3:2 und daheim mit 10:0. Gegen Metalac aus Zagreb gewann man auswärts 2:1, während man daheim mit 0:2 unterlag. Im letzten Spiel gegen Proleter aus Osijek verlor man auswärts 0:3 und daheim mit 0:1. Der Aufstieg wurde verpasst.

Nach einigen Jahren in einer Zwischenzonen-Liga, bestehend aus Vereinen aus Slowenien und Istrien, und der Namensänderung im Jahre 1954 in NK Rijeka, meldete sich der Verein groß zurück.

In der Saison 1957/58 dominierte Rijeka das Geschehen in der „Zwischenzonenliga“ und erreichte erneut die Relegation zur ersten Liga. Vor 14.000 Zuschauern schlug man Spartak Subotica mit 3:0, darauf folgten zwei Auswärtsspiele in Kruševac gegen Napredak Kruševac sowie in Subotica gegen Spartak Subotica. Beide Spiele endeten 0:0. Ganz Fußball-Rijeka versammelte sich auf dem Bahnhof, man stand ja mit einem Bein schon in der ersten Liga. Vor einer Rekordkulisse von 17.000 Zuschauern bezwang man Napredak im Rückspiel mit 6:2 und zog somit in die erste Liga ein.

Zum Rundenabschluss bezwang man dann auch noch AS Rom (damals Tabellenführer der Serie A) in einem Freundschaftsspiel in Rom mit 2:0.

Man hielt sich meist im Mittelfeld der mit 14 Mannschaften bestückten ersten Liga auf. Zweimal erreichte man sogar einen vierten Platz. Auch stand man zweimal im Viertelfinale des Landespokals. Im Jahre 1968 erreichte NK Rijeka jedoch nur den letzten Platz, stieg aber nicht direkt ab. Da in diesem Jahr die Liga auf 18 Mannschaften erweitert wurde, musste man wieder in die Relegation. Gegen FK Sloboda aus Tuzla verlor man auswärts 0:3, drehte daheim aber den Spieß um und gewann mit 4:0. Die Freude hielt nicht lange, denn schon im nächsten Jahr stieg man endgültig ab.

Die zweite Liga beherrschte man eindeutig und erreichte einen Relegationsplatz. Doch nach einem 0:0 im Hinspiel gegen Crvenka und einem 2:2 auswärts, verlor man das Elfmeterschießen mit 5:6. Auch in den nächsten beiden Jahren wurde man Erster in der Liga, scheiterte dann aber jeweils an NK Osijek und erneut an Crvenka jeweils in der Relegation.

Erst 1973/74 gelang der Wiederaufstieg nach einem sicheren ersten Platz in der Liga und keiner zusätzlichen Relegation.

Nach erfolgreichen Saisons 1976-1978 holte NK Rijeka nun auch seinen ersten Titel. Im Pokalfinale bezwang man FK Trepča aus Kosovska Mitrovica mit 1:0 nach Verlängerung. Auch im darauffolgenden Jahr wurde man Pokalsieger, diesmal gegen Partizan.

Darauf folgten auch die ersten europäischen Wettbewerbe für den Verein. Man scheiterte meist in der ersten oder zweiten Runde an Vereinen wie SK Beveren oder Lokomotiv Košice.

Zweimal hatte man es zu der Zeit auch mit richtigen Größen zu tun. Beide Male scheiterte man erwartungsgemäß, zuerst an Juventus Turin, dann an Real Madrid, wobei das Rückspiel gegen Real Madrid von der damaligen Presse als Katastrophe abgestempelt wurde (die Vermutung lag nahe, dass Real nach dem 1:3 in Rijeka unbedingt weiterkommen musste, so waren auch drei rote Karten für Rijeka und ein „erfundener“ Elfmeter für Real der Hauptgrund für das 3:0 im Rückspiel). Es gab keine Konsequenzen, weder für den Schiedsrichter noch für Real Madrid.

Man hielt sich konstant in der Liga bis zum Jahre 1990, als die letzte Saison der damaligen jugoslawischen Liga gespielt wurde. Da während des Bürgerkrieges in Kroatien kein Fußball in Form einer Liga stattfinden konnte, wurde nur ein Mini-Turnier mit vier Mannschaften veranstaltet. Diese waren Hajduk Split, HAŠK Građanski (ehemals Dinamo Zagreb), NK Rijeka sowie NK Osijek. Turniersieger wurde Hajduk Split.

In der neu gegründeten kroatischen Liga (1. HNL) war ein Verbleib anfangs nicht leicht. Rückstände vom alten jugoslawischen System waren oft stark erkennbar. So änderte sich die Zusammensetzung der Liga jährlich von zehn Teilnehmern über zwölf bis hin zu 16, dann wieder auf 12. Entscheidungen fielen oft mitten im Wettbewerb und wurden dann wieder revidiert, so dass eine Planung für die nächste Saison nicht möglich war.

Nach einigen Jahren stabilisierte sich die Liga, die nun zwölf Vereine hat. Nach den ersten Hin- und Rückspielen teilte sich die Liga, die ersten sechs spielen um den Meistertitel, die letzten sechs um den Abstieg. Hier ist Rijeka immer mit einer konstant soliden Leistung vertreten.

Rijeka wurde Vizemeister, Vizepokalsieger und 2005 zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte kroatischer Pokalsieger. Ein Jahr darauf belegte man in der Meisterschaft wieder Rang zwei, und verteidigte den Pokal.

In der Ewigen Tabelle liegt Rijeka auf dem fünften Platz. Angeführt wird diese Tabelle von den kroatischen Spitzenvereinen Dinamo Zagreb und Hajduk Split.

Stadion[Bearbeiten]

Der HNK Rijeka trägt seine Heimspiele in dem westlich von Rijeka liegenden Stadion Kantrida aus. Es wurde 1925 erbaut und bietet 10.600 Zuschauern Platz. Auffallend ist, dass sich das Stadion direkt unter einer ca. 50m hohen Felswand befindet. Die Besucher werden durch ein Stahlnetz vor Steinschlag geschützt.

Fans[Bearbeiten]

DIe Ultra-Gruppierung des Vereins nennt sich Armada Rijeka, deren größter Rivale sind die Anhänger von Hajduk Split sind, bekannt als Torcida Split, gleichtzeitig auch der größte Rival des Clubs. Ebenso besteht eine Rivalität mit den Anhängern von Dinamo Zagreb, den Bad Blue Boys, der Fans von NK Osijek, der Kohorta, sowie mit denen von NK Istra Pula, den Demoni. Statdrivale ist der NK Orijent. Oft kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen den Ultrta-Gruppierungen. Schon oft kam es vor, dass die Fans dem Verein schadete und er Strafen nach Fan-Fehlverhalten bezahlen musste, unter anderem wegen Gebrauch von pyrotechnischen Erzeugnissen, Gewalt und Rassismus. HNK Rijeka wurde so von der UEFA zur Zahlung von 8000 Euro und zu einer Teilsperrung des Heimstadions im nächsten Match verurteilt, weil seine Anhänger gegen Betis Sevilla am 3. Oktober 2013 unter anderem mit rassistischem Verhalten aufgefallen waren.[1]

Beim Heimspiel gegen Hajduk Split am 28. September 2013 wurde die Begegnung von schweren Ausschreitungen der Fans gekennzeichnet. Nachdem die Fans von HNK Rijeka Fackeln anzündete, antwortete die andere Seite der Tribühne ebenso und begannen dazu die angezündeten Fackeln ins das Publikum und auf das Spielfeld zu werfen. Schließlich stürzten Hunderte von Fans zu den Tribünen, wo die Fans von Hajduk saßen. Einige Gegenstände sowie Stühle wurden auf die Torcida geworfen, die gleicherweise antworteten. Das Spiele wurde unterbrochen und eine Vielzahl na Polizisten umzingelten das Fußballfeld und die Tribünen. Als die Polizei kam, versuchten die Torcida auch aufs Spielfeld zu stürmen, das jedoch verhindert werden konnte.[2]


Erfolge[Bearbeiten]

  • 2 x Jugoslawischer Pokalsieger: 1978, 1979
  • 1 x Jugoslawischer Pokalfinalist: 1987
  • 2 x Kroatischer Pokalsieger: 2005, 2006
  • 1 x Kroatischer Pokalfinalist: 1994
  • 3 x Bestplatzierter kroatischer Verein in der 1. Jugoslawischen Liga (1965, 1984, 1987)
  • 7 x Zweitbester kroatischer Verein in der 1. Jugoslawischen Liga

Bekannteste Spieler[Bearbeiten]

Fans[Bearbeiten]

Der Fanclub ist bekannt unter dem Namen Armada Rijeka.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geldstrafen für Nikosia, Rijeka und Frankfurt
  2. Torcida i Armada divljale na Kantridi!

Weblinks[Bearbeiten]