HP-67/-97

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Ein Rechner des Typs HP-67 mit Zweit- und Drittfunktionen vor den Tasten, an der rechten Seitenfläche der Schlitz des Magnetkartenlesers
HP-67 im Programmiermodus, der angezeigte Befehl ist
STO + 6
Ein HP-97, auf der Rückseite das Ende der Diebstahlsicherungslasche

Der HP-67 war ein programmierbarer Taschenrechner von Hewlett-Packard. Er erschien 1976 gleichzeitig mit dem funktionell identischen Tischrechner HP-97, der zusätzlich einen integrierten Thermodrucker hatte. Die Modelle erweiterten die Produktpalette des Herstellers nach oben und richteten sich an erfahrene bzw. anspruchsvolle Benutzer aus Wissenschaft und Technik. Unter Verwendung der Technologie der Rechner der „Zwanziger“-Serie lösten sie den HP-65 ab und erweiterten dessen Funktionsumfang erheblich. Als Eingabemethode verwendeten die Rechner die Umgekehrte Polnische Notation (UPN).

Funktionen[Bearbeiten]

Die beiden Modelle verfügten über einen vollständigen Satz technisch-wissenschaftlicher, statistischer und mathematischer Funktionen, indizierte Adressierung, einen eingebauten Kartenleser, Unterprogramme (3 Ebenen), 20 Labels, verbesserte Bearbeitung von Programmen (durch BST), 8 Vergleichsfunktionen, 4 Flags sowie erweiterte Index- und Schleifenkontrollbefehle. Die Tasten sind vierfach belegt, wobei sich im Unterschied zu den meisten anderen Modellen der Aufdruck der Zweit- und Drittfunktion vor der Taste befindet.

Der HP-67/97 verwendete 8 Bit breite Befehlswörter zur Speicherung der Programmanweisungen (HP-65: 6 bit). Dies ermöglichte durch die 256 möglichen Kombinationen, auch aus mehreren Tastenbetätigungen bestehende Befehle in einem einzigen Programmschritt zu speichern („fully merged keycodes“). Insgesamt standen 224 Programmschritte zur Verfügung, gegenüber nur 100 beim HP-65, was in der Praxis die drei- bis vierfache Kapazität bedeutete.

Der Datenspeicher umfasste daneben 26 Register, von denen sich aber immer nur 10 im vollständigen Zugriff befanden. Diese werden als Primärregister bezeichnet; ein zweiter Zehnerblock steht als Sekundärregister zur Verfügung, auf den aber kein direkter Zugriff möglich ist. Zwischen diesen beiden Blöcken kann hin- und hergeschaltet werden, die Daten des jeweils inaktiven Registersatzes bleiben dabei erhalten. Intern geschieht dies über zwei Zeiger auf die Registersätze, während der Benutzer den Eindruck hat, die Daten würden zwischen den Registern ausgetauscht. Die verbleibenden sechs Register (AE, STO und RCL möglich) und das Indexregister i stehen für die Statistikfunktionen zur Verfügung. Über die indizierte Adressierung lassen sich alle 26 Register, auch mit Speicherarithmetik, ohne Umschaltung ansprechen.

Der Speicher ist nicht permanent. Alle Speicherinhalte gehen beim Ausschalten verloren. Daten und Rechnereinstellungen lassen sich auf Magnetkarten speichern, wobei sich beim Einlesen Daten oder Programmteile verschiedener Karten kombinieren lassen. Das Format der Magnetkarten wurde für den HP-41C beibehalten; der 41 emuliert mit dem im Kartenleser befindlichen ROM die Hardware des HP-67, so dass sich Programme des HP-67/-97 zumeist problemlos ausführen lassen, obwohl die Maschinen nicht binärkompatibel zueinander sind.

Die LED-Anzeige ist 15-stellig, dabei wird eine eigene Stelle für den Dezimalpunkt verwendet.

Die Stromversorgung erfolgt durch ein Paket aus drei Nickel-Cadmium-Akkumulatoren der Größe AA, die sich in einem Fach an der Unterseite befinden und sich im Rechner laden lassen.

Für diese Rechner entwickelte HP einen neuen, kombinierten ROM/RAM-Chip, der neben 1024 10 bit breiten Befehlsworten ROM auch 16 Register zu je 56 bit RAM enthielt. Jeder Rechner enthielt vier dieser Chips, insgesamt also 4 KiW ROM und 448 Byte RAM.

Ebenso stellte HP eine umfassende Programmbibliothek vor, darunter für die Vermessung, medizinische, elektrotechnische und ingenieurwissenschaftliche Anwendungen, und zahlreiche weitere, die für spätere Modelle angepasst und verbessert wurden.

Der HP-67 kostete bei Erscheinen 450 US-Dollar, nach heutiger Kaufkraft ca. 1.900 US-Dollar. Die Produktion endete 1982.

HP-97[Bearbeiten]

Das Tischmodell HP-97 verfügte über eine erheblich größere Tastatur, daher war lediglich eine Zweitfunktionstaste erforderlich, um dieselben Funktionen wie beim HP-67 bereitzustellen. Die Rechner sind binärkompatibel, so dass Programme von denselben Magnetkarten gelesen werden können; die Umsetzung auf die zwischen den Modellen unterschiedlichen Tastaturcodes erfolgt in der Firmware des Rechners. Die Druckbefehle des HP-97 wurden dabei in sinngemäß äquivalente Anzeigen des HP-67 umgesetzt. Der HP-97 verfügt über ein deutlich größeres Akkupaket aus vier Zellen und ein stärkeres Ladegerät.

Ein erweitertes Modell, der HP-97S, verfügte über eine Parallelschnittstelle zur Steuerung externer Hardware.

Der HP-97 kostete bei Erscheinen 1976 rund 750 US-Dollar, nach heutiger Kaufkraft ca. 3.200 US-Dollar. Er wurde bis 1984 hergestellt.

Vergleich[Bearbeiten]

Die Rechner erhielten mit dem HP-41C ihren Nachfolger. Im Vergleich mit den Leistungen stellte der TI-59 die einzige Konkurrenz dar, wobei der ein Jahr nach den HP-Modellen erschienene TI-59 einen separaten Drucker, größeren Speicher und höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit bot. Letztendlich behielt HP allerdings wegen der höheren mathematischen Genauigkeit und der mechanischen Haltbarkeit der Geräte vor allem bei den Ingenieuren seine hohe Akzeptanz.

Weblinks[Bearbeiten]