Imtech Arena

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Imtech Arena
Logo der Imtech Arena
Die Imtech Arena im Juli 2012
Die Imtech Arena im Juli 2012
Frühere Namen

Volksparkstadion (bis 2001)
AOL Arena (2001–2007)
HSH Nordbank Arena (2007–2010)

Daten
Ort DeutschlandDeutschland Hamburg, Deutschland
Koordinaten 53° 35′ 13″ N, 9° 53′ 55″ O53.5869444444449.8986111111111Koordinaten: 53° 35′ 13″ N, 9° 53′ 55″ O
Klassifikation 4
Eigentümer HSV-Stadion HSV-Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG
Betreiber HSV-Arena GmbH & Co. KG
Eröffnung 1953
Erweiterungen 1998
Oberfläche Naturrasen
Kosten 97 Millionen Euro (Umbau)
Architekt Manfred O. Steuerwald - MOS Architekten (1998),
schlaich bergermann und partner (Dachkonstruktion)
Kapazität 57.000 Plätze
Kapazität (internat.) 51.500 Plätze
Spielfläche 105 × 68 m
Verein(e)
Veranstaltungen

Die Imtech Arena bzw. das Volksparkstadion ist das Fußballstadion des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV in Hamburg-Bahrenfeld, das gelegentlich auch für Konzerte und andere Sportveranstaltungen genutzt wird. Bis Juni 2001 trug es den Namen Volksparkstadion, bis Juli 2007 AOL Arena und bis Juni 2010 HSH Nordbank Arena. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hieß es FIFA WM-Stadion Hamburg, zu den Europapokalspielen lautet die offizielle Bezeichnung Hamburg Arena.

Es ist ein offizielles Kategorie-4-Stadion. Für internationale Spiele, bei denen eine reine Sitzplatzbestuhlung vorgeschrieben ist, werden die unter den Stehplätzen verborgenen Klappsitze benutzt, wodurch sich die Kapazität des Stadions auf etwa 51.750 Plätze verringert.

2010 fand hier das Finale der UEFA Europa League statt; den Ausschlag dafür, dass Hamburg gegen mehrere Mitbewerber den Zuschlag erhielt, gaben Zuschauerkapazität, Infrastruktur, Übernachtungsmöglichkeiten und Sicherheitsbedingungen.[1]

In der Arena finden, zumeist in der spielfreien Zeit, auch Konzerte und andere Veranstaltungen statt. So fand hier 2007 das weltweite Live-Earth-Festival statt, namhafte Künstler wie Herbert Grönemeyer oder auch Scooter gastierten hier.

Statistik[Bearbeiten]

Insgesamt hat die Imtech-Arena ein Fassungsvermögen von 57.000. Von diesen entfallen 10.000 auf Stehplätze sowie 4.200 auf Business Seats, zudem sind 120 Plätze behindertengerecht gestaltet. Für Live-Übertragungen sind 22 Kamerapositionen vorhanden. [2]

Geschichte[Bearbeiten]

Geschichte bis 1998[Bearbeiten]

Das Volksparkstadion im Herbst 1981

Das erste Stadion im Altonaer Volkspark in Bahrenfeld war das städtische „Altonaer Stadion“, dessen Hochbauten von Gustav Oelsner stammten. Eingeweiht wurde es am 11. September 1925 vor gut 50.000 Zuschauern; ab 1927 fanden hier auch Länderspiele sowie 1928 das Endspiel um die deutsche Meisterschaft (HSV – Hertha BSC 5:2) statt.

1953 wurde es auf Trümmerschutt wiedererrichtet. Das neue Volksparkstadion war Austragungsort zahlreicher weiterer Länderspiele, u. a. auch bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1974.

Umbauten[Bearbeiten]

Umbau 1998[Bearbeiten]

Die AOL Arena in Hamburg (2004)

Bis zum Umbau gehörte die alte Betonschüssel unter den Fußball-Fans zu den unbeliebtesten Stadien Deutschlands, weil in ihrem weiten Rund kaum Stimmung aufkam. Der Wunsch nach einem "eigenen, reinen Fußballstadion" und die geringe Attraktivität des Stadions führten zum "Arena-Projekt". Der Umbau begann am 2. Juni 1998 und dauerte bis zum Sommer 2000. Der Architekt Manfred O. Steuerwald baute "während des laufenden Spielbetriebs" das Stadion um: Die Tribünen wurden nahe an das Spielfeld verlegt. Der beheizbare Rasen wurde um 90° gedreht, so dass seither die Westkurve nicht mehr existiert.[3][4] Neue Heimat der HSV-Fans ist die Nordtribüne. Im Zuge dessen wurde 1998 das Stadion auch für eine symbolische Mark vom HSV aus dem Besitz der Stadt Hamburg erworben. Rechtlicher Eigentümer des Stadions ist die HSV-Stadion HSV-Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG, eine 100%-ige Tochtergesellschaft der HSV Sport AG. Diese wird wiederum zu 99 % vom Hamburger SV e.V. und 1 % (treuhändisch bis 2015) vom Vermarkter Sportfive gehalten. [5] Betrieben wird das Stadion von der HSV-Arena GmbH & Co. KG.[6] Die Kosten des Umbaus sollten rund 179 Mio. DM (rund 91,52 Mio. Euro) betragen. Als Eigentümer war der HSV für die Kosten des Umbaus alleine zuständig, es gab allerdings öffentliche Zuschüsse in Höhe von 21,3 Mio. DM.[7] Im September 2000 räumte der Vorstandsvorsitzende Werner Hackmann ein, dass sich die Kosten deutlich erhöhen würden.[8] Im Laufe des Umbaus kam es zu "Verzögerungen", unbezahlten "Rechnungen, Kosten-Explosion" und zur "Pleite von Investor Andreas C. Wankum".[4] Der Umbau bedurfte einer Ausnahmegenehmigung des Luftfahrt-Bundesamtes, weil der Bau in der Haupteinflugschneise der Start- und Landebahn II des Hamburger Flughafens liegt und das tiefe Überfliegen von Menschenansammlungen nach Möglichkeit vermieden werden soll.[9]

Umbau 2009/2010[Bearbeiten]

Im April 2009 wurden Pläne bekannt, nach denen das Stadion für etwa 13 Millionen Euro bis Juli 2010 umgebaut und auf eine Zuschauerkapazität von 61.322 Zuschauern aufgestockt werden sollte. Bei den Umbaumaßnahmen sollte der Stehplatzbereich der Nordtribüne um 3.000 Plätze erweitert und ein zusätzlicher Business-Bereich mit etwa 17 Logen im Südbereich der Arena geschaffen werden.[10] Eine weitere geplante Maßnahme war der Bau einer Kinder- und Service-Welt mit 2.500 Quadratmetern direkt am Stadion. Zu Saisonbeginn 2011/12 sollten die Bauarbeiten an den Stehplätzen sowie im VIP-Bereich abgeschlossen sein.

Im Oktober 2009 wurden die Umbaupläne wegen finanzieller und personeller Engpässe verschoben und eine Entscheidung im Frühjahr 2010 angekündigt.[11][12]

Im Juni 2010 wurde bekannt, dass die Umbaupläne vorerst aufgeschoben werden und lediglich die Umwandlung von Sitz- in Stehplätze durchgeführt würde. Der Block 22 C wurde inzwischen zum Stehplatzbereich umgebaut, wodurch aktuell eine Kapazität von 57.300 Zuschauern vorhanden ist. Allerdings ist der Block aus Gründen der Sicherheit noch nicht voll ausgelastet.[13]

Das Dach[Bearbeiten]

Das Dach wurde von dem Architekturbüro Schlaich Bergermann und Partner geplant und von einem Firmenkonsortium aus England, Amerika und Berlin erbaut. Es handelt sich bei dem Dach um eine transparente Beschichtung aus 40 Feldern mit je 800 Quadratmetern Fläche.[14]

Namenswechsel[Bearbeiten]

Namenswechsel 2001[Bearbeiten]

Bundesliga-Fußball in der damaligen AOL Arena: HSV – Eintracht Frankfurt, Mai 2004
Innenansicht des Stadions: HSV - FC Chelsea, August 2010

Das umgebaute Volksparkstadion erhielt ab dem 1. Juli 2001 den Namen AOL Arena, wofür AOL dem HSV 30 Millionen DM (15,3 Mio. Euro) zahlte. Der Vertrag wurde im Dezember 2005 bis zum Juni 2007 verlängert.

Namenswechsel 2007[Bearbeiten]

Für die Zeit ab Juli 2007 hatte die HSH Nordbank die Namensrechte am Stadion erworben. Demzufolge wurde das Stadion zum 4. Juli 2007 in „HSH Nordbank Arena“ umbenannt. Damit wechselte zum ersten Mal der Sponsorenname eines Stadions der deutschen Fußball-Bundesliga.[15]

Namenswechsel 2010[Bearbeiten]

Neuer Schriftzug auf dem Stadiondach
Imtech Arena 2010

Die HSH Nordbank gab aufgrund der Finanzkrise die Namensrechte, die ursprünglich bis 2013 vertraglich vereinbart waren, im Jahr 2010 vorzeitig ab.[16] Seit dem 1. Juli 2010 ist Imtech der neue Namenssponsor, dementsprechend heißt das Stadion seit der Saison 2010/11 „Imtech Arena“. Die Vereinbarung wurde auf sechs Jahre abgeschlossen.[17]

Der Stadionname musste auch zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und außerdem zu den UEFA-Pokal-Spielen geändert werden, da in diesen Wettbewerben keine Sponsorennamen erlaubt sind. Aufgrund der häufigen Namenswechsel [18] wird in Hamburg und in zahlreichen Medien oft einfach nur noch von der HSV-Arena oder vom Volksparkstadion gesprochen, letzteres besonders auch von traditionsbewussten HSV-Fans.

Der Innenraum des Stadions am 4. April 2010

Fußball-Weltmeisterschaft 2006[Bearbeiten]

Das Stadion war Spielort bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. Während der WM wurde das Stadion ohne Sponsorennamen genannt und hieß „FIFA WM-Stadion Hamburg“. Aus diesem Grund wurde auch der große Schriftzug auf dem Dach der Osttribüne vorübergehend entfernt.

Es fanden hier insgesamt fünf WM-Spiele statt:

Do, 15. Juni 2006, 15 Uhr Gruppe A
EcuadorEcuador Ecuador Costa RicaCosta Rica Costa Rica 3:0
Sa. 10. Juni 2006, 21 Uhr Gruppe C
ArgentinienArgentinien Argentinien ElfenbeinküsteElfenbeinküste Elfenbeinküste 2:1
Do, 22. Juni 2006, 16 Uhr Gruppe E
TschechienTschechien Tschechien ItalienItalien Italien 0:2
Mo, 19. Juni 2006, 18 Uhr Gruppe H
Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi Arabien UkraineUkraine Ukraine 0:4
Fr, 30. Juni 2006, 21 Uhr Viertelfinale
ItalienItalien Italien UkraineUkraine Ukraine 3:0

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Skrentny: Orte der Leidenschaft. Der HSV und seine Stadien. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2006, ISBN 3-895-33502-9
  • Siegfried Kühl (Hrsg. & Fotograf): Volksparkstadion Hamburg. Abriss, Neubau. Dokumentarisches Porträt. ISBN 3-00-006915-1
  • Hamburger Abendblatt: Nur der HSV: Die Raute im Blick des Hamburger Abendblatts: Titel, Tore, Emotionen Herausgeber Hamburger Abendblatt, 2009, ISBN 978-3939716273

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Imtech Arena – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. hsv.de: UEFA-Cup-Endspiel 2010 in Hamburg
  2. Die Arena in Zahlen imtech-arena.de, abgerufen am 23. August 2013
  3. Hamburg. Fußball spielen wie im klassischen Theater. In: Handelsblatt. 31. März 2006, abgerufen am 30. April 2013.
  4. a b Arena am Volkspark. Das Stadion ist der Star. In: NDR.de. 10. September 2012, abgerufen am 28. April 2013.
  5. abendblatt.de: "Rechtliche Strukturen des HSV"
  6.  Kathrin Schmidt: Nachträgliche Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen in deuteschen Stadien I. 1. Generation (Fertigstellung zwischen 2000 und 2006). In: Manfred Schlösser (Hrsg.): Sponsors. Ausgabe Mai 2012, Sponsors Verlags GmbH, Hamburg Mai 2012, ISSN 1432-8925, S. 27, DNB 018278000 (http://www.sponsors.de/uploads/pics/1205_Umbau-_und_Modernisierungsmassnahmen.pdf, abgerufen am 31. August 2012).
  7. Sascha König: Vom Volkspark zur "Wer bietet mehr"-Arena. In: Hamburger Abendblatt. 29. September 1998, abgerufen am 28. April 2013.
  8. Patrick Krull: "Schnäppchen" Volksparkstadion wird ein teurer Spaß. In: DIE WELT. 2. September 2000, abgerufen am 28. April 2013.
  9. juramagazin.de zur Drucksache 16/2586 der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg, 16.Wahlperiode., In: juramagazin.de, 14. Juni 1999, abgerufen am 27. August 2013.
  10. HSV baut Stadion aus. Arena soll über 61.000 Zuschauer fassen. In: kicker.de. 28. April 2009, abgerufen am 28. April 2013.
  11. stadionwelt.de: HSV verschiebt Ausbau, 8. Oktober 2009, Zugriff am 3. September 2011
  12. abendblatt.de: "HSV verschiebt Stadionausbau mangels Geld und Personal"
  13. mopo.de: "Arena-Umbau light: Das wird neu beim HSV"
  14. Hamburger Abendblatt: Nur der HSV: Die Raute im Blick des Hamburger Abendblatts: Titel, Tore, Emotionen 2009, S. 233-235.
  15. HSV spielt künftig in der HSH Nordbank Arena. 29. März 2007, abgerufen am 28. April 2013.
  16. hsh-nordbank.de: HSH Nordbank beendet Namensrecht-Vertrag mit dem HSV
  17. imtech.de: Die Imtech Arena – Das neue Zuhause des HSV
  18. SPIEGEL Online "HSV Meister im Namenswechsel"