HSL 3

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Schnellfahrstrecke Aachen–Lüttich
Strecke der HSL 3
Kursbuchstrecke (DB): 480
Streckennummer: (D) 2600
Streckenlänge: 54 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: (Ausbaustrecke) 3 kV =
Stromsystem: (Neubaustrecke) 25 kV 50 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit: 260[1] km/h
Bundesland (D): Nordrhein-Westfalen
Provinz (B): Lüttich
Betriebsstellen und Strecken[2][3]
Strecke – geradeaus
Schnellfahrstrecke von Köln
Bahnhof, Station
70,2 Aachen Hbf (Systemwechselbahnhof)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Strecke nach Mönchengladbach
   
Ronheider Rampe (26‰)
Bahnhof ohne Personenverkehr
72,9 Aachen Süd (ehem. Ronheide)
BSicon BS2+l.svgBSicon BS2+r.svg
(Aufspaltung der Trasse seit 2007)
BSicon TUNNEL1.svgBSicon TUNNEL1.svg
alter/neuer Buschtunnel (691/711 m)
BSicon eBST.svgBSicon STR.svg
75,0 Buschtunnel (Abzw, ab 1945 Überwerfung)
BSicon xBS2lxr.svgBSicon BS2r.svg
ehem. Verbindungsstrecke nach Montzen
Grenze
77,0
47,0
Staatsgrenze Deutschland/Belgien
Haltepunkt, Haltestelle
44,5 Hergenrath
Brücke über Wasserlauf (groß)
Göhl, Hammerbrücke (220 m)
BSicon STR.svg
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach rechts
Wesertalstrecke nach Chênée (s. u.),
Beginn Neubaustrecke
BSicon STR.svg
Brücke (mittel)
Eisenbahnbrücke Hauset
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Tunnel von Walhorn (1000 m)
Planfreie Kreuzung – oben
Ruyfftalbrücke (264 m), Wesertalstrecke
Brücke (groß)
Viadukt Battice (1232 m)
Brücke (groß)
Talbrücke Herve (505 m)
Brücke (groß)
Talbrücke José (421 m)
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Tunnel Voie des Maçon (577 m)
Tunnel
Tunnel von Soumagne (6530 m)
Brücke über Wasserlauf (groß)
Vesdre
BSicon STR.svg
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Wesertalstrecke von Hergenrath,
Ende Neubaustrecke
BSicon STR.svg
Bahnhof, Station
4,1 Chênée
Brücke über Wasserlauf (groß)
Ourthe
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Strecke von Luxemburg
Bahnhof, Station
2,9 Angleur
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links und rechts
Strecke nach Maastricht, Flémalle
Planfreie Kreuzung – oben
2,2 Bahnstrecke Maastricht–Flémalle
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links und rechts
Strecke von Maastricht, Flémalle
Brücke über Wasserlauf (groß)
Maas
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Umgehungsstrecke von Flémalle
Bahnhof, Station
0,0 Liège-Guillemins

Die HSL 3 (Hogesnelheidslijn 3, französisch LGV 3 bzw. Ligne à grande vitesse 3) ist eine belgische Schnellfahrstrecke, die von der belgischen Stadt Chênée zur deutschen Grenze bei Aachen verläuft. Die Strecke ist Teil der Schnellfahrstrecke Paris–Brüssel–Köln.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Streckenbeschreibung

Ruyfftalbrücke des HSL 3 und A3

Vom Bahnhof Lüttich bis Chênée nutzen Züge zur Neubaustrecke auf einer Länge von 4 km zunächst die Wesertalstrecke. Bei Chênée beginnt mit dem Tunnel von Soumagne die Neubaustrecke. Dieser topographisch bedingte Tunnel ist der einzige der Neubaustrecke.[4]

Ab Féches, verläuft die Strecke in Verkehrswegebündelung mit der belgischen Autobahn A3 bzw. E 40. Nach weiteren rund 24 km wird Walhorn erreicht. Die hier endende Neubaustrecke geht hier in eine fünf Kilometer lange und mit 140 km/h befahrbare Ausbaustrecke zur belgisch-deutschen Grenze über.[4] Die Bestandsstrecke (Wesertalstrecke) wird bei Hauset (Göhltal) erreicht.

Von insgesamt 56 km sind 42 km Neubaustrecke und 14 km Ausbaustrecke. Der 2005 fertig gestellte und 6530 m lange Tunnel bei Soumagne ist der längste Eisenbahntunnel Belgiens.

Zusammen mit HSL 1 und HSL 2 bildet diese Strecke die belgische Ost-West-Achse, mit Anschlüssen nach Lille (und London) und Paris. Anders als auf der HSL 2 werden die Intercity-Züge OstendeEupen dort nicht verkehren, sondern wie bisher auf der klassischen Strecke über Verviers und Welkenraedt verbleiben.

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Neubaustrecke liegt bei 260 km/h, lediglich im zweigleisigen Soumange-Tunnel ist die Geschwindigkeit der Züge auf 200 km/h beschränkt.[1]

Die Baukosten für die Neubaustrecke betrugen 830 Millionen Euro.[1]

[Bearbeiten] Betrieb und Geschichte

Nach einer 1989 getroffenen Vereinbarung der am Projekt PBKA beteiligten Verkehrsminister sollte der Abschnitt Brüssel–Aachen im Jahr 1998 fertiggestellt werden.[5]

Im Herbst 2000 war die Linienführung der Strecke jedoch noch offen. Diskutiert wurde unter anderem eine Strecke entlang der Autobahn sowie eine Durchquerung des Bahnhofs Welkenraedt. Die SNCB wollten bis zum Jahresende für beide Trassen Bauanträge stellen. Anhand der Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsprüfungen sollte die Streckenführung anschließend festgelegt werden. Favorisiert wurde dabei die Autobahn-Variante.[6]

Anfang 2001 wurden die Vermessungsarbeiten abgeschlossen.[7] Der Bau der Strecke begann im gleichen Jahr.[8] Für den Tunnel der Strecke war dabei Mitte 2002 noch eine Länge von 6,2 km geplant gewesen; mit der Inbetriebnahme der Neubaustrecke wurde dabei für 2005 gerechnet.[4]

Bahnhof Liège-Guillemins, 2007

Die Strecke wurde bautechnisch zum 15. Dezember 2007 fertiggestellt. Da die ICE- und Thalys-Züge zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit der auf der Strecke installierten ETCS-Level-2-Signaltechnik ausgerüstet waren, verzögerte sich die kommerzielle Inbetriebnahme.

Erst seit Juni 2009 benutzen die ICE-Züge die Strecke, die Fahrtzeit zwischen Aachen und Lüttich beträgt damit nun 21 Minuten statt zuvor 47 Minuten, zwischen Köln und Brüssel eine Stunde und 43 Minuten. Der Thalys befährt die Strecke seit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2009, die Fahrzeit zwischen Köln und Paris hat sich hierdurch auf etwa drei Stunden und 13 Minuten verkürzt.[9] Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 250 km/h.

In Zusammenhang mit dem Streckenbau ist der Lütticher Bahnhof Liège-Guillemins nach Entwürfen des spanischen Architekten Santiago Calatrava umgebaut worden.

[Bearbeiten] Technik

Die Strecke ist durchgängig mit einem Schotteroberbau mit Monobloc-Betonschwellen und UIC-60-Schienen ausgerüstet.[4]

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: HSL 3 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b c Im ICE schneller nach Belgien. In: Eisenbahn-Revue International, 2009, Heft 8-9, S. 412.
  2. Eisenbahnatlas Deutschland 2007/2008. 6 Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2007, ISBN 978-3-89494-136-9.
  3. Informationen und Bilder zu den Tunneln der Strecke 2600 auf www.eisenbahn-tunnelportale.de
  4. a b c d Sven Andersen: Neu- und Ausbaustrecken für den Hochgeschwindigkeitsverkehr in Belgien. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 6/2002, ISSN 1421-2811, S. 278–281.
  5. Jahresrückblick 1989. In: Die Bahn informiert, ZDB-ID 2003143-9, Heft 1/1990, S. 12–15.
  6. Meldung Deutsch-belgische Trassenvarianten. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 11/2000, ISSN 1421-2811, S. 511.
  7. Meldung Baufortschritte an den belgischen Hochgeschwindigkeitsstrecken. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 4/2001, ISSN 1421-2811, S. 164 f.
  8. Meldung High-speed network completed. In: Modern Railways. Bd. 66, Nr. 731, 2009, ISSN 0026-8356, S. 86.
  9. ICE und TGV machen Tempo gegen die Flieger. In: Handelsblatt, 18. März 2008
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