HSL 4

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HSL 4
Strecke der HSL 4
Verlauf von HSL Zuid und HSL 4
Streckenlänge: 40 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 25 kV 50 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit: 300 km/h
Strecke – geradeaus
HSL Zuid
Grenze
54,5
35,9
Staatsgrenze NiederlandeBelgien
Bahnhof, Station
19,9 Noorderkempen
Brücke über Wasserlauf (groß)
E10-waterplas
Brücke (mittel)
N1
Brücke (mittel)
N11
Straßenbrücke
A12
Planfreie Kreuzung – unten
Strecke Antwerpen–Lage Zwaluwe
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
0,0
47,9
Y Luchtbal Strecke von Lage Zwaluwe
Bahnhof, Station
46,8 Antwerpen-Luchtbal
Brücke über Wasserlauf (groß)
Albert-Kanal
Brücke (mittel)
N1
Tunnel – Anfang
Nord-Süd-Verbindung Antwerpen
   
43,5 Antwerpen-Centraal
Tunnel – Ende
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Altstrecke von Antwerpen-Centraal
Haltepunkt, Haltestelle
Antwerpen-Berchem
Strecke – geradeaus
Strecke nach Brüssel

Die HSL 4, auch als Hogesnelheidslijn 4 bezeichnet, ist der belgische Teil der Eisenbahn-Schnellfahrstrecke Schiphol–Antwerpen die Amsterdam (Niederlande) und Antwerpen (Belgien) miteinander verbindet. Der niederländische Teil wird als HSL Zuid bezeichnet. Am 15. Juni 2009 wurde der reguläre Betrieb – auf einem Teilstück zwischen Noorderkempen und Antwerpen – aufgenommen.[1]

Verlauf[Bearbeiten]

Paris–Antwerpen[Bearbeiten]

Der französische Teil der Verbindung Paris–Amsterdam heißt LGV Nord und verläuft von Paris Gare du Nord über Lille nach Belgien. Dort heißt die Neubaustrecke HSL 1, die zum Bahnhof Brüssel Süd führt. Nördlich von Brüssel wird die bestehende Eisenbahnstrecke bis Antwerpen genutzt; dort wird ein neu gebauter Tunnelbahnhof unter dem Antwerpener Hauptbahnhof angefahren, damit die Züge nicht mehr im oberirdischen Kopfbahnhof wenden müssen, sondern die Stadt direkt unterqueren können (siehe Artikel zum Antwerpener Hauptbahnhof).

Antwerpen–Niederländische Grenze[Bearbeiten]

Nördlich von Antwerpen beginnt die Neubaustrecke HSL 4 und folgt der Autobahn E 19. An der niederländischen Grenze bei Hazeldonk geht sie in die HSL-Zuid über und führt weiter nach Rotterdam. Bei Brecht (Belgien) wurde der neue Fernverkehrsbahnhof Noorderkempen errichtet.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

1986 wurde bei einer Ministerkonferenz ein Grundsatzbeschluss zu einer Hochgeschwindigkeitsstrecke gefasst. 1996 wurde die HSL-Zuid als Großprojekt vom Parlament beschlossen und ein Abkommen mit Belgien über die Verlängerung erreicht.

Im Frühjahr 1999 stimmte die niederländische Regierung der Hochgeschwindigkeitsstrecke im Rahmen einer Public Private Partnership zu. Während die Regierung den Bau der Strecke in voller Höhe (acht Milliarden Gulden) finanzieren wollte, sollten private Partner für die Streckenausrüstung und die Instandhaltung aufkommen. Von dem Gewinner der Ausschreibung wurde eine Anschubfinanzierung in Höhe von rund 1,5 Milliarden Gulden erwartet.[2]

Im März 2000 begannen die Bauarbeiten.

Ende 2000 wurden die vier Bewerber für die Konzession bekannt gegeben:[3]

Am 11. Mai 2001 wurde in Den Haag eine Absichtserklärung zwischen dem niederländischen Ministerium für Verkehr und Infrastruktur sowie dem Infraspeed-Konsortium unterzeichnet. Für die Bereitstellung der Infrastruktur über einen Zeitraum von 30 Jahren (fünf Jahre Bau und 25 Jahre Instandhaltung) waren demnach leistungsabhängige Zahlungen von mehr als 2,5 Milliarden Euro vorgesehen. Es war der größte PPP-Auftrag, der bis dahin von der niederländischen Regierung vergeben wurde. Die Eröffnung des Abschnitts Rotterdam–Antwerpen war damals für Mitte 2005 vorgesehen.[4] Die Unterzeichnung eines Betriebsführungsvertrages für die Periode zwischen 2006 und 2020 war für 12. Oktober 2001 erwartet worden. Die Strecke sollte im Herbst 2006 in Betrieb gehen; ein stündliches Zugpaar sollte von Amsterdam bis Brüssel verkehren, die Hälfte dieser Züge weiter bis Paris. Weitere Schnellverkehrsrelationen sollten zwischen Den Haag und Brüssel sowie zwischen Breda und Brüssel eingerichtet werden.[5]

Im Frühjahr 2004 kündigten die SNCB an, aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit keinen Verkehr zwischen Antwerpen und Breda nach Fertigstellung der HSL Zuid anbieten zu wollen.[6]

Zahlreiche Schwierigkeiten, insbesondere mit dem ETCS-Zugsicherungssystem, führten zu mehrfachen Verzögerungen.[7]

Im Rahmen von Testfahrten stellte die Thalys-PBKA-Einheit 4305 mit 331 km/h am 26. Februar 2006 einen neuen Geschwindigkeitsrekord für Schienenfahrzeuge in den Niederlanden auf. Die Testfahrten mit dem Thalys hatten am 14. Februar begonnen.[8]

Am 29. Mai 2009 wurde der Fernverkehrsbahnhof Noorderkempen in Betrieb genommen, am 15. Juni der reguläre Betrieb von dort nach Antwerpen aufgenommen.[1]

Betrieb[Bearbeiten]

Der Regionalverkehr zwischen Noorderkempen und Antwerpen wird im Stundentakt gefahren. Eine Lokomotive der Baureihe 13 und vier Doppelstockwagen der Gattung M6 bilden den Zug.

Der Hochgeschwindigkeitszug Thalys, der Amsterdam mit Brüssel und Paris verbindet, befährt die Strecke seit Dezember 2009 in voller Länge, die maximale Geschwindigkeit beträgt 300 km/h. Seit 9. Dezember 2012 nutzen außerdem 10 Fyra-Züge die Strecke pro Tag und Richtung.

Technik[Bearbeiten]

Die Elektrizierung der Strecke wurde von den SNCF im Rahmen eines befristeten Technologietransfers unterstützt.[9]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Infrabel: Goejint Graphics N.V., Oostende 2009 (Originaltitel: HSL Hogeshnelheidslijn 300 km/u op het Belgische spoor), ISBN 9789081479226.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: HSL Zuid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Im ICE schneller nach Belgien. In: Eisenbahn-Revue International. 2009, Heft 8-9, S. 412
  2. Meldung PPP-Modell für niederländische Hochgeschwindigkeitsstrecke. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 5, Jahrgang 1999, ISSN 1421-2811, S. 211
  3. Meldung Präqualifikation für den niederländischen HGV. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 12/2000, ISSN 1421-2811, S. 548.
  4. Meldung Siemens an HSL Zuid beteiligt. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 8-9/2001, ISSN 1421-2811, S. 369.
  5. Meldung Vorentscheid für HSL-Zuid. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 11/2001, ISSN 1421-2811, S. 486.
  6. Meldung SNCB will HGV Antwerpen – Breda nicht betreiben. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 6/2004, ISSN 1421-2811, S. 272.
  7. Peter Badcock: Dutch wait for HSL South to bloom. In: International Railway Journal. 49. Jahrgang, Heft 2, Februar 2009, S. 16–19.
  8. Meldung 331 km/h auf der HSL-Zuid. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 4/2006, ISSN 1421-2811, S. 193.
  9. Aktuelles in Kürze. In: Eisenbahn-Revue International. Heft 10/1998, ISSN 1421-2811, S. 436.