Hațeg

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt Hațeg im Kreis Hunedoara (Rumänien). Für das gleichnamige Dorf im Kreis Constanța siehe Hațeg (Constanța).
Hațeg
Hatzeg/Hötzing
Hátszeg
Wappen von Hațeg
Hațeg (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Hunedoara
Koordinaten: 45° 37′ N, 22° 57′ O45.60888888888922.949722222222321Koordinaten: 45° 36′ 32″ N, 22° 56′ 59″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 321 m
Fläche: 61,56 km²
Einwohner: 9.685 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 157 Einwohner je km²
Postleitzahl: 335500
Telefonvorwahl: (+40) 02 54
Kfz-Kennzeichen: HD
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Stadt
Gliederung: 3 Gemarkungen/Katastralgemeinden: Nălațvad, Silvașu de Jos, Silvașu de Sus
Bürgermeister: Marcel Adrian Goia (PNL)
Postanschrift: Str. Libertații, nr. 6,
loc. Hațeg, jud. Hunedoara, RO–335500
Webpräsenz:

Hațeg (deutsch Hatzeg oder Hötzing, ungarisch Hátszeg) ist eine Kleinstadt im Kreis Hunedoara in Rumänien.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Hațeg liegt im Zentrum eines vom Fluss Strei (deutsch Strell) durchflossenen Talbeckens, das geomorphologisch den Namen Depresiunea Hațeg trägt, was der historischen Region Hatzeger Land (auch Wallenthal, rumänisch Țara Hațegului) entspricht. Im Osten der Stadt befindet sich das Șureanu-, im Süden das Retezat- und im Westen das Țarcu-Gebirge. Die Kreishauptstadt Deva liegt etwa 30 km nördlich von Hațeg entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Hațeg wurde 1276 in einer Urkunde des ungarischen Königs Béla IV. erstmals erwähnt. 1366 wurde es Verwaltungszentrum mit königlichem Hof und erhielt den Status einer Stadt, ab 1764 wird Hațeg Sitz einer Grenzkompanie die überwiegend aus rumänischen Soldaten bestand.[2] Bis 1918 gehörte sie zum Königreich Ungarn, zum Fürstentum Siebenbürgen bzw. zu Österreich-Ungarn. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges war die Stadt Sitz eines Stuhlbezirks im ungarischen Komitat Hunyad. Danach kam die Stadt – die schon seit mehreren Jahrhunderten vorwiegend von Rumänen bewohnt war – zu Rumänien. Die wichtigsten Wirtschaftszweige von Hațeg sind die Holzgewinnung, die Bierherstellung und die Erzeugung von Energie aus Wasserkraft.

Bevölkerung[Bearbeiten]

1850 waren auf dem Gebiet der heutigen Stadt 2.578 Einwohner registriert, von denen 1.194 in Hațeg, die übrigen 1.384 in den heute eingemeindeten Ortschaften lebten. 2.197 waren Rumänen, 174 Roma, 97 Ungarn und 59 Deutsche. Bei der – allerdings umstrittenen – Volkszählung im Jahr 1910 war die Einwohnerzahl auf 4.884 gestiegen, wovon sich 3.176 als Rumänen, 1.509 als Ungarn und 143 als Deutsche bezeichneten. In Hațeg selbst lebten damals 3.124 Personen. Bis 1992 war ein weiterer Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen (11.616). Bei der Volkszählung 2002 lebten in Hațeg 10.910 Personen, davon 9.710 in der eigentlichen Stadt und 1.200 in den Katastralgemeinden. 10.468 bezeichneten sich als Rumänen, 303 als Ungarn, 67 als Roma und 33 als Deutsche.[3]

Verkehr[Bearbeiten]

Hațeg liegt an der Bahnstrecke von Subcetate nach Caransebeș, die zwischen Subcetate und Băutar aktuell (2009) geschlossen ist. Die Stadt hat somit keinen Eisenbahnverkehr. Es bestehen regelmäßige Busverbindungen nach Petroșani und Hunedoara. Durch die Stadt führt die Europastraße 79.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Hațeg ist Namensgeber für den Flugsaurier Hatzegopteryx, dessen fossile Überreste 1978 in der Nähe der Stadt gefunden wurden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hațeg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien bei citypopulation.de
  2. Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft-Verlag, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2.
  3. Volkszählungen in Siebenbürgen 1850–2002 (ung.) (PDF; 1,1 MB)