Haag in Oberbayern

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Haag i.OB
Haag in Oberbayern
Deutschlandkarte, Position des Marktes Haag i.OB hervorgehoben
48.16666666666712.183333333333540Koordinaten: 48° 10′ N, 12° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Mühldorf am Inn
Höhe: 540 m ü. NHN
Fläche: 20,43 km²
Einwohner: 6249 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 306 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83527
Vorwahl: 08072
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 09 1 83 119
Marktgliederung: 31 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 7
83527 Haag i.OB
Webpräsenz: www.markt-haag.de
Bürgermeister: Sissi Schätz (SPD)
Lage des Marktes Haag i.OB im Landkreis Mühldorf am Inn
Mühldorfer Hart Zangberg Waldkraiburg Unterreit Taufkirchen (Landkreis Mühldorf am Inn) Schwindegg Schönberg (Oberbayern) Reichertsheim Rechtmehring Rattenkirchen Polling (bei Mühldorf am Inn) Obertaufkirchen Oberneukirchen (Oberbayern) Oberbergkirchen Niedertaufkirchen Niederbergkirchen Neumarkt-Sankt Veit Mühldorf am Inn Mettenheim (Bayern) Maitenbeth Lohkirchen Kraiburg am Inn Kirchdorf (bei Haag in Oberbayern) Jettenbach (Oberbayern) Heldenstein Haag in Oberbayern Gars am Inn Erharting Egglkofen Buchbach (Oberbayern) Aschau am Inn Ampfing Landkreis Landshut Landkreis Rottal-Inn Landkreis Rosenheim Landkreis Ebersberg Landkreis Altötting Landkreis Erding Landkreis TraunsteinKarte
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Haag in Oberbayern (amtlich: Haag i.OB) ist ein Markt im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn und an der Schnittstelle von B 12 und B 15 gelegen. Er hat als Zentrum des Haager Landes eine abwechslungsreiche und bewegte Vergangenheit.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Haag in Oberbayern liegt in der Region Südostoberbayern im Alpenvorland und bietet dank der erhöhten Lage einen umfassenden Ausblick auf die Kette der Bayerischen Alpen, welche im Süden den Horizont bestimmen. Eine landschaftliche Besonderheit ist der Toteiskessel im Osten der Gemeinde.[2] Haag befindet sich verkehrsgünstig rund 50 km östlich der Landeshauptstadt München, 15 km südlich von Dorfen, 21 km westlich von Waldkraiburg, 14 km nördlich von Wasserburg und 32 km von der Kreisstadt Mühldorf entfernt. Auf der B 15 sind es 48 km nach Landshut sowie 38 km nach Rosenheim. Die nächstgelegene Bahnstation befindet sich im 8 km entfernten Nachbarort Soyen an der Bahnstrecke Rosenheim-Mühldorf, welche von der Südostbayernbahn bedient wird.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Haag i.OB hat 31 amtlich benannte Ortsteile[3]:

Geschichte[Bearbeiten]

Blick auf Haag (im Vordergrund Berg, zu Kirchdorf gehörend)
Haag im 18. Jahrhundert (Stich von Michael Wening)
Ladislaus von Fraunberg, Graf zu Haag

Haag wurde erstmals um das Jahr 980 als Sitz des freien Herrengeschlechts „de Haga“ erwähnt. Im Jahr 1245 wurde Haag von Kaiser Friedrich II. an Sigfrid von Fraunberg übertragen. Gleichzeitig wurde der Grafschaft Haag die hohe Gerichtsbarkeit als Reichslehen bestätigt. Im Jahre 1324 erhielt die Grafschaft das Marktrecht für ihren Markt „zu dem Hage“ von Kaiser Ludwig IV. übertragen. Im 15. und 16. Jahrhundert wurden die Fraunberger von Reichslehensträgern über Reichsfreiherrn zu erblichen Reichsgrafen erhoben. 1566 nach dem Tod von Graf Ladislaus von Fraunberg-Haag wurde der bayrische Herzog 1567 mit Haag belehnt. Bis 1804 war Haag eine, wenngleich bayrisch dominierte, „Freie, den bayrischen Kurlanden nicht eingegliederte Reichsgrafschaft“.
siehe auch Burg Haag

1808 wurde Haag selbständige Pfarrei, 1813 wurden die ersten Bürgermeisterwahlen vorgenommen. 1831 wütete ein großer Brand in Haag. Im Jahre 1900 wurde die 1974 wieder stillgelegte Bahnstrecke Thann-Matzbach–Haag eröffnet. Mit der Gebietsreform wurde am 1. Januar 1970 das Amtsgericht Haag aufgelöst.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Haag erhielt am 1. April 1971 Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Rosenberg. Am 1. Juli 1971 kamen Teile von Allmannsau hinzu.[4] Der drei Kilometer entfernte Nachbarort Kirchdorf bei Haag gehörte früher zum Markt.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen des Ortes ist dem Wappen des Ortsadelsgeschlechts, der Grafschaft Haag, nachgebildet und zeigt den „Gurren von Haag“, den sogenannten Haager Schimmel auf rotem Grund. Es wird seit dem 18. Jahrhundert von der Gemeinde Haag geführt.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeisterin[Bearbeiten]

Bürgermeisterin ist Sissi Schätz (SPD).

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Haag hat 20 Mitglieder und setzt sich nach der Kommunalwahl 2014 wie folgt zusammen:

CSU 7 Sitze
Parteilose Wählergemeinschaft (PWG) 5 Sitze
SPD 3 Sitze
Freie Wähler Haag 3 Sitze
WFH 2 Sitze

Wirtschaft[Bearbeiten]

Haag hat eine auf Kleingewerbe und Handwerk basierende Wirtschaftsstruktur. Überregional bekannt sind das Milchwerk Jäger mit über 200 Mitarbeitern, welches auf Käseherstellung mit Schwerpunkt italienische Käsesorten spezialisiert ist, die Brauerei Unertl Weißbier und das Metallbauunternehmen Schletter.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Haag verfügt über eine Grund-/Hauptschule und eine Realschule; diese hat als erste Realschule in Bayern Schulkleidung verbindlich eingeführt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schlossturm der Burganlage Haag
  • Burganlage Haag mit großem Schlossturm mit vier Erkern
  • Löwenbrunnen, angelegt 1557
  • Bräuhaus mit gotischen Treppengiebel, um 1560
  • Zehentstadel, um 1538
  • Pfarrkirche, ehemals Spitalkirche von 1558
  • Spitalgebäude von 1588, später altes Rathaus
  • Spätere Bräuhausgebäude aus der Barockzeit, 1730–1732
  • Rambold-Haus in der Mühldorfer Straße
  • Rössler-Haus in der Kirchdorfer Straße
  • Friedhofskirche im Nazarenerstil, 1830

siehe auch Liste der Baudenkmäler in Haag in Oberbayern

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter von Haag[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Informationen zum Haager Toteiskessel
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20120104/130243&attr=OBJ&val=399
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 589.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Haag in Oberbayern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien