Haard

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel befasst sich mit dem nordrhein-westfälischen Waldgebiet Haard. Für den Ortsteil von Nüdlingen (Unterfranken, Bayern) siehe Haard (Nüdlingen). Für ähnliche Namen siehe Hardt (Begriffsklärung).

p1p5

Haard
Karte der Haard

Karte der Haard

Höchster Gipfel Stimberg (156,9 m ü. NN)
Lage Kreis Recklinghausen, Nordrhein-Westfalen
Teil der Halterner Berge, Westmünsterland
Einteilung nach Bundesanstalt für Landeskunde, BfN
Haard (Regionalverband Ruhr)
Haard
Koordinaten 51° 41′ N, 7° 13′ O51.6791666666677.2236111111111156.9Koordinaten: 51° 41′ N, 7° 13′ O

Die Haard ist eine etwa 55 km² große und bis 156,9 m ü. NN[1] hohe Hügellandschaft aus Sandstein im Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland (Nordrhein-Westfalen) im Norden des Kreises Recklinghausen.

Die Haard ist Untereinheit der naturräumlichen Haupteinheit Westmünsterland der Haupteinheitengruppe Westfälische Bucht. Sie wird zusammen mit den Einheiten Hohe Mark (mit Rekener Kuppen) (nordwestlich jenseits der Lippe) und Borkenberge (nordöstlich jenseits von Lippe und Stever) auch unter der Bezeichnung Halterner Berge zusammengefasst.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Haard, die einen Umfang von etwa 30 km hat und nahezu unbebaut ist, erstreckt sich am Nordrand des Ruhrgebiets im Kreis Recklinghausen, etwa neun Kilometer nordnordöstlich der Kreisstadt (je von Zentrum zu Zentrum) zwischen Haltern am See im Norden, Datteln im Osten, Oer-Erkenschwick im Süden sowie Marl im Westen. Sie liegt südöstlich des Waldgebiets Hohe Mark, südsüdwestlich der Borkenberge und östlich der A 43.[3]

Naturräumlich stößt sie im Westen an Teile der Dorstener Talweitung, im Norden und im nördlicheren Westen an Teile des Halterner Tals – beides ebenfalls Untereinheiten der Haupteinheit Westmünsterland, die insbesondere Hohe Mark und Borkenberge separieren. Im südlichen Osten und im Süden schließen sich Teile der Oer-Waltroper Flachwellen an, die zur südlich benachbarten Haupteinheit Emscherland gehören.[4]

Erhebungen[Bearbeiten]

Zu den Erhebungen der Haard gehören, sortiert nach Höhe:[1]

  • Stimberg (156,9 m; mit markanter Sandsteinfelsformation und ehemaligem militärischem Richtfunkturm) − nördlich von (Klein-)Erkenschwick
  • Rennberg (gut 138 m; mit Feuerwachturm) − südlich von Flaesheim
  • Farnberg (136,4 m; mit Feuerwachturm) − nordnordwestlich des Stimbergs
  • Küsberg (133,0 m) − äußerster Südosten, östlich des Stimbergs, im Gebiet des Stadtteils Rapen
  • Finkenberg (132,0 m) − südsüdwestlich von Flaesheim
  • Schlittenberg (127,4 m) − südliche Randhöhe, unmittelbar nördlich von Oer und innerhalb des Stadtteils
  • Weseler Berg (125,7 m) − etwa im Zentrum der Haard
  • Schwarzer Berg (123,9 m) − nordnordöstlich von Sinsen (Marl)
  • Dachsberg (122,6 m) − südlich von Flaesheim
  • Scharpenberg (113,3 m) − nordöstlich von Sinsen, unmittelbar westlich des Schwarzen Bergs
  • Hammerberg (105,4 m) − südsüdwestlich von Bossendorf
  • Kibitzberg (104,0 m; bis 2011 mit Feuerwachturm) − südlich von Bossendorf
  • Eggenberg (77 m) − südsüdöstlich von Bossendorf

Geologie[Bearbeiten]

Schwartensandstein

Die Haard entstand während der Eiszeit; näheres siehe Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland.

Am Stimberg gibt es Felsbänke aus Sand, bei dem eine Mischung von Kieselsäure und farbigen Eisenverbindungen zur Zementation führte, so dass er zum sogenannten Schwartensandstein geworden ist.

Im Tal, das nördlich an die Haard grenzt, fließt die Lippe entlang des Wesel-Datteln-Kanals nach Westen. Dort befinden sich auch die vom Lippe-Zufluss Stever durchflossenen Stillgewässer Halterner Stausee und Talsperre Hullern.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Wanderertreffpunkt: das Häuschen von Jans Boms Steen

Die gänzlich bewaldete Haard ist neben der benachbarten Hohen Mark das größte zusammenhängende Waldgebiet am Nordrand des Ruhrgebiets, das außerhalb der Besiedelung sonst aus Feldern, Wiesen und auch Mooren besteht.

Die Haard ist nahezu unbesiedelt. Es gibt lediglich die Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe, die sogenannte Haardklinik in Marl-Sinsen, zwei Wetterschächte der Deutschen Steinkohle AG, einen Sandgewinnungsbetrieb (Baggersee), einen Forsthof und mehrere Gaststätten.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Haard wird nur von einer größeren Verbindungsstraße, der Landesstraße 551, durchquert. Dagegen durchziehen sie zahlreiche Wander- und Reitwege.

Aussichtsmöglichkeiten[Bearbeiten]

Unter anderem auf dem Rennberg befindet sich einer von den drei Feuerwachtürmen der Haard, auf dem Scharpenberg ein weiterer, die auch für die Öffentlichkeit geöffnet sind. Bei guter Fernsicht ist von dort aus ein Panorama erkennbar, das vom Teutoburger Wald bis zum Niederrhein und von den Baumbergen bis ins Bergische Land und Sauerland reicht.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Bruno Oelmann, Rolf Sonderkamp: Auf krummen Touren durch die Haard. Der Haard-Führer. Klartext Verlag, Essen 2008, ISBN 9783898619967.
  •  Bruno Oelmann: Meine allerschönste Wanderfahrt. Chronik des Haardwaldes. Recklinghausen 2000, ISBN 3-921052-75-0.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)
  2. E. Meynen und J. Schmithüsen: Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands - Bundesanstalt für Landeskunde, 6. Lieferung Remagen 1959 (insgesamt 9 Lieferungen in 8 Büchern 1953-1962, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960)
  3. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise) - Kartendienst „Schutzgebiete“ macht die Grenzen der Haupteinheitengruppe („Naturräume“) und der Haupteinheiten sowie Gemeindegrenzen einblendbar, der etwas gröbere Kartendienst „Landschaften“ unterteilt die Naturräume noch etwas feiner.
  4. Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 95/96 – Kleve/Wesel (Wilhelm von Kürten 1977, Osten) – Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg