Haarsee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel beschreibt den Haarsee im Landkreis Weilheim-Schongau; weitere Seen dieses Namens sind unter Haarsee (Begriffsklärung) zu finden.
Haarsee
Haarsee mit Nordufer
Haarsee mit Nordufer
Geographische Lage Landkreis Weilheim-Schongau
Zuflüsse Grundwasser
Abfluss Hardtbach → Grünbach → Brunnenbach → AmmerAmperIsarDonauSchwarzes Meer
Größere Städte in der Nähe Weilheim in Oberbayern
Daten
Koordinaten 47° 48′ 38″ N, 11° 13′ 18″ O47.81055555555611.221666666667643Koordinaten: 47° 48′ 38″ N, 11° 13′ 18″ O
Haarsee (Bayern)
Haarsee
Höhe über Meeresspiegel 643 m
Fläche 6,47 hadep1f5
Maximale Tiefe 8,8 m[1]f10

Der Haarsee ist ein natürlicher See mit 6,47 Hektar Wasserfläche. Er liegt etwa sechs Kilometer südöstlich von Weilheim im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau und befindet sich im Besitz der Stadt Weilheim. Er ist ein beliebter Badesee für Bewohner der näheren Umgebung.

Geographie[Bearbeiten]

Der Haarsee liegt bei dem zu Weilheim gehörenden Ort Hirschberg am Haarsee. Er entstand als Toteissee nach der Würmeiszeit und ist Bestandteil des ebenfalls durch die Eiszeit geprägten Eberfinger Drumlinfeldes. Im Umkreis von 1000 Metern befinden sich mit der Mitterlache, dem Rothsee und dem Weiher Gumpenau weitere kleine Seen. Der Haarsee besitzt keine nennenswerten Zuflüsse, er wird im Wesentlichen durch Grundwasserzufluss gespeist. Im Nordosten des Sees hat der Hardtbach seinen Ursprung, dieser lässt das Wasser über weitere Bäche schließlich in die Ammer abfließen.

Der Nährstoffgehalt wird mit eutroph angegeben, die Badewasserqualität liegt in der höchsten Bewertungsstufe. Nur nach extremem Starkregen können vereinzelt Verunreinigungen aufgrund der landwirtschaftlichen Nutzung des Gebietes auftreten.

Der Haarsee mit seinem Uferbereich ist Bestandteil des Landschaftsschutzgebietes Hardtlandschaft und Eberfinger Drumlinfelder. Ferner gehört er im Rahmen der Europäischen Naturschutzgesetzgebung zum FFH-Gebiet Eberfinger Drumlinfelder mit Magnetsrieder Hardt und Bernrieder Filz. In den Verlandungszonen des Uferbereiches kommen folgende Pflanzenarten vor: Steife Segge, Sumpf-Helmkraut, Gewöhnlicher Gilbweiderich, Echtes Mädesüß, Gewöhnlicher Blutweiderich, Schilfrohr, Sumpf-Blutauge, Fieberklee, Kriech-Weide und der seltene Wasserschierling.[2]

Das Landratsamt als untere Naturschutzbehörde sieht am „Haarsee mit seinen Röhrichtzonen und Mooruferbereichen einen äußerst wertvollen Lebensraum für viele seltene und geschützte Tier- und Pflanzenarten“ und verfügte deswegen unter anderem ein Betretungsverbot von Mai bis September für einem Großteil des Uferbereiches.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name des Sees leitet sich von dem in der Gegend verbreiteten Flurnamen Hardt ab, was Wald bedeutet. Ein Hof am Haarsee ist bereits im Jahr 1349 belegt. Die Schwaige Haarsee war einer von sechs Schwaighöfen des Klosters Polling. Das Kloster nutzte den See, neben weiteren in der Nähe künstlich angelegten Weihern, zur Fischzucht.[4]

1908 floss der Name des Sees in die damals neue Ortsbezeichnung Hirschberg am Haarsee wieder mit ein. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der See als Badegewässer für das lokale Umfeld. Es wurde ein einfaches Strandbad mit Kiosk und Toilettenanlagen betrieben. Mitte der 1990er Jahre wurde der Strandbadbetrieb eingestellt, die Gebäude entfernt und das Seeufer renaturiert.[4] Als Badegewässer wurde er aber auch weiterhin genutzt.

Ein Teil des Ufers ist eingezäuntes Privatgelände, das zum über dem See liegenden Schloss Hirschberg am Haarsee gehört. Nachdem Schloss und See vom Bundesvermögensamt an eine Privatperson verkauft worden waren, vereinbarte die Stadt Weilheim im April 2004 mit dem neuen Eigentümer, dass der See weiterhin der Allgemeinheit kostenlos als Badesee zur Verfügung steht.[5]

Im Dezember 2012 wurde berichtet, dass die Stadt Weilheim, die sich bereits zuvor um den Unterhalt des Badegeländes kümmerte, den See kaufte.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Haarsee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verzeichnis der bayerischen Seen im Bayerischen Landesamt für Wasserwirtschaft von 1983
  2. http://www.haarsee.com/anlagen/anlage6.pdf
  3. http://www.haarsee.com/anlagen/anlage4.jpg
  4. a b Klaus Gast: Die Geschichte der „Schwaige Haarsee“ – ab 1908 „Hirschberg am Haarsee“. In: Lech-Isar-Land 2011. Heimatkundliches Jahrbuch, herausgegeben vom Heimatverband Lech-Isar-Land e.V., Weilheim i.Obb., 2011.
  5. www.merkur-online.de: Nachbarstreit am Haarsee: Petition gegen Gröbers Pläne
  6. www.merkur-online.de: Der Haarsee gehört jetzt den Weilheimern