Haba (Spielwarenhersteller)

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HABA ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zu weiteren Bedeutungen siehe Haba.
Habermaaß GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1938
Sitz Bad Rodach, Deutschland
Leitung Klaus Habermaaß,
Harald Grosch
Mitarbeiter ca. 1.165 (2013)[1]
Umsatz 94 Mio. € (2013)[1]
Branche Spielwaren, Möbel
Website www.haba.de
Der HABA-Stand bei den Internationalen Spieltagen Essen 2008

Die Habermaaß GmbH ist ein deutscher Spielwarenhersteller, ansässig in Bad Rodach, Landkreis Coburg in Oberfranken, Bayern. Das Unternehmen bietet eine Produktpalette von Holz- und Textilspielwaren, Brett- und Kartenspielen, Puzzles, Büchern, Möbeln und Kinderzimmer-Accessoires an. Das Unternehmen befindet sich in Familienbesitz – unter der Leitung des geschäftsführenden Gesellschafters Klaus Habermaaß und des Geschäftsführers Harald Grosch.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Kaufmann Eugen Habermaaß, 1901 in Tübingen geboren, gelangte über Neustadt bei Coburg, wo er in den 1930er Jahren als Prokurist bei dem Unternehmen O. & M. Hausser arbeitete, über Bayreuth, wo er Direktor der Bayerischen Ostmark Gilde e.G.m.b.H. war, 1938 nach Rodach bei Coburg.[2] Im April 1938 erwarb er dort von dem Fabrikanten Anton Engel für 25.000 RM die Hälfte der Firma „Anton Engel“, einer Fabrik für fein polierte Holzwaren. Noch im selben Monat wurde in der Folge von Habermaass und Engel mit dem Kaufmann Karl Wehrfritz die Großhandelsgesellschaft „Wehrfritz & Co.“ gegründet.

Karl Wehrfritz schied ein halbes Jahr später aus. Im Jahr 1940 zog sich Anton Engel aus dem Unternehmen zurück und dies wurde in die Kommanditgesellschaft „Habermaaß & Co.“ umfirmiert. Eugen Habermaaß war geschäftsführender Gesellschafter und seine Ehefrau Luise Mitgesellschafter. Im Zweiten Weltkrieg produzierte das Unternehmen für die Wehrmacht Transport- und Munitionskisten sowie hölzerne Modellfahrzeuge und Panzer für Ausbildungszwecke. Im Jahr 1945 wurde die Firma von der amerikanischen Militärregierung für ein Jahr unter Treuhandverwaltung gestellt.[3] Als Eugen Habermaaß 1955 unerwartet starb, übernahm seine Ehefrau die Geschäftsleitung. Zur gleichen Zeit beschloss der gemeinsame Sohn und spätere Geschäftsführer Klaus Habermaaß den Antritt einer Schreinerlehre. Nachdem er 1961 sein Ingenieurstudium abgeschlossen hatte, trat er aktiv in das Geschäftsleben des Unternehmens ein. In Folgejahren wuchs das Unternehmen stetig weiter.

Die kleine Manufaktur für Holzspielwaren trat ihre Entwicklung zum Marktführer dieses Sektors an und erweiterte seine Absatzmärkte. Der oberfränkische Spielwarenhersteller expandierte zunächst in die USA, wo 1980 die US-amerikanische Firma „Skaneateles Handicrafters” zunächst als Produktions- und Vertriebsstandort Teil der Habermaaß GmbH wird. In den Folgejahren zu „T.C. Timber“ umbenannt, erfolgte 2002 die endgültige Umfirmierung des Betriebs zu „HABA USA“. In der Zwischenzeit entstand unter dem Namen „HABA S.A.R.L“ eine französische Niederlassung in der Nähe von Paris (1993) und 2005 HABA UK als Standort in Großbritannien. 2011 folgte die Gründung einer Niederlassung in Hong Kong („HABA Asia“).

Um ihre Produktpalette zu erweitern, beschloss die aus den Unternehmen HABA und Wehrfritz bestehende Firmenfamilie 1987 die Gründung der Jako-o GmbH, eines Versandhandels für Kindermode, Spielwaren und Accessoires, der sich 2004 um die Vertriebsbereiche Fit-z! und Qiéro! erweiterte. Im Jahr 2013 hatte die Firmengruppe rund 2000 Mitarbeiter.[4] Der Gesamtumsatz betrug 354 Millionen Euro im Jahr 2012.[5]

Produkte[Bearbeiten]

Seit der Gründung der Firma ist die Verarbeitung von Holz, beispielsweise bei Holzspielwaren, ein Schwerpunkt der Produktion. Bekannt ist das Unternehmen durch seine Bausteine geworden, die bis zum heutigen Tag fester Bestandteil der Produktpalette sind. Eine Design-Abteilung hat über die Jahrzehnte hinweg das Sortiment deutlich erweitert. Neben (Zieh-) Figuren, Fahrzeugen, Greiflingen und diversen Kaufladen-Artikeln entwickelten die Designer ein ausbaubares Kugelbahnsystem für Kinder ab drei Jahren. Puppen und Stoffspielsachen, Teppiche, Kinderzimmer-Accessoires und Leuchten gehören auch zum Sortiment. Ergänzt wird die Produktpalette durch Geschenkartikel, Sandspielzeug sowie Back- und Eisformen für Kinderfeste.

Ab Mitte der 1980er Jahre begann HABA Brettspiele zu entwickeln. Aus einem Wettbewerb heraus entstand 1986 das bekannteste Spiel des Unternehmens, der „Obstgarten“. Seit 2001 entwickelt eine hauseigene Redaktion für Buch und Spiel Neuheiten in diesem Segment. Das Sortiment von HABA umfasst über 1500 Artikel, die in über 50 Ländern von 9500 Fachhändlern vertrieben werden.[6]

Firmenstandorte und Absatzgebiete[Bearbeiten]

Seit der Firmengründung im Jahr 1938 befindet sich der Produktionsstandort des Unternehmens im oberfränkischen Bad Rodach, wenige Kilometer entfernt von der Landesgrenze zu Thüringen. Von dort aus werden das Firmengeschehen und die Tätigkeiten aller Niederlassungen gelenkt und gesteuert. Vertriebsniederlassungen unterhält das Unternehmen in den USA, Frankreich, Asien, und Großbritannien. Heute ist das Unternehmen fest am europäischen und weltweiten Markt integriert – die Absatzgebiete der Firma reichen von Japan, über Russland, den nahen Osten und Europa bis hin nach Nord-, sowie Südamerika.

Qualität[Bearbeiten]

Die Spielwaren und Spielfiguren aus Holz werden laut eigenen Angaben überwiegend in Deutschland hergestellt. Geworben wird mit qualifiziertem Qualitätsmanagement, der Verwendung von hochwertigen Rohstoffen und Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft, sowie mit der Einhaltung der Normen für Spielzeugsicherheit.

Kritik[Bearbeiten]

2010 kam die Stiftung Warentest in einer großen Untersuchung der deutschen Spielehersteller zu dem Ergebnis, dass mehr als 80 % der getesteten Spielzeuge für unter Dreijährige mit gesundheitsgefährdenden Schadstoffen belastet waren. Auch die Haba Erkundungssteine seien deutlich mit zinnorganischen Verbindungen belastet.[7] Laut dem Wochenmagazin Der Spiegel hätten Kinder die Steine jedoch wie die Warentest-Prüfer schreddern müssen, um mit den Schadstoffen in Kontakt zu geraten.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Bundesanzeiger Abgerufen am 28. Mai 2014.
  2. Habermaaß GmbH (Hrsg.):75 Jahre Haba Firmenfamilie 1938 – 2013. S. 6
  3. Habermaaß GmbH (Hrsg.):75 Jahre Haba Firmenfamilie 1938 – 2013. S. 12
  4. Habermaaß GmbH (Hrsg.):75 Jahre Haba Firmenfamilie 1938 – 2013. S. 127
  5. Habermaaß GmbH (Hrsg.):75 Jahre Haba Firmenfamilie 1938 – 2013. S. 157
  6. http://www.haba.de/haba/hauptkategorie.htm?c=SSK_HABA&rk=Ueber_Haba
  7. Die Welt: Spielzeug fällt bei Stiftung Warentest durch, vom 21. Oktober 2010
  8. Der Spiegel: Teddybären unter Folter, vom 24. Oktober 2011