Habibullah Kalakâni

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Amir Habibullah Kalakâni (paschtunisch ‏حبیب الله کلکاني‎; persisch ‏حبیب‌الله کلکانی‎, DMG Ḥabību-llāh Kalakānī; * um 1890 in Kuh Daman, Afghanistan; † 1. November 1929 in Kabul, Afghanistan), von großen Teilen des Volkes auch abwertend Batscha-e Saqqao (Sohn eines Wasserträgers) genannt, war von Januar bis Oktober 1929 König von Afghanistan.

Der Tadschike Habibullah stammte aus der Region Kalakan nördlich von Kabul, und wuchs als Sohn eines Wasserträgers in sehr armen Verhältnissen auf. Er hatte keine Schulbildung und wurde, gemäß der dörflichen Traditionen, streng muslimisch erzogen. Zudem stand er unter dem Einfluss der fundamentalistischen Muslimbruderschaft. Er war Führer einer kleinen kriminellen Bande, welche mit Erpressung, Hehlerei und Entführungen Geld sammelte.

Die Bemühungen des Königs Amanullah Khan, sich dem Westen und insbesondere Deutschland und dem britischen Empire wirtschaftlich zu öffnen, führten zu zahlreichen Aufständen der Stämme. Der Höhepunkt dieser Revolten fand während der Auslandsreise des Königs im Jahre 1927 statt (auch als "Khost-Revolte" bekannt"). Als Anführer eines Aufstandes in Kalakan marschierte Habibullah Kalakani, mit massiver Hilfe und dem Beistand der Briten, am 17. Januar 1929 in Kabul ein und stürzte den Reformer und König Amanullah Khan und dessen Nachfolger Inayatullah Khan. Er brachte sofort die Scharia als Gesetzgebung und zugleich plünderten seine Anhänger in ihrem Einflussgebiet. Im Oktober 1929 wurde Habibullah selbst mit britischer Hilfe durch den späteren König Mohammed Nadir Shah gestürzt und flüchtete. Durch Wortbruch wurde er aus Kalakan nach Kabul gelockt, gefangengenommen und kurze Zeit später öffentlich hingerichtet.

Der afghanische Dichter Khalilullah Khalili widmete ihm später sein Werk „Ayyār-e az Ḫorāsān“ („Der Held aus Chorasan“), in dem Habibullah Kalakâni als aufrichtiger Held beschrieben und gefeiert wird.