Hacker-Pschorr

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Hacker-Pschorr Bräu GmbH
Hacker-Pschorr-Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1417
Sitz Muenchen Kleines Stadtwappen.svg München, Deutschland
Leitung Geschäftsführer:
  • Dr. Stefan Schmale
  • Andreas Steinfatt
Mitarbeiter ca. 800
Branche Brauerei
Website www.hacker-pschorr.de

Hacker-Pschorr war eine Brauerei in München und ist heute eine Marke der Paulaner Brauerei.

Geschichte[Bearbeiten]

Altes Hackerhaus, Sendlinger Straße, Ecke Hackenstraße

Sie wurde 1417 erstmals namentlich auf dem Anwesen an der Stelle der heutigen Gaststätte „Altes Hackerhaus“ in der Sendlinger Straße in München genannt. Die Münchner Bierchronik[1] zeigt eine Abbildung hierzu: „Die Wiege der Joseph Pschorr’schen Braustätte «zum Hackher» Sentlingergasse .. XM. Jahrhundert”. Weiter beschreibt man:[2] „Im Haggenviertel, an der heutigen Sendlinger- und Hackenstraße, stand Ende des 14. Jahrhunderts eine schon damals altbekannte Braustätte, der Bräu am Hag .. «Prew im Haggenviertel» zwei gekreuzte Hacken als Wahrzeichen” (wohl das Gewerbe des Besitzers, Hausnummern gab es damals nicht). Da sich unter den damaligen Hauptbesuchern der Bräuwirtschaft zahlreiche Zimmerleute befanden, vermutet der Autor aber eher zwei Beile oder Äxte, die auch älteste Zeichnungen der Schutzmarke aufweisen. Im Jahr 1783 erwarb „Bürger und Bierprau” Simon Hacker das Anwesen, welches später im Jahre 1793 Joseph Pschorr kaufte und bedeutend erweiterte.[3] Unter dem Ehepaar Joseph Pschorr und Maria Theresia Hacker wurde Hacker-Pschorr im 18. Jahrhundert zur führenden Münchner Großbrauerei.[4] Nach deren Tod fiel das Erbe an die Söhne Georg (Brauerei zum Pschorr) und Matthias (Hacker-Brauerei, „zum Hacker”[5]). Erst 1972 verschmolzen die Brauereien Hacker und Pschorr wieder zur Hacker-Pschorr Bräu AG, die später von der Schörghuber Unternehmensgruppe erworben wurde.

Ab 1993 wurden auf dem ehemaligen Gelände des Hacker-Pschorr-Sudhauses an der Hackerbrücke die Pschorr Höfe (u.a. auch der Bürokomplex des Europäischen Patentamtes) errichtet. Die Brauanlagen wurden mit denen der Paulaner Brauerei zusammengelegt. Seit 1998 wird das Bier nur noch in den Anlagen der Paulaner Brauerei hergestellt.

Heute ist die Hacker-Pschorr Bräu GmbH Teil des Paulaner-Verbunds und gehört der BHI (Brau Holding International), die ein Joint Venture zwischen der Schörghuber Unternehmensgruppe (50,1 %) und der niederländischen Heineken N.V. (49,9 %) ist.

Seit Anfang 2007 wurden alle Flaschen auf Bügelverschluss-Flaschen umgestellt. Die Entwicklung wurde 2014 vollendet, als die 0,33 Liter Flasche auf den Markt kam.

Sortiment[Bearbeiten]

Hacker-Pschorr Hefe Weisse
Hacker-Pschorr Münchner Hell
Hacker-Pschorr Animator (Doppelbock) und Bierkrug

Hacker-Pschorr stellt 16 verschiedene Biere her, von denen einige nur saisonal gebraut und vertrieben werden

  • Münchner Hell
  • Münchener Gold
  • Münchner Alkoholfrei - Naturtrübes Helles
  • Braumeister Pils
  • Münchner Dunkel
  • Münchner Alt
  • Münchner Radler
  • Oktoberfest Märzen
  • Oktoberfestbier
  • Anno 1417 Naturtrübes Kellerbier
  • Animator: Naturtrüber Doppelbock mit 8,1 Prozent Alkohol und 19,3 Prozent Stammwürze
  • Superior
  • Hefe Weisse
  • Dunkle Weisse
  • Leichte Weisse
  • Sternweisse

Oktoberfest[Bearbeiten]

Brauereiwagen beim Oktoberfest-Trachtenzug 2006

Die Brauerei Hacker-Pschorr beliefert von den großen Festzelten das Hacker-Festzelt und das Bräurosl sowie auf der Oidn Wiesn das Herzkasperl-Festzelt.[6] Während das Bier in den beiden erstgenannten aus einem zentralen Tank durch Rohre an die Schänken verteilt wird[7][8], kommen im Herzkasperlzelt traditionelle Holzfässer zum Einsatz.[9]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ingrid Haslinger: Kunde – Kaiser. Die Geschichte der ehemaligen k. u. k. Hoflieferanten. Schroll, Wien 1996, ISBN 3-85202-129-4.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pschorrbräu München, Die Münchener Bierchronik S.83, Sailer, Josef Benno, München 1929, BSB-MDZ/Digitale Bibliothek.
  2. Actiengesellschaft Hackerbräu München, Die Münchener Bierchronik S.55, Sailer, Josef Benno, München 1929, BSB-MDZ/Digitale Bibliothek.
  3. Die Hackerbrauerei, Münchener Bier-Chronik S.3, 1904, München, BSB-MDZ/Digitale Bibliothek.
  4. Fakten auf der Website der Hacker-Pschorr-Brauerei. Abgerufen am 17. Oktober 2012.
  5. Lagerbierkellereinsturz der Brauerei von Matthias Pschorrr „zum Hacker” am 3. Dezember 1872, in der Wiener Zeitung vom 10. Dezember 1872, ÖNB.
  6. Auf der Wiesn auf der Website der Hacker-Pschorr-Brauerei. Abgerufen am 17. Oktober 2012.
  7. Bräurosl auf der Wiesn, Wiesnkini. Abgerufen am 15. Januar 2014.
  8. Hacker-Festzelt auf der Wiesn, Wiesnkini. Abgerufen am 15. Januar 2014.
  9. Herzkasperl-Festzelt auf der Wiesn, Wiesnkini. Abgerufen am 15. Januar 2014.

48.12217777777811.582733333333Koordinaten: 48° 7′ 20″ N, 11° 34′ 58″ O