Hadžići

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Hadžići
Хаџићи

Wappen von Hadžići

Hadžići (Bosnien und Herzegowina)
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Basisdaten
Staat: Bosnien und Herzegowina
Entität: Föderation
Kanton: Sarajevo
Koordinaten: 43° 49′ N, 18° 13′ O43.82361111111118.22111111111190Koordinaten: 43° 49′ 25″ N, 18° 13′ 16″ O
Höhe: 90 m. i. J.
Fläche: 273 km²
Einwohner: 24.979 (2013)
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: +387 (0) 33
Postleitzahl: 71240
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Gemeinde
Bürgermeister: Hamdo Ejubović (SDA)
Postanschrift: Hadželi 114
71240 Hadžići
Webpräsenz:

Hadžići (serbisch-kyrillisch Хаџићи) ist eine Gemeinde im Südwesten Sarajevos in Bosnien und Herzegowina.

Bombardierung durch die NATO mit Uranmunition[Bearbeiten]

Im Bosnienkrieg wurde die Stadt Anfang September 1995 von der NATO bombardiert, da sich dort ein Waffendepot der Vojska Republike Srpske befand. Dabei gingen auf Hadžići und die Gegend von Han Pijesak über 3 Tonnen Uranmunition nieder. Nachdem die serbische Armee in der Stadt 3000fach erhöhte radioaktive Werte feststellte, wurde die Bevölkerung - etwa 7.000 Personen - nach Bratunac evakuiert. Durch den Einsatz abgereicherten Urans kamen nach dem Krieg viele der ehemaligen Einwohner an Folgeschäden ums Leben, die Zahlen sind je nach Quelle unterschiedlich. Frieder Wagner geht in seinem Film Deadly Dust von 1.112 Toten durch Krebserkrankungen bis Ende 2000 aus, während Svetlana Jovanović, Ärztin im Gesundheitszentrum von Hadžići, die Zahl von 650 Toten von Ende 1995 bis Mitte 2004 nennt, von denen 40 an Krebs oder Leukämie starben. Dr. Slavko Zdale, Arzt und Wissenschaftler, konstatierte ein fünf- bis sechsfache Erhöhung von Leukämieerkrankungen in der Region im Vergleich zur Zeit vor dem Jugoslawienkrieg. Die UNEP stritt im Jahr 2002 jegliche Gesundheitsgefährdung durch abgereichertes Uran ab. Deutsche Soldaten haben nach Auskunft der SFOR im 1995 beschossenen Komplex eine geringere Strahlung festgestellt, als sie normalerweise im Erdreich vorkommt. [1][2][3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ingo Schuler, Eleonora Hoff, Judith Funke, Ines Abraham: Depleted uranium: der schleichende Tod nach den US-Bomben
  2. Alix Kroeger: Depleted uranium: Bosnia tests start, BBC news vom 25. Januar 2001, abgerufen am 16. Dezember 2010
  3. NATO sieht keine Krebsgefahr durch Uran-Geschosse, Handelsblatt online vom 16. Januar 2001, abgerufen am 16. Dezember 2010