Hadrocodium

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Hadrocodium
Zeitliches Auftreten
Jura, (Sinemurium)
195 Mio. Jahre
Fundorte
Systematik
Synapsiden (Synapsida)
Therapsiden (Therapsida)
Cynodontia
Eucynodontia
Mammaliaformes
Hadrocodium
Wissenschaftlicher Name
Hadrocodium
Luo, Crompton & Sun, 2001

Hadrocodium wui wird als der älteste bekannte Vertreter der Säugetiere (Mammalia) angesehen. Der Schädel des Tieres war gerade einmal zwölf Millimeter lang. Es lebte im Erdzeitalter des Jura, das bisher nur als die erste Blütezeit der großen Dinosaurier bekannt war. Das Fossil selbst wurde bereits 1985 in der Lower Lufeng-Formation in der Volksrepublik China gefunden. In jahrelanger Feinarbeit wurde der Schädel des Tieres freipräpariert, bevor er untersucht werden konnte. Aus diesem Grund wurde die besondere Stellung des Tieres im System der Säugetiere erst im Jahr 2001 der Öffentlichkeit präsentiert.

Während der Unterkiefer bei reptilienartigen Vorfahren der Säugetiere über ein primäres Kiefergelenk bestehend aus den Knochen Quadratum und Articulare mit dem Schädel verbunden ist, tritt an deren Stelle bei den Säugern ein neues Gelenk. Dieses wird gebildet aus dem Unterkieferknochen (Dentale) und dem Schuppenbein (Squamosum). Die ehemaligen Kiefergelenksknochen erhalten eine vollkommen neue Funktion: Sie werden zu den Gehörknöchelchen Hammer (Malleus) und Amboss (Incus), die noch immer gelenkig verbunden sind. Dieser Zustand, also ein sekundäres Kiefergelenk und drei Gehörknöchelchen, konnte auch bei Hadrocodium wui festgestellt werden, etwa 40 Millionen Jahre früher als bisher vermutet.

Man nimmt eine allmähliche Trennung der Mittelohrknochen vom Kiefer an. Dafür sprechen andere Fossilien wie die ebenfalls in China gefundenen Schädel des Sinoconodon und des Morganuconodon. Diese besaßen zwar bereits ein sekundäres Kiefergelenk, Hammer und Amboss sind jedoch noch mit diesem verbunden. Der letzte Schritt der Trennung zwischen Kiefer und Mittelohr hängt laut Zhe-Xi Luo vom Carnegie Museum of Natural History mit der Vergrößerung des Gehirns zusammen. Durch die Ausdehnung des Hirnschädels wurde das Mittelohr wahrscheinlich vom Kiefer weggeschoben.

Ebenfalls aus der Fundregion China stammen diverse Skelette und andere Fossilien von gefiederten Dinosauriern, die ein großes Medienecho und ein entsprechendes wissenschaftliches Interesse erregt haben.

Literatur[Bearbeiten]

  • Zhe-Xi Luo, Alfred W. Crompton, Ai-Lin Sun: A new mammaliaform from the Early Jurassic and evolution of mammalian characteristics. In: Science. 292, 2001, S. 1535–1540.

Weblinks[Bearbeiten]