Guajak-Test

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Der Guajakbasierte Stuhlbluttest (auch als Guaiac-based fecal occult blood testing oder FOBT bezeichnet) oder kurz Guajak-Test (modifizierte Methode nach Greegor;[1] Produktnamen sind z. B. Haemoccult, hemo CARE oder hemo FEC) dient zum biochemischen Nachweis von mit bloßem Auge (makroskopisch) nicht sichtbarem (okkultem) Blut im Stuhl. Dieses kann bei einem kolorektalen Karzinom auftreten, der Test dient daher dem Screening dieser Erkrankung.[2]

Testprinzip und Durchführung[Bearbeiten]

Jeweils zwei kleine Stuhlproben von drei aufeinanderfolgenden Stuhlgängen werden auf mit Guajakharz imprägnierte Filterpapiere gestrichen und anschließend mit Wasserstoffperoxid-Lösung betropft. Bei Anwesenheit von Blut im Stuhl kommt es zur Blaufärbung des Teststreifens aufgrund der Pseudoperoxidasewirkung des Häm-Restes im Hämoglobin: Mit Hilfe der Peroxidase oxidiert das Wasserstoffperoxid Guajakonsäure im Guajakharz zu Guajakblau. Der Test gilt als positiv, wenn mindestens eines der Testfelder nach Entwicklung eine Blaufärbung zeigt.[3]

Bewertung und Alternativen[Bearbeiten]

Die Empfindlichkeit (Sensitivität) des Testes für Kolonkarzinome beträgt nur etwa 20 bis 40 %[4][5] und ist für Adenome als Vorstufe noch geringer. Trotzdem lassen sich durch wiederholte Tests in regelmäßigen Abständen 90 % der Tumoren entdecken und die Sterblichkeitsrate an Darmkrebs (kolorektales Karzinom) um etwa 20 % senken.[2] Einem positivem Test folgt eine Darmspiegelung (Koloskopie) zur Abklärung.[6]

Falsch-positive Ergebnisse können durch Verzehr von rohem Fleisch (Myoglobin) oder Peroxidase-haltigem Gemüse (z.B. Blumenkohl, Rettich, Tomaten, Broccoli), durch Mikroblutungen im oberen Gastrointestinaltrakt unter Einnahme von ASS oder anderen NSAR, sowie durch Zahnfleisch-, Nasen-, Hämorrhoidalblutungen auftreten. Falsch-negative Ergebnisse können durch orale Gabe von Vitamin C (Ascorbinsäure) oder den Verzehr von Vitamin C-reichem Obst verursacht werden.[7]

Die Einnahme von Eisenpräparaten hat bei den heutigen Tests keinen Einfluss auf das Ergebnis. Die hierdurch bedingte Schwarzfärbung des Stuhls kann allerdings eine gastrointestinale Blutung (im Sinne von Teerstuhl) vortäuschen.

Alternative Verfahren sind der Haematoporphyrin-Test und immunochemische Tests, die Sensitivitäten von 60 bis 90 % aufweisen und recht spezifisch sind. Goldstandard der Tumordiagnostik des Darms ist die Koloskopie bei der über 95 % der Tumoren entdeckt werden.[2] Da diese Verfahren teurer und teilweise invasiver und aufwändiger (Koloskopie) sind, spielen die Stuhltests nach dem Gujak-Prinzip nach wie vor eine wichtige Rolle bei der Darmkrebsfrüherkennung.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  David H. Greegor, Jr.: Occult blood testing for detection of asymptomatic colon cancer. In: Cancer. Bd. 28, Nr. 1, 1971, ISSN 1097-0142, S. 131–134, doi:10.1002/1097-0142(197107)28:1<131::AID-CNCR2820280125>3.0.CO;2-I, PMID 5110619.
  2. a b c  Ramona M. McLoughlin, Colm Antoine O’Morain: Colorectal cancer screening. In: World Journal of Gastroenterology. Bd. 12, Nr. 42, 2006, ISSN 1007-9327, S. 6747–6750, doi:10.3748/wjg.v12.i42.6747, PMID 17106920 (online; PDF).
  3. Hemoccult® SENSA® Test – Beckman Coulter GmbH. Präparateinformationen. In: Gelbe Liste Pharmindex. Medizinische Medien, 15. Februar 2014, abgerufen am 1. März 2014.
  4.  James E. Allison, Irene S. Tekawa, Laura J. Ransom, Alyn L. Adrain: A Comparison of Fecal Occult-Blood Tests for Colorectal-Cancer Screening. In: The New England Journal of Medicine. Bd. 334, Nr. 3, 1996, S. 155–159, doi:10.1056/NEJM199601183340304, PMID 8531970.
  5.  David A. Lieberman, David G. Weiss u. a. (Veterans Affairs Cooperative Study Group 380): One-Time Screening for Colorectal Cancer with Combined Fecal Occult-Blood Testing and Examination of the Distal Colon. In: The New England Journal of Medicine. Bd. 345, Nr. 8, 2001, S. 555–560, doi:10.1056/NEJMoa010328, PMID 11529208.
  6.  Sidney J. Winawer u. a.: Colorectal cancer screening. Clinical guidelines and rationale. In: Gastroenterology. Bd. 112, Nr. 2, 1997, ISSN 0016-5085, S. 594–642, doi:10.1053/gast.1997.v112.agast970594, PMID 9322544 (PDF).
  7. [1],[2]
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