Hafen Dortmund

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dortmunder Hafen mit Hafenamt während des Hafenfestes 2004
Containerterminal
Containerhafen mit Hafenamt in Hintergrund
Altes Hafenamt Dortmund

Der Hafen Dortmund ist ein Binnenhafen im Stadtbezirk Innenstadt-Nord der Stadt Dortmund. Der Hafen ist auch Namensgeber eines der drei statistischen Bezirke im Stadtbezirk Innenstadt-Nord.

Geschichte und Gegenwart[Bearbeiten]

Die Errichtung des Dortmunder Hafens am Dortmund-Ems-Kanal begann 1895. 1899 wurde der Hafen durch Kaiser Wilhelm II. eröffnet. In den 1920er und 30er Jahren wurde der vorwiegend zum Umschlag von Getreide, Kohle und Erz dienende Hafen ausgebaut. Es wurden weitere Hafenbecken angelegt und die Verwaltungsinfrastruktur (Altes Hafenamt Dortmund) erweitert. Heute besitzt der Dortmunder Hafen als größter Kanalhafen Europas 10 Hafenbecken mit einer Uferlänge von 11 km.

Seine größte wirtschaftliche Bedeutung erlangte der Hafen nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Jahre 1972 wurden hier 6,2 Mio. Tonnen Fracht umgeschlagen. Auch die Fertigstellung eines Containerhafens 1987 konnte den deutlichen Rückgang der umgeschlagenen Tonnage, hervorgerufen durch die Stilllegung von Kohle- und Stahlindustrie in Dortmund, jedoch nicht aufhalten. Noch 1997 wurden hier 2,6 Millionen Tonnen Eisenerz angelandet, heute ist diese Warengruppe völlig aus dem Dortmunder Hafen verschwunden.

Heute ist der ehemalige "Wasserbahnhof der Montanindustrie" zu einem Logistik- und Industriegebiet von hoher internationaler Bedeutung geworden. Der Umschlag von Eisenerz und Kohle gehört der Vergangenheit an, heute stellt der Dortmunder Hafen, neben anderen Standorten, die Versorgungssicherheit der Rhein-Ruhr-Region mit ihren über 5 Millionen Einwohnern sicher.

Fracht[Bearbeiten]

2007 wurden im Dortmunder Hafen 3,2 Mio Tonnen Fracht umgeschlagen. Dies bedeutet gegenüber 2006 eine Steigerung um 7,1 Prozent. Diese Steigerung ist vor allem ein Erfolg des Containerterminals Dortmund „CTD“, der zunehmend genutzt wird. Im Jahre 2007 wurden in Dortmund Container mit einer Tonnage von 701.000 Tonnen umgeschlagen. Im Januar 2009 wurde die dritte Containerbrücke durch die Container Terminal Dortmund GmbH im Hafen in Betrieb genommen.

Der Umschlag nach Warengruppen stellte sich wie folgt dar:

Warengruppe Tonnage 2005 Tonnage 2006 Tonnage 2007 Tonnage 2008 Tonnage 2009 Tonnage 2010 Tonnage 2011
Baustoffe 982.000 t 934.000 t 990.000 t 776.000 t 649.000 t 690.000 t 540.200 t
Mineralöle 621.100 t 647.000 t 538.000 t 570.000 t 571.000 t 630.000 t 566.000 t
Eisen und Stahl 294.400 t 334.000 t 401.000 t 355.000 t 152.000 t 147.000 t 256.000 t
Schrott 219.800 t 216.000 t 231.000 t 271.000 t 189.000 t 160.000 t 219.000 t
Kohle- und Koks 148.000 t 272.000 t 166.000 t 170.000 t 88.200 t 81.000 t 100.100 t
Andere Warengruppen 442.600 t 557.000 t 701.000 t 796.000 t 767.700 t 810.500 t 864.300 t
Summe 2.707.900 t 2.960.000 t 3.027.000 t 2.938.000 t 2.416.900 t 2.518.500 t 2.545.600 t

Quelle: Dortmunder Hafen AG

Aufgrund der steigenden Tonnagezahlen der "Anderen Warengruppen", die den Containerumschlag beinhalten (umgeschlagene Tonnage des Containerterminals 2011: 850.500 t), und der Eröffnung des Ikea-Europalagers in unmittelbarer Nähe des Hafens wird zur Zeit ein weiteres Terminal projektiert.

Die Lokalpolitik denkt außerdem verstärkt über eine Umnutzung des Hafens nach. Geplant sind der Bau einer Marina sowie die Errichtung von hochwertigen Freizeit- und Wohnflächen am Wasser. Gegen die Einrichtung einer Marina richtet sich jedoch nicht nur der Wunsch nach Erhaltung des Industriestandorts, sondern auch Bedenken des Bundesleistungszentrums Rudern in Dortmund. Mit der Errichtung und Erweiterung der Hafengastronomie „Solendo“ seit dem Sommer 2005 zeigen sich dennoch erste Umnutzungstendenzen im Stil des Duisburger Innenhafens. Im Jahre 2012 schlossen sich jedoch die Türen des „Solendo“, wodurch sich die Hafengastronomie nun noch aus dem Lokal „Hafenliebe“ und dem Clubschiff „Herr Walter“ zusammensetzt.

Wohnflächen gab es bereits einmal mitten im Hafengelände und zwar mit der Unionvorstadt, eine ehemalige, seit über 60 Jahren nicht mehr existente Werkssiedlung.

Baudenkmal Altes Hafenamt[Bearbeiten]

→ Hauptartikel: Altes Hafenamt Dortmund

Zur Einweihung des Dortmunder Hafens am 11. August 1899 durch Kaiser Wilhelm II. wurde im Hafen das Alte Hafenamt errichtet. Nach Entwürfen von Stadtbaurat Friedrich Kullrich wurde auf einem sechseckigen Grundriss ein zweigeschossiger Bau mit großem Frontturm erbaut, der nicht zufällig an einen Leuchtturm erinnert. Diese Assoziation wird neben der äußeren Form durch einen Umgang um den Turmkern verstärkt. Im Turm richtete man ein „Kaiserzimmer“ ein, dessen Außenbrüstung die von Delphinen getragenen Wappen der Städte Dortmund und Emden zeigt.

Die ursprünglich als Turmbekrönung angebrachte Eisengitterkonstruktion wurde um 1930 wegen Baufälligkeit abgetragen und erst 1986 durch eine Rekonstruktion aus feuerverzinktem Stahl ersetzt, nachdem das Innere des Gebäudes bereits 1982-1983 wieder hergerichtet worden war. Die Kugel auf der Turmspitze ist als Zeitball zu verstehen, die Spitze dient als Fahnenmast. 1986 wurde neben der Turmbekrönung auch der gesamte Außenbau restauriert.

Bis 1962 war das Alte Hafenamt Sitz der Dortmunder Hafen AG. Das Gebäude wird 2007 von der Wasserschutzpolizei und für eine Ausstellung zum Thema Hafen und Schifffahrt genutzt.

Das Alte Hafenamt liegt am Sunderweg im Übergang zur Kanalstraße. Die zentrale Lage im Zentrum des Kanalhafens wird weiterhin dadurch betont, dass die Brücke über den Stadthafen direkt auf den Turm zuläuft und die Fahrbahn erst kurz vor dem Gebäude nach Westen ausschert. Durch den erhöhten Bauplatz ist das nachts angestrahlte Gebäude weithin sichtbar.

Das Alte Hafenamt, dessen Abriss in den 1950er Jahren bereits geplant war, ist heute eins der Wahrzeichen der Dortmunder Nordstadt und ebenso wie der Dortmunder Hafen ein Teil der Route der Industriekultur.

Hafen und Kanal als Sport- und Freizeitrevier[Bearbeiten]

Neben der bereits genannten Hafengastronomie und dem Bundesleistungszentrum Rudern nutzen verschiedene Schulen und Vereine den Kanal als Bootsrevier. Zu nennen sind hier etwa der Ruderclub Hansa und der Ruderclub Germania sowie die Kanuabteilung des Freien Sportvereins von 1898 FS-98. Ausgehend vom Hafen erstreckt sich entlang des Kanals der Dortmund-Ems-Kanal Radweg in Richtung Waltrop und weiter ins Münsterland. Die Kanalufer werden im Sommer zunehmend von Badenden und zum Grillen genutzt.

Quellen und Anmerkungen[Bearbeiten]

 Iserloh, Ute S.: Der Dortmunder Hafen - Europas größter Kanalhafen. 1. Auflage. J. P. Bachem Verlag, Köln 2005, ISBN 3761619103, S. 47.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Port of Dortmund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

51.5258333333337.4427777777778Koordinaten: 51° 31′ 33″ N, 7° 26′ 34″ O