Hafning bei Trofaiach

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Hafning bei Trofaiach (Dorf)
Ortschaft Hafning
Katastralgemeinde Hafning
Hafning bei Trofaiach (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Leoben (LE), Steiermark
Gerichtsbezirk Leoben
Pol. Gemeinde Trofaiach
Koordinaten 47° 26′ 18″ N, 15° 0′ 0″ O47.43824914.999867685Koordinaten: 47° 26′ 18″ N, 15° 0′ 0″ O
Höhe 685 m ü. A.
Einwohner d. Ortsch. 608 (2001)
Gebäudestand 202 (2001)
Fläche d. KG 8,03 km²
Postleitzahl 8793 Trofaiachf0
Vorwahl +43/03847f1
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 15647
Katastralgemeindenummer 60311
Zählsprengel/ -bezirk Hafning bei Trofaiach (61120 010)
Ehemalige Gemeinde bis 2013
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk

Hafning bei Trofaiach ist ein Stadtteil, Ortschaft und Katastralgemeinde der Gemeinde Trofaiach im Bezirk Leoben der Steiermark.

Per 1. Jänner 2013 wurde die ehemalige Gemeinde mit Trofaiach zusammengeschlossen.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Hafning liegt im Vordernbergertal zwischen Trofaiach und Vordernberg an der steirischen Eisenstraße. Es befindet sich im Norden der Talsenke des Trofaiacher Beckens. Bei Hafning zweigt das Seitental Krumpen nach Nordwesten ab.

Die Ortschaft hat etwa 200 Gebäude mit etwa 600 Einwohnern, davon der Großteil direkt im Dorf und dem seit 1945 entstandenen neueren Wohngebiet Sonndorf am Westhang (linke Talseite). Zur Ortschaft und Katastralgemeinde Hafning gehören auch die zerstreuten Häuser In der Loiben und Trattning taleinwärts und heute als Wochenendhäuser genutzte ehemaligen Bauernhöfe, wie zum Beispiel Schwaberger oberhalb von Sonndorf, sowie die Kälberalm und Einzellagen Weißenberg und Silbersberg links oberhalb der Loiben und Trattning. Das Katastralgebiet umfasst 803,07 Hektar, außer dem Talgrund durchwegs Bergland an beiden Talseiten.

Nachbarorte, -ortschaften und -katastralgemeinden
Krumpen (O) Vordernberg (O, KG u. Gem.)

In der Loiben

Nachbargemeinden Rötz (O)
Gladenhof (O. Grumpen) Trofaiach (O u. KG) Sonndorf

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ortsname kommt vom althochdeutschen Wort havanari, was ‚Töpfer‘ oder ‚Hafner‘ bedeutet, und auf die Tätigkeit der ursprünglichen Siedler hinweist. Erhärtet wird diese Deutung des Ortsnamens durch die Ausgrabung einer frühzeitigen Hafnersiedlung nördlich des heutigen Bahnhofes, die von Historikern auf eine Zeit vor 1200 datiert wird. Der Ortsname wäre also – anders als manche slawischstämmigen Namen des Raumes – ein echter -ing-Name im Sinne ‚Siedlung des/der …‘.

Gemeinde Hafning[Bearbeiten]

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Hafning bei Trofaiach (ehemalige Gemeinde)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Leoben (LE), Steiermark
Gerichtsbezirk Leoben
Pol. Gemeinde Hafning bei Trofaiach  (KG Hafning, Krumpen, Laintal, Rötz, Treffning)
Ortschaft Hafning, Krumpen, Laintal, Rötz, Treffning
Koordinaten 47° 27′ N, 15° 0′ O47.44416666666714.998611111111685
Höhe 685 m ü. A.
Einwohner d. stat. Einh. 1613 (1. Jänner 2012)
Gebäudestand 628 (2001) f2
Fläche 76,34 km²
Postleitzahlenf0 8793, 8794f1f0
Vorwahl +43/03847f1
Adresse Schwabergweg 7
8793 Hafning bei Trofaiach
Offizielle Website
www.hafning.at (nicht mehr aktiv)
Statistische Kennzeichnung
Zählsprengel/ -bezirk Hafning bei Trofaiach (61103 000)
Bild
Wappen der ehemaligen Gemeinde
Per 1. Jänner 2013 aufgelassen
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk

Die nachhaltige Besiedlung des ehemaligen Gemeindegebietes begann im Mittelalter. Orts- und Gebietsnamen erinnern an die slawische Besiedlung im Frühmittelalter und die bayrische Besiedlung in darauffolgenden Jahrhunderten. Für das Trofaiacher Becken kann eine bayrisch-slawische Mischbevölkerung bis zum Ende des 12. Jahrhunderts als sicher angenommen werden. Darauf weisen auch viele geographische Bezeichnungen hin. Danach verschwand der slawische Bevölkerungsanteil durch Assimilation durch die deutschsprachige Mehrheitsbevölkerung. Beispiele für Ortsnamen slawischer Herkunft sind: Krumpen von kronpa (‚das kleine Tal‘), Rötz, mittelalterlich Recz von rečica (‚Bächlein‘), Treffning von trebiti (‚roden‘), Trattning von trata (‚Viehweide, Flur‘), Laintal, mittelalterlich Lonktal von lonka (‚Wiese, Aue‘).

Das Gebiet von Hafning entsprach über Jahrhunderte dem einer typischen obersteirischen Landgemeinde mit bäuerlichen Strukturen und teilte die wechselvollen Geschicke der übrigen Steiermark. Durch die räumliche Nähe zu den Zentren der obersteirischen Eisenindustrie war zumeist eine gute Absatzlage für die landwirtschaftlichen Produkte gegeben. Andererseits wohnten viele Hüttenarbeiter und Bergleute in den Dörfern und Gräben im Raum Hafning. Frühzeitig wurde im Gebiet von Hafning Erzabbau betrieben. Nachgewiesen ist vor allem ein ehemaliger Zinnober- und Quecksilberbergbau im hinteren Krumpengraben, und zwar im Gebiet der Zölzalpe und beim Krumpensee, sowie ein Eisenerzabbau im Rötzgraben in der Nähe des heutigen Gehöftes Höller.

Die Gemeinde Hafning, im heutigen Sinne, entstand nach 1848 nach der Aufhebung der Grundherrschaft und der daraus resultierenden Neuordnung der Verwaltungseinheiten. Sie entstand durch die Zusammenfassung der fünf ursprünglich zum seinerzeitigen Bezirk Freienstein gehörenden Katastralgemeinden Hafning, Krumpen, Rötz, Treffning und Laintal.

In kirchlicher Hinsicht gehört das Gebiet von Hafning von jeher zur Pfarre Trofaiach. Daher ist auch der in Trofaiach bestehende Friedhof die für die Hafninger Gemeindebürger zuständige Begräbnisstätte. Auch der für den größten Teil von Hafning zuständige Polizeiposten und das Postamt befanden sich in Trofaiach. Das Gebiet des Laintales wird von der Polizei aus Sankt Peter-Freienstein betreut, und einige Häuser im nördlichsten Bereich von Hafning gehören zum Postbezirk von 8794 Vordernberg.

Mit 1. April 1939 wurden große zur Gemeinde Hafning gehörende Flächen an die Gemeinde Trofaiach angegliedert. Es handelte sich dabei um den Glögglhof und die zum Glögglhof gehörenden Wiesen und Äcker, die bis zur Gegend der heutigen Reitingstraße reichten. Auf diesen entstand die Gladensiedlung für die Arbeiter und Angestellten des Hüttenwerkes Donawitz (seinerzeit Hermann-Göring-Werke). Bis 1945 wurde überhaupt die ganze Gemeinde Hafning von Trofaiach kommissarisch verwaltet. Dies wurde bald nach dem Zweiten Weltkrieg aber wieder rückgängig gemacht. In den Jahren um 1960 wurde dann noch der Bereich des Baumschulweges an der Ortsgrenze an Trofaiach eingemeindet.

In den letzten fünfzig Jahren waren in Hafning zahlreiche Einfamilienwohnhäuser entstanden. Dies geschah vor allem in Sonndorf, im vorderen Rötzgraben und im Laintal, während in den hinteren Teilen der Gräben immer weniger Menschen wohnen.

Anfang des Jahres 2012, anlässlich der Gemeindestrukturreform der Steiermark 2010–2015, begannen Gespräche zwischen den Nachbargemeinden Gai, Hafning, Trofaiach und Vordernberg, die einen Zusammenschluss dieser vier Gemeinden zum Ziel hatten. Am 30. September 2012 wurde über das Ergebnis dieser Verhandlungen eine Volksabstimmung abgehalten. Die Bewohner von Hafning stimmten für den Zusammenschluss. In Hafning war das Ergebnis mit 52,7 Prozent Ja-Stimmen bei 56,9 Prozent Beteiligung knapp für den Zusammenschluss. Per 1. Jänner 2013 entstand die neue Stadt unter dem Namen Trofaiach, mit rund 11.300 Einwohnern.

Ehemalige Gemeindegliederung und Ausdehnung[Bearbeiten]

Hafning bei Trofaiach bestand aus folgenden Ortschaften und Katastralgemeinden: Hafning, Krumpen, Laintal, Rötz, Treffning.

Das Gemeindegebiet erstreckte sich vom Ort Hafning, der seinerzeit schon weitgehend mit Trofaiach verwachsen war und direkt an der Gemeindegrenze lag, über die Nebentäler des Vordernbergertals (im Haupttal selbst aber nur einen Abschnitt), nach Nordwesten bis an den Eisenerzer Reichenstein, im Nordosten an den Hochturm (Trenchtling), und im Südosten bis an das Himberger Eck, und umschloss das viel kleinere Trofaiach im Norden und Osten. Es maß knapp 15½ Kilometer Südost−Nordwest und umfasste 7.634,15 Hektar. Ein sehr großer Teil des Gebietes besteht aus Wald und Bergland über der Waldgrenze.

Nachbargemeinden waren (zuletzt) von Süd im Uhrzeigersinn: Trofaiach, Gai, Eisenerz, Vordernberg, Tragöß, St. Katharein an der Laming, Proleb, Leoben und Sankt Peter-Freienstein.

Ehemalige Gemeindevertretung[Bearbeiten]

10
4
1
10 
Von 15 Sitzen entfallen auf:

Der Gemeinderat hatte zuletzt 15 Sitze, und setzte sich seit der Gemeinderatswahl 2010 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:


Ehemaliges Wappen[Bearbeiten]

AUT Hafning bei Trofaiach COA.jpg

Das Wappen zeigt im oberen Feld einen typischen Kohlwagen. Mit solchen von Pferden oder Ochsen gezogenen hochbordigen Wagen wurde die in den Wäldern von Hafning aber auch in anderen obersteirischen Wäldern erzeugte Holzkohle in das nahe Vordernberg geführt, wo sie in den Radwerken für die Roheisenerzeugung verwendet wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde diese Art der Roheisenerzeugung durch die Kokshochöfen abgelöst.

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. September 1982.[1] Mit Auflösung der Gemeinde wurde es hinfällig.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerentwicklung der Gemeinde verlief:

  • 1869 1.668
  • 1900 1.698
  • 1934 1.857
  • 1951 1.730
  • 1961 1.748
  • 1971 1.778
  • 1981 1.711
  • 1991 1.689
  • 2001 1.653

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Hafninger Gasslfest - Anfang Juni wird von den Gewerbetreibenden von Hafning das "Gasslfest" veranstaltet, an welchem die gesamte Bevölkerung von Hafning und den umliegenden Gemeinden teilnimmt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hafning bei Trofaiach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 33, 1983, S. 32