Hagermarsch

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hagermarsch
Hagermarsch
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hagermarsch hervorgehoben
53.6438888888897.29361111111112Koordinaten: 53° 39′ N, 7° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Aurich
Samtgemeinde: Hage
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 22,32 km²
Einwohner: 445 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner je km²
Postleitzahl: 26524
Vorwahl: 04938
Kfz-Kennzeichen: AUR, NOR
Gemeindeschlüssel: 03 4 52 009
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstr. 56
26524 Hage
Bürgermeister: Menno Block (SPD)
Lage der Gemeinde Hagermarsch im Landkreis Aurich
Baltrum Juist Landkreis Wittmund Landkreis Leer Memmert Norderney Nordsee Emden Landkreis Friesland Landkreis Leer Landkreis Wittmund Aurich Berumbur Berumbur Dornum Großefehn Großheide Hage Hagermarsch Halbemond Hinte Ihlow (Ostfriesland) Krummhörn Leezdorf Lütetsburg Marienhafe Norden (Ostfriesland) Osteel Rechtsupweg Südbrookmerland Upgant-Schott Upgant-Schott Wiesmoor WirdumKarte
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Hilgenriedersiel - Ortsteil von Hagermarsch

Hagermarsch ist die bevölkerungsmäßig kleinste Gemeinde in der Samtgemeinde Hage im Landkreis Aurich in Ostfriesland. Die Gemeinde hat nur 445 Einwohner und erstreckt sich dabei auf einer Fläche von 22,32 Quadratkilometern.

Name[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung des Gemeindenamens lässt sich für 1719 in der Schreibweise Hager Marsch nachweisen. Die heutige Schreibung ist für 1787 belegt.[2]

Geologie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Hagermarsch liegt fast vollständig in der ehemaligen Hilgenrieder Bucht (auch Hagermarscher Bucht genannt), deren Ausläufer, die Hilgenriede und die Wichter Ee, bis ins 8. Jahrhundert tief in das Norderland hineinragten und im Hager Geestrücken ihre natürliche Begrenzung fanden.[3] Das Gemeindegebiet ist von der sogenannten Jungmarsch geprägt und verfügt über „frische junge Böden mit noch hohem Kalkgehalt.“ In ihrer Qualität entsprechen sie durchaus den besten Lössböden und eigenen sich in besonderer Weise zum Ackerbau.[4]

Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Die nördliche Grenze der Gemeinde Hagermarsch, die auf einer durchschnittlichen Höhe von 1,5 m über Meeresniveau (NN)[5] liegt, bildet die Nordseeküste. Ihr vorgelagert ist hier das Ostende der Insel Norderney. Im Osten grenzt Hagermarsch an Nessmersiel, ein Ortsteil der Gemeinde Dornum. Die Südgrenze teilt sich die Gemeinde mit Hage und Lütetsburg, die Westgrenze mit Ostermarsch, einem Ortsteil der Stadt Norden.

Die Landstraße 5 verbindet Hagermarsch mit der Stadt Norden und den Sielorten Nessmer- und Dornumersiel. Sie wird im Ortsteil Theener von der Kreisstraße 213 gekreuzt. Diese führt in nördlicher Richtung nach Hilgenriedersiel und südlich auf die Kreisstraße 210, die Hage, den Hauptsitz der Samtgemeinde, mit Nesse verbindet.

Der Verkehrsverbund Ems-Jade (VEJ) bietet eine Reihe von Buslinien, die Hagermarsch mit den umliegenden Orten verbinden.[6] So führt zum Beispiel die VEJ-Buslinie 414 nach Norden und Hage, die VEJ-Linie 413 nach Dornumersiel und die Linien 314 und 319 nach Dornum. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Norden. In Hage existiert eine Haltestelle einer Museumsbahn, die in bestimmten Saisonzeiten zwischen Norden und Dornum verkehrt.[7] Schiffsverbindungen zu den Inseln gibt es in Norddeich (Juist und Norderney) sowie Nessmersiel (Baltrum).

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet besteht aus den Ortsteilen Hagermarsch, Hilgenriedersiel, Theener und Junkersrott. Während die drei erstgenannten Ortschaften bereits vor der Gebietsreform in Niedersachsen eine Gemeinde bildeten[8], war Junkersrott bis zur Reform 1972 eine selbständige Gemeinde.[9]

Geschichte[Bearbeiten]

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Die Gemeinde Hagermarsch liegt größtenteils innerhalb der historischen Hilgenrieder Bucht.

Religion[Bearbeiten]

Der weitaus überwiegende Teil der Einwohner Hagermarschs gehört der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers an. Eingepfarrt sind sie nach Hage; das für sie zuständige Gotteshaus ist die dortige St. Ansgari-Kirche.[10] Die römisch-katholischen Christen haben gehören zur Pfarreiengemeinschaft St. Ludgerus mit Sitz in Norden. Sie verfügt in Hage über die Filialkirche St. Wiho an der Bahnhofsstraße.[11] Freikirchler (zum Beispiel Baptisten, Mennoniten und Pfingstler) finden im nahe gelegenen Norden die jeweiligen Gemeindezentren.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Hagermarsch besteht aus 7 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl bis zu 500 Einwohnern.[12] Die sieben Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011.

Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2011 ergab das folgende Ergebnis:[13]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze Veränderung Stimmen Veränderung Sitze
SPD 46,66 % 3 − 2,87 % − 1
Freie Wählergemeinschaft (FWG) 38,13 % 3 + 5,01 % + 1
CDU 7,75 % 1 − 9,58 % 0
Bündnis 90/Die Grünen 7,44 % 0 + 7,44 % 0

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2011 lag mit 64,77 %[13] deutlich über dem niedersächsischen Durchschnitt von 52,5 %.[14] Zum Vergleich – bei der vorherigen Kommunalwahl vom 10. September 2006 lag die Wahlbeteiligung bei 63,81 %.[15]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Hagermarsch
Blasonierung:

„In Blau unter drei fächerförmig angeordneten goldenen Ähren aus silbernem Wellenschildfuß wachsend ein goldener Flechtzaun.“

Beschreibung:

Die goldenen Ähren stehen für den Ackerbau auf dem fruchtbaren Marschenland. Der Flechtzaun erinnert an die Beziehung der Hager Marsch zum Flecken Hage (Hage bedeutet Gehege, eingehegtes Waldland). Die Wellen im Schildfuß symbolisieren die Lage Hagermarschs hinter dem Nordseedeich sowie die Bedrohung des Landes durch das Meer. Die Farben Blau und Gold verweisen auf den Altkreis Norden, zu dem der Ort ursprünglich gehörte.[16]

Literatur[Bearbeiten]

  • Johann Haddinga, Martin Stromann: Luftkurort Hage. Mit den Ortschaften Blandorf-Wichte, Berum, Berumbur, Hagermarsch, Halbemond, Lütetsburg, Norden 2002, [ISBN 3928327550]
  • Karl Leiner: Panorama Landkreis Norden, Norden 1972, S. 167–170 (Hagermarsch); S. 201–204

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hagermarsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Ostfriesische Landschaft: Hagermarsch, Samtgemeinde Hage, Landkreis Aurich
  3. Hans-Gerd Coldewey: Radtour auf den Spuren früherer Deichlinien, Siele und Häfen in Hage (online auf der Homepage der SPD Hage); eingesehen am 1. März 2015
  4. Karl-Ernst Behre: Ostfriesland. Die Geschichte seiner Landschaft und ihrer Besiedlung, Wilhelmshaven 2014, ISBN 978-3-941929-09-8, S. 34
  5. Ostfriesische Landschaft: Hagermarsch, Samtgemeinde Hage, Landkreis Aurich
  6. Verkehrsverbund Ems-Jade: Liniennetz; eingesehen am 23. Februar 2015
  7. Internetauftritt der Küstenbahn Ostfriesland; eingesehen am 23. Februar 2015
  8. Siehe dazu Karl Leiner: Panorama Landkreis Norden, Norden 1972, S. 169f
  9.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 264.
  10. Karl Leiner: Panorama Landkreis Norden, Norden 1972, S. 169;203
  11. Homepage der Pfarreiengemeinschaft St. Ludgerus: St. Wiho Hage; eingesehen am 1. März 2015
  12. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 30. November 2011
  13. a b Gemeinde Hagermarsch – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2011, abgerufen am 30. November 2011
  14. Abwärtstrend bei Wahlbeteiligung gestoppt. In: ndr.de. 12. September 2011, archiviert vom Original am 25. August 2013, abgerufen am 2. Dezember 2014.
  15. Gemeinde Hagermarsch – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2006, abgerufen am 30. November 2011
  16. Karl Leiner: Panorama Landkreis Norden, Norden 1972, S. 167