Haglund-Syndrom

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Klassifikation nach ICD-10
M92.6 Juvenile Osteochondrose des Tarsus
- Juvenile Osteochondrose des Os tibiale externum (Haglund-Krankheit)
M77.3 Kalkaneussporn
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Das Haglund-Syndrom ist benannt nach dem schwedischen Orthopäden Patrik Haglund und bezeichnet zwei ähnliche Krankheitsbilder:

  • eine Verknöcherungsstörung an der Fersen-Apophyse im Wachstumsalter
  • eine verstärkte Verknöcherung des hinteren oberen Sehnenansatzes der Ferse mit Beschwerden durch Druck des Schuhrandes (Haglund-Exostose)

Krankheitsentstehung[Bearbeiten]

Beide Erkrankungen sind nicht exakt abzugrenzen. Die erste Erkrankung kann nur beim Kind auftreten (Juvenile Osteochondrose), beim Erwachsenen ist die Reaktionsfähigkeit des Knochens zu gering. Ursächlich ist meistens zu enges Schuhwerk. Kinder wachsen nicht gleichmäßig, sondern in Schüben, und bisweilen wird so ein Wachstumsschub nicht registriert. Das Kind möchte vielleicht seine „Lieblingsschuhe“ behalten, der Druck, den enge Schuhe ausüben, kommt nur allmählich. Eine ständige Kontrolle der Passform überfordert viele Eltern. Problematisch werden solche Exostosen, wenn sich über dem Knochenzacken ein entzündeter Schleimbeutel bildet, der durch die Hinterkante des Schuhs ständig gereizt wird.

Unterscheidung von kranialem (oberem) Fersensporn (Haglund-Syndrom) und plantarem (unterem) Fersensporn.

Therapie[Bearbeiten]

Am besten sind vorbeugende Maßnahmen: Die Schuhe eines Kindes im Auge zu behalten und daran zu denken, dass ein Kind über das falsche Schuhwerk erst spät klagen wird. Wenn eine Exostose entstanden ist, sollte man auf jeden Fall für Entlastung sorgen. Eine Möglichkeit sind Schuhe ohne Hinterkante (Kappe), aber auch knöchelhohe Schuhe können sinnvoll sein, wenn sie zur Druckentlastung etwas anders konstruiert sind als Halbschuhe.

Als letzte Möglichkeit bietet sich die operative Abtragung der Exostose an, allerdings ist auch das entstehende Narbengewebe druckempfindlich. Wegen der eng benachbarten Wachstumsfuge darf diese Operation erst nach Abschluss des Skelettwachstums (etwa 16.–17. Lebensjahr) ausgeführt werden.

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