Hahnentorburg

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Hahnentorburg 2009
Hahnentorburg um 1900

Die Hahnentorburg ist eine von ursprünglich zwölf Torburgen in der acht Kilometer langen mittelalterlichen Stadtmauer (1180–1220) von Köln und sicherte den westlichen Zugang zur Stadt an der Straße nach Melaten, Aachen und Jülich.

Die Hahnentorburg steht heute in der Altstadt von Köln am Rudolfplatz als Teil der neuzeitlichen Ringstraße. Neben der Hahnentorburg sind weitere Torburgen erhalten. Die Severinstorburg, die Ulrepforte und die Eigelsteintorburg sind neben dem Blauefunkentürmchen gut erhaltene Zeugnisse der umfassend genutzten Stadtbefestigung von Köln.

Der Name des großen Tores leitet sich möglicherweise von „Hageno“ ab, einem früheren Grundbesitzer gleichen Namens aus dem 12. Jahrhundert. Nach anderen Quellen lautet die Herleitung von Hano („Hain“), also „Holzpforte“ oder „Holztor“ wegen der Waldgebiete entlang der nach Aachen führenden Straße außerhalb der Stadtmauer. Auf der Tranchot-Karte von 1808 hieß dieses Tor Porte du Coq („Hahnentor“). Bei der Straßenumbenennung nach dem Beschluss vom 16. Dezember 1812 wurde es Port des Coqs oder „Hahnen-Pforte“ benannt.

Das Tor wurde Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut (Ersterwähnung 1264). Ähnlich diesem Tortyp ist das noch bestehende Eigelsteintor im Norden der Stadtmauer, und war das abgerissene Gereonstor im Nordwesten.

Durch das Hahnentor betraten die Könige nach ihrer Zeremonie in Aachen die Stadt und zogen zum Schrein der Heiligen Drei Könige in den Kölner Dom.

Am 18. Mai 1877 wurde am Hahnentor die erste Strecke der Kölner Pferdebahn eröffnet.

Die Torburg wurde als Gefängnis genutzt, unter anderem für den Wanderprediger Adolf Clarenbach und den Zeichner, Lithograf, Verleger und Geldfälscher Jodocus Schlappal.

Wie die Eigelsteintorburg wurde auch die Hahnentorburg vom Stadtbaumeister Josef Stübben um 1890 restauriert (Inschrift unter dem Adlerwappen auf der Feldseite: Erneuert 1888) und als Historisches Museum, Vorgänger des Stadtmuseums, eingerichtet. Auf den Turmdächern wurden nachgebaute mittelalterliche Wurfmaschinen weithin sichtbar aufgestellt.

Die Hahnentorburg wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Der von der Feldseite aus links gelegene Halbturm war weitgehend zerstört. Später diente das Tor als Ausstellungsgebäude des Berufsverbandes Bildender Künstler. Seit 1988 beheimatet es die Karnevalsgesellschaft EhrenGarde der Stadt Köln 1902 und ein Kasino, das angemietet werden kann.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hahnentorburg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

50.9364388888896.9401583333333Koordinaten: 50° 56′ 11″ N, 6° 56′ 25″ O