Haibach (Unterfranken)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Haibach
Haibach (Unterfranken)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Haibach hervorgehoben
49.96759.1969444444444280Koordinaten: 49° 58′ N, 9° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Aschaffenburg
Höhe: 280 m ü. NHN
Fläche: 7,36 km²
Einwohner: 8426 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1145 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63808
Vorwahl: 06021
Kfz-Kennzeichen: AB, ALZ
Gemeindeschlüssel: 09 6 71 124
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 6
63808 Haibach
Webpräsenz: www.haibach.de
Bürgermeister: Andreas Zenglein (CSU)
Lage der Gemeinde Haibach im Landkreis Aschaffenburg
Alzenau Kahl am Main Karlstein am Main Kleinostheim Stockstadt am Main Großostheim Mainaschaff Mömbris Johannesberg (Bayern) Glattbach Wiesener Forst Forst Hain im Spessart Geiselbacher Forst Huckelheimer Wald Heinrichsthaler Forst Heinrichsthaler Forst Waldaschaffer Forst Schöllkrippener Forst Sailaufer Forst Rohrbrunner Forst Rothenbucher Forst Dammbach Dammbach Goldbach (Unterfranken) Geiselbach Westerngrund Schöllkrippen Kleinkahl Wiesen (Unterfranken) Krombach (Unterfranken) Sommerkahl Blankenbach Hösbach Sailauf Haibach (Unterfranken) Heigenbrücken Heinrichsthal Laufach Weibersbrunn Rothenbuch Waldaschaff Bessenbach Mespelbrunn Heimbuchenthal Dammbach Weibersbrunn Aschaffenburg Hessen Landkreis Miltenberg Landkreis Main-SpessartKarte
Über dieses Bild
Gemeindegebiet mit Ortsteilen von Haibach

Haibach ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt ost-südöstlich von Aschaffenburg am westlichen Rand des Spessarts zwischen Aschaffenburg und dem Märchenschloss Mespelbrunn.

Geologie[Bearbeiten]

Haibach liegt an einer geologischen Schnittstelle, so dass hier drei Gesteinsarten in drei Steinbrüchen (der extrem harte Diorit in Dörrmorsbach[2], Sandstein am Findberg und Gneis am Wendelberg) vorkommen. Die höchsten Erhebungen im Gemarkungsgebiet sind der Findberg und der Buchberg. Sie liegen etwa 330 Meter über dem Meeresspiegel. Haibach hat einen großen Waldanteil, der größtenteils aus Mischwald besteht.

Ausdehnung des Gemeindegebiets[Bearbeiten]

Fernsicht auf Haibach, vom Erbig aus

Das Gemeindegebiet teilt sich in „Dorf“, Neubaugebiet und Industriegebiet. Das Dorf ist der größte Teil von Haibach und liegt im Norden. Dort sind vor allem ältere Reihenhäuser anzutreffen, die nicht höher als zwei Stockwerke sind. Dort befindet sich auch das Ortszentrum, das aus der Kirche und verschiedenen Lebensmittelgeschäften besteht.

Auf einem Hügel befindet sich das Neubaugebiet von Haibach, das aus großen, einzeln stehenden Neubauten besteht. Das Industriegebiet liegt an der Würzburger Straße/St 2312 (ehemalige B 8) im Süden von Haibach. Dort befinden sich die industriellen Teile von Haibach, wie die Adler Modemärkte GmbH.

Die Ortsteile Grünmorsbach und Dörrmorsbach sind im Süden von Haibach. Dörrmorsbach befindet sich am Fuße des Pfaffenbergs, dessen markante Bebauung in weiten Teilen des Spessarts zu sehen ist.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Haibach hat vier amtlich benannte Ortsteile[3] auf drei Gemarkungen:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Markt
Hösbach
Stadt
Aschaffenburg
Nachbargemeinden Gemeinde
Bessenbach
Stadt
Aschaffenburg

Klima[Bearbeiten]

Das Klima ist ein gemäßigtes, warmes Klima („Bayerisch Nizza“). Haibach stellt eine Wetterscheide zwischen der Mainebene und dem Hochspessart dar.

Name[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Der Name Haibach leitet sich von dem gleichnamigen Bach Haibach ab[4], welcher der Aschaff bei Goldbach zufließt.

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[4]

  • 1187 Hegebach
  • 1248 Heibach
  • 1294 Heippach
  • 1819 Haibach

Geschichte[Bearbeiten]

Haibach wurde urkundlich erstmals im Jahre 1187 erwähnt. Damals bestand am Ortsrand ein Ketzelburg genannter Adelssitz, dessen Reste in den Jahren 2004 und 2005 archäologisch erforscht wurden.

Die Urform des Ortes Haibach lautete „Haginaha“ = Grenzbach

Im Laufe von 500 Jahren wurde über die Ortsnamen Hegebach, Heybach und Haydebach seit 1790 der Ortsname endgültig fortgeschrieben.

Nach dem Landesentwicklungsplan Bayern ist Haibach als Kleinzentrum ausgewiesen und zählt zu den fortschrittlichsten Gemeinden des Vorspessartraumes und der Region Untermain.

Aus dem ursprünglichen Siedlungs- und Bauerndorf entwickelte sich Haibach nach dem Zweiten Weltkrieg immer mehr zu einer bevorzugten Wohngemeinde im Raum Aschaffenburg. Durch die Ansiedlung von kleinen und mittelständischen Industrie- und Handwerksbetrieben wurde die Gemeinde in ihrer Leistungs- und Steuerkraft gestärkt.

Wegen der exponierten Lage als Vorort der Stadt Aschaffenburg mit seiner landschaftlich reizvollen Umgebung gehört Haibach dem Naturpark Spessart an. Der Bau eines Schulzentrums mit Grund- und Hauptschule im Jahre 1965 und die Einrichtung von drei Kindergärten, dessen Trägerschaft die Katholische Kirchenverwaltung und die Johannisvereine innehaben, sind weitere Marksteine auf dem Gebiet der expansiven Entwicklung der Gemeinde.

1974 hat die Gemeinde für die Stützpunktfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr ein neues Feuerwehrhaus gebaut, kurz danach im Jahre 1977 wurde das Sportzentrum mit Kultur- und Sporthalle und Stadion seiner Bestimmung übergeben.

Der Bau eines neuen Wasserhochbehälters auf dem Buchberg und die Errichtung einer Aussegnungshalle im Waldfriedhof im Jahre 1983 sind weitere Voraussetzungen, dass die Gemeinde Haibach ihren Anforderungen als Kleinzentrum gerecht wird.

Im Mai 1983 wurde das Jugend- und Vereinshaus seiner Bestimmung übergeben.

Am 21. Juni 1987 scheiterte ein Brandanschlag der Terrorgruppe Rote Zora auf den in Haibach ansässigen Modemarkt Adler.

1988/89 wurde an der Sportfeldstraße in unmittelbarer Nähe der Schule die Sporthalle „Am Hohen Kreuz“ erstellt.

Am 3. Mai 2001 wurde im Ortsteil Dörrmorsbach das neu erstellte Bürgerhaus eingeweiht.

Das Wahrzeichen der Gemeinde sind die drei Kreuze am Spielplatz Bessenbacher Weg. Sie erinnern an die Sage des Ritters Heydebach und seiner Geliebten.

Religionen[Bearbeiten]

Katholische Kirchen:

Evangelische Kirche:

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Grünmorsbach, die heute insgesamt 8.500 Einwohner hat, eingegliedert.[5] Dörrmorsbach kam am 1. Januar 1978 hinzu.[6]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[7]
Wahlbeteiligung: 59,2 %
 %
50
40
30
20
10
0
47,9 %
32,9 %
19,2 %

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Haibach hat 20 Mitglieder zuzüglich des hauptamtlichen Bürgermeisters.

CSU SPD FWG Gesamt
2008 10 6 4 21 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit 2006 ist Andreas Zenglein (CSU) Bürgermeister von Haibach.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Silber ein roter Schrägwellenbalken, überdeckt mit einem sechsspeichigen silbernen Rad; begleitet oben von einem grünen Eichenreis mit zwei Blättern und einer Eichel, unten von drei dem Schrägwellenbalken folgenden schwebenden schwarzen Kreuzen.

Wappengeschichte: Im Wappen, das seit 1966 geführt wird, symbolisiert der Wellenbalken den Ortsnamensteil -bach (der Haibach). Das Eichenreis weist auf die Lage des Ortes im westlichen Spessart hin, wo ein noch sehr umfangreicher Eichenbestand besteht. Das sechsspeichige „Mainzer Rad“ wurde dem Wappen des Erzstifts und Kurfürstentums Mainz entnommen, zu dessen Hoheitsgebiet Haibach über Jahrhunderte gehörte. Der Ursprung und die Bedeutung der am Bessenbacher Weg in Haibach stehenden drei Kreuze ist nicht mehr bekannt. Sie sind ein örtlich sagenumwobenes Wahrzeichen der Gemeinde.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Partnerstadt ist Marck bei Calais in Frankreich

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

In Haibach befinden sich unter anderem die Zentrale der Adler-Modemarktkette und der Deutschland-Sitz der Rovi Corporation, sowie die Europa-Zentrale der Renzi AG.

Verkehr[Bearbeiten]

  • Haibach liegt an der Staatsstraße 2312, zwischen Aschaffenburg (ca. 1 km entfernt) und Würzburg (ca. 70 km entfernt)
  • Buslinie nach Aschaffenburg, Linie 5 (nach Dörrmorsbach), 16, 40, 41, 47
  • Autobahn A 3, zwischen Frankfurt (ca. 45 km entfernt) und Würzburg (ca. 75 km entfernt)

Freizeitmöglichkeiten[Bearbeiten]

  • Der Haibacher Wildpark
  • Die „Haibacher Schweiz“ mit großem Kinderspielplatz
  • Seit Anfang 2009 gibt es in Haibach einen öffentlichen Kletterwald
  • 2009 wurde das frisch renovierte Schwimmbad wieder eröffnet
  • 2011 soll in der Nähe des Kletterwalds ein Baumhotel errichtet werden

Bildung[Bearbeiten]

  • Grund- und Hauptschule Haibach (Mittelschule)
  • Grundschule Haibach – Außenstelle Grünmorsbach

Verschiedenes[Bearbeiten]

Die Einwohner Haibachs werden Haibacher Wellenkipper gehänselt. Wellen heißen hier Bündel von Brennholzzweigen. Eine große Welle ist 3 1/2 Schuh lang und dick. Eine kleine Welle ist 1 1/2 Schuh lang und 3 Schuh dick. Kippen bedeutet Durchhacken eines über die Kante des Hackklotzes gekippten Zweiges mit dem Handbeil.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.landkreis-aschaffenburg.de/__tools/dl_tmp/www.landkreis-aschaffenburg.de/PH5EAH388773H1C16/SW62StahlscheDioritSteinbruch.pdf
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111121/231303&attr=OBJ&val=1536
  4. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 93.
  5.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 422.
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 736.
  7. http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=671&suchbegriff=6

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Haibach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch[Bearbeiten]