Haiku (Betriebssystem)

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Haiku
Haiku Logo
Haiku 1 Alpha 4 Deutsch
Haiku mit Deskbar, Dateibrowser, Terminal und Systeminformationsdialog
Basisdaten
Entwickler Haiku-Team
Sprache(n) Englisch
Aktuelle Version R1/Alpha 4.1
(14. November 2012)
Abstammung BeOS
↳ Haiku
Kernel Hybridkernel
Architekturen x86
Lizenz MIT-Lizenz
Sonstiges Weitgehend originalgetreuer Nachbau von BeOS 5.0 mit einigen funktionellen Erweiterungen.
Website haiku-os.org

Haiku (ehemals OpenBeOS) ist ein Open-Source-Projekt mit dem Ziel, das im Jahr 2001 eingestellte Betriebssystem BeOS nachzuprogrammieren und zu erweitern.

Ziel[Bearbeiten]

Ziel des Projekts ist es zunächst, die letzte veröffentlichte Version von BeOS vollständig nachzubauen und sie dann nach und nach zu verbessern. Dabei wird besonders auf Binär- und Quelltextkompatibilität zu BeOS geachtet, damit sowohl alte BeOS-Programme unverändert ausgeführt als auch neue Programme in gleicher Weise wie unter BeOS erstellt werden können.

Trotz der Anlehnung an BeOS baut Haiku nicht auf dessen Quellcode auf. Der Kernel basiert auf dem von NewOS,[1] einer Neuentwicklung eines ehemaligen BeOS-Kernel-Entwicklers.

Die Entwickler geben keinen Termin für eine mögliche Veröffentlichung der ersten Version an. Testversionen des Betriebssystems stehen in Form von inoffiziellen Festplatten-Images zur Verfügung, die auf eine Partition kopierbar oder mit Emulatoren bzw. Virtualisierungslösungen wie QEMU oder VMware lauffähig sind. Mittlerweile sind auch vier offizielle Alpha-Versionen erschienen. Weite Teile von BeOS sind bereits implementiert und lauffähig.

Versionsgeschichte[Bearbeiten]

Haiku befindet sich derzeit in der Alpha-Phase.

OpenBeOS app_server Proto5
  • 18. August 2001: Nach der Übernahme von Be Incorporated durch Palm wird das OpenBeOS-Projekt gegründet.[2][3]
  • 31. Januar 2002: Erste Version von OpenBFS veröffentlicht.[4]
  • 15. Februar 2002: Erste formelle Veröffentlichung von OpenBeOS als Patch für BeOS: Einige Komponenten einer bestehenden BeOS-5.0.3-Installation werden durch Open-Source-Varianten ersetzt.[5]
  • 17. April 2002: Erster binärkompatibler Netzwerk-Stack als Kernel-Treiber für BeOS veröffentlicht.[6][7]
  • 29. April 2002: Der OpenBeOS app_server kann mit Prototyp 5 erstmals Fenster darstellen.[8][9]
  • 2. Juni 2002: Vom NewOS-Kernel wird ein Fork erstellt und in die Versionsverwaltung von OpenBeOS überführt.[10]
  • 21. April 2004: OpenBeOS startet ohne Hilfe von BeOS-Code.[11]
  • 19. Juni 2004: OpenBeOS wird in Haiku umbenannt.[12]
  • 27. Oktober 2004: Haiku startet eine grafische Oberfläche und führt bash aus.[13]
  • 6. Juli 2005: Haiku kann die BeOS-Oberfläche Tracker ausführen.[14]
  • 7. Dezember 2006: Haiku bietet einen komplett neuen Netzwerk-Stack.[15]
  • 9. Mai 2007: Netzwerkkarten-Treiber von FreeBSD lassen sich für Haiku kompilieren.[16]
  • 27. Juni 2007: Haiku stellt mit einer Portierung des Open Sound Systems die Unterstützung für viele weitere Soundkarten in Aussicht.[17]
  • 31. August 2007: Sieben von acht Studenten schließen den Summer of Code 2007 erfolgreich ab. Ergebnis ist u. a. ein Firewire-Stack.[18][19]
  • 12. Februar 2008: Der Haiku-Quelltext kann unter Haiku kompiliert werden.[18]
  • 1. April 2008: Letzte Probleme mit der Kompilierung unter Haiku wurden ausgeräumt. Haiku wurde dadurch „self-hosting“.[20]
  • 31. Januar 2009: GCC 4 wurde auf Haiku portiert. Modernere Anwendungen wie Firefox 3 können dadurch kompiliert werden.[21]
  • 14. September 2009: Veröffentlichung von Haiku R1/Alpha 1.[22]
  • 10. Mai 2010: Veröffentlichung von Haiku R1/Alpha 2.[23]
  • 18. Juni 2011: Veröffentlichung von Haiku R1/Alpha 3.[24]
  • 12. November 2012: Veröffentlichung von Haiku R1/Alpha 4.[25]

Geschichte des Namens[Bearbeiten]

Direkt nach der Bekanntgabe des Kaufs von Be durch Palm am 18. August 2001 wurde das OpenBeOS-Projekt gegründet, indem eine Mailingliste mit diesem Namen eingerichtet wurde. Dies blieb zunächst auch der Name, als das Projekt konkretere Züge annahm, obwohl die Benutzung des eingetragenen Markenzeichens „BeOS“ als Teil des Projektnamens für rechtliche Unsicherheit sorgte.

Am 6. Mai 2002 wurde ein Namensfindungsprozess initiiert, bei dem um Einsendungen für Namensvorschläge gebeten wurde.[26] Am 25. Oktober 2002 lief dann der Abstimmungsprozess zum neuen Namen an.[27]

Am 5. November 2002 inszenierte Bruno G. Albuquerque, einer der damaligen Leiter des OpenBeOS-Projekts, als Scherz den Namenswechsel. Der neue Name sollte demnach „Walter“ lauten.[28] Der Name leitete sich von einer Szene bei Garfield ab und erlangte im Laufe der Zeit eine gewisse Popularität innerhalb der OpenBeOS-Community, was dazu führte, dass Walter zum Codenamen für die Entwicklungslinie hin zu Haiku 1.0 wurde.[29] WalterCon wurde zum Namen für die amerikanische Haiku-Entwickler-Konferenz (analog zu den „BeGeistert“-Treffen in Düsseldorf, Deutschland).

Am 19. Juni 2004 wurde auf der ersten WalterCon der neue, eigenständige Name Haiku eingeführt, nicht zuletzt um etwaigen Rechtsstreitigkeiten mit dem nunmehrigen BeOS-Rechteinhaber Access (ehemals PalmSource) aus dem Weg zu gehen. Der Name geht auf die Fehlermeldungen des BeOS-eigenen Browsers NetPositive zurück, der Fehler beim Abrufen von Webseiten in der Form von Haikus – einer alten japanischen Versform – darstellt.

Schwesterprojekte[Bearbeiten]

Mit dem Niedergang von Be Incorporated entstanden unabhängig voneinander mehrere Projekte mit dem Ziel, BeOS in quelloffener Form nachzubauen. Neben Haiku waren dies unter anderem BlueEyedOS und Cosmoe. Als Sammelbegriff dieser Projekte wurde die Bezeichnung Open Standards BeOS-compatible Operating Systems (OSBOS) eingeführt. Die verschiedenen Entwicklerteams schlossen sich in der Organisation beunited.org[30] zusammen und verabredeten eine Zusammenarbeit. Allerdings war Haiku zuletzt das einzige verbliebene aktive Projekt dieser Gruppe. beunited.org hat ihre Auflösung am 4. Januar 2007 bekanntgegeben. Das Haiku-Projekt an sich ist davon jedoch nicht betroffen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Haiku – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. NewOS Operating System
  2. BeGroovy: Palm buys Be Inc’s assets. Be to close by year end. (Siehe auch den 9. Kommentar)
  3. Marcus Overhagen: Ok, let's start
  4. BeGroovy: OBOS baby steps
  5. BeGroovy: OpenBeOS First Release
  6. Slashdot: OpenBeOS Gets Binary-Compatible Network Stack
  7. David Reid: Network Update
  8. OSNews: OpenBeOS Proto5 app_server Replacement Released
  9. DarkWyrm: Haiku blog – http://darkwyrm.beemulated.net/haiku.htm (Version vom 10. Dezember 2005 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  10. OSNews: OpenBeOS-NewOS Fork Complete
  11. Axel Dörfler: x86 boot loader milestone
  12. OSNews: OpenBeOS Becomes Haiku
  13. OSNews: Haiku Kernel Hits Some Milestones
  14. OSNews: Haiku's App_Server Can Run Tracker
  15. Haiku-OS.org: Haiku Network Stack Takes First Baby Steps
  16. Haiku-OS.org: Haiku Getting a FreeBSD Network Driver Compatibility Layer
  17. François Revol: Announcing OpenSound System port to BeOS/Haiku
  18. a b DarkWyrm: 2007 Google Summer of Code Summary
  19. Zeitplan für den Summer of Code 2007
  20. Bruno Albuquerque: Haiku self-hosting.. 1. April 2008. Abgerufen am 25. Juni 2008.
  21. Urias McCullough: Haiku Finally Gets a Native GCC4 – full story inside!. 1. Februar 2009. Abgerufen am 2. Januar 2011.
  22. http://www.haiku-os.org/news/2009-09-13_haiku_project_announces_availability_haiku_r1alpha_1
  23. http://www.haiku-os.org/news/2010-05-10_haiku_project_announces_availability_haiku_r1alpha_2
  24. http://haiku-os.org/news/2011-06-18_haiku_release_1_alpha_3
  25. https://www.haiku-os.org/news/2011-06-20_haiku_release_1_alpha_4
  26. BeGrooy: OpenBeOS Seeks New Name
  27. BeGrooy: OpenBeOS Name Voting Begins
  28. BeGrooy: Walter unleashed!
  29. Vgl. auch die Versionsbezeichnung in Haiku Screenshot.png (Dateiversion vom 23. Februar 2006)
  30. http://www.beunited.org