Hainburg an der Donau

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Hainburg a.d. Donau
Wappen von Hainburg a.d. Donau
Hainburg an der Donau (Österreich)
Hainburg an der Donau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Bruck an der Leitha
Kfz-Kennzeichen: BL
Fläche: 25,02 km²
Koordinaten: 48° 9′ N, 16° 57′ O48.14777777777816.941944444444161Koordinaten: 48° 8′ 52″ N, 16° 56′ 31″ O
Höhe: 161 m ü. A.
Einwohner: 6.106 (1. Jän. 2014)
Postleitzahl: 2410
Vorwahl: 02165
Gemeindekennziffer: 3 07 10
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 23
2410 Hainburg a.d. Donau
Website: www.hainburg.at
Politik
Bürgermeister: Josef Zeitelhofer (ab 10. Jänner 2014) [1] Karl Kindl † 28. Dezember 2013[2] (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(29 Mitglieder)
14 ÖVP, 9 SPÖ,
3 LH (Liste Hainburg),
2 FPÖ,
1 WFH (Wir für die Hainburger Bevölkerung)
Lage der Stadt Hainburg a.d. Donau im Bezirk Bruck an der Leitha
Au am Leithaberge Bad Deutsch-Altenburg Berg Bruck an der Leitha Enzersdorf an der Fischa Göttlesbrunn-Arbesthal Götzendorf an der Leitha Hainburg an der Donau Haslau-Maria Ellend Hof am Leithaberge Höflein Hundsheim Mannersdorf am Leithagebirge Petronell-Carnuntum Prellenkirchen Rohrau Scharndorf Sommerein Trautmannsdorf an der Leitha Wolfsthal NiederösterreichLage der Gemeinde Hainburg an der Donau im Bezirk Bruck an der Leitha (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Blick auf Hainburg an der Donau um 1900
Blick auf Hainburg an der Donau um 1900
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Hainburg um 1873(Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)
Stadtpfarrkirche

Hainburg an der Donau ist eine Stadtgemeinde im Bezirk Bruck an der Leitha in Niederösterreich mit 6106 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014).

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt Hainburg liegt an der Donau zwischen Wien und Bratislava im Industrieviertel in Niederösterreich in unmittelbarer Nähe zur slowakischen Grenze und ist die östlichste Stadt Österreichs. Hainburg liegt auch zwischen der geografischen Grenze der Karpaten (zu denen noch der Braunsberg zählt) im Osten und der Donau im Norden.

Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 25,02 km², 45,87 % der Fläche sind bewaldet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Besiedlung geht zumindest auf die Kelten auf dem Braunsberg zurück. Allerdings gibt es Hinweise auf eine frühere Besiedlung durch die Urnenfelderkultur oder zur Hallstattzeit aufgrund der strategisch hervorragenden Lage. Das heutige Stadtgebiet lag im Einzugsgebiet von Carnuntum, der Hauptstadt der römischen Provinz Pannonien, in der zeitweilig auch Mark Aurel residierte.

Die erste schriftliche Nennung erfolgte im Nibelungenlied im Zusammenhang mit Rüdiger von Bechelaren.

Kaiser Heinrich III. verfügte um 1050, auf dem Schlossberg die Heimenburg zu bauen. Erbaut wurde sie schließlich von Gebhard Bischof von Regensburg, Herzog Konrad von Bayern und Markgraf Adalbert dem Siegreichen.

Mit seinen 2,5 km langen Stadtmauern, drei erhaltenen Toren und 15 Türmen aus dem 13. Jahrhundert besitzt Hainburg eine der ältesten und am besten erhaltenen Stadtbefestigungen Europas.

1108 kam die Burg in den Besitz der Babenberger. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde die Burg durch das Lösegeld für Richard Löwenherz erweitert. Um 1220–1225 wurde die Befestigungsanlage noch verstärkt. Unter anderem wurde das Wienertor und damit das größte mittelalterliche Stadttor Europas gebaut. Der untere Teil wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gebaut, der obere Teil 1267/1268 durch Ottokar II. von Böhmen.

Am 11. Februar 1252 heiratete die Schwester des letzten Babenberger Herzogs Friedrich II., Margarethe von Babenberg, in der Burgkapelle auf dem Schlossberg den Markgrafen von Mähren und späteren König von Böhmen Ottokar II.

1278 verlor Ottokar die Schlacht von Dürnkrut. Die Burg kam in den Besitz der Habsburger. Diese verpfändeten die Burg an verschiedene Besitzer. Die Stadt wurde vernachlässigt und verlor dadurch an Bedeutung. Die Burg ging 1629 in den Besitz der Stadt über.

Am 11. Juli 1683 wurde im „zweiten osmanischen Feldzug“ (Großer Türkenkrieg) die Stadt eingenommen und gänzlich zerstört, die Burganlage und Befestigungsanlagen erlitten starke Schäden. Die Bevölkerung versuchte durch das Fischertor in die Donauauen zu fliehen, die Torflügel konnten jedoch nicht rechtzeitig geöffnet werden. In der engen Gasse vor dem Fischertor kam es zu einer Massenpanik und einem Gemetzel. Der Überlieferung nach starben über 8000 Menschen, fast die gesamte Stadtbevölkerung. Einer der wenigen Überlebenden war der Wagnergeselle Thomas Haydn, Großvater von Joseph und Michael Haydn.

1709 setzte Graf Löwenberg die Burgkapelle instand. 1784 siedelte Joseph II. durch das Tabakpatent in der Stadt eine Tabakmanufaktur an und begründet damit die Tabakverarbeitung in Hainburg, wo bis 2011 Zigaretten und Rauchtabak erzeugt wurden. Damit wurde die Stadt nahezu neu besiedelt.

Im 19. Jahrhundert wurde Hainburg auch zur Garnisonsstadt, in der Offiziersanwärter ausgebildet werden. 1918 wurde die Stadt nach dem Ersten Weltkrieg zur östlichsten Stadt Österreichs.

Im Zweiten Weltkrieg blieb die Stadt nahezu verschont von Angriffen. 1945 führte der Todesmarsch der ungarischen Juden, die als Zwangsarbeiter zum Bau des Südostwalls eingezogen worden waren, durch Hainburg.

Nach dem Krieg bildete die Tabakfabrik praktisch eine der wenigen Einnahmequellen für die neue Republik (1945 wurde mehr als die Hälfte der Steuereinnahmen durch die Tabaksteuer bestritten). Obwohl von der Sowjetarmee besetzt, wurde Hainburg auch erste Anlaufstelle für die deutschsprachige Bevölkerung in der Slowakei und Ungarn.

In den 1960er Jahren wurde eine Aussichtsstraße auf den Braunsberg gebaut, der ab diesem Zeitpunkt zur Aussichtswarte „Eiserner Vorhang“ wurde. Ab 1975 wurde die alte Burganlage sukzessiv wieder aufgebaut.

1984 wollte die damalige DOKW (heute Teil des Verbund-Konzerns) ein Kraftwerk in der Hainburger Au auf der nördlichen Seite der Donau errichten. Die Proteste waren so massiv, dass nach der Besetzung der Hainburger Au und einer Auseinandersetzung mit den Einsatzkräften der Polizei und Gendarmerie die Bundesregierung das Projekt schließlich zurückzog. Heute ist das Gebiet Teil des Nationalparks Donau-Auen.

Seit 2009 ist die Stadt auch an den öffentlichen Personennahverkehr der Stadt Bratislava (Dopravný podnik Bratislava) angeschlossen. Die Linie 901 verkehrt auf der Relation Bratislava - Wolfsthal - Hainburg.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Da sich die Grundstückspreise in Bratislava in den 2000er Jahren sehr stark erhöht haben, ziehen viele Slowaken in das nicht weit entfernte Hainburg, dessen Einwohnerentwicklung vorher eher negativ war.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Stadtzentrum: mit Haydnbrunnen und Stadtpfarrkirche
  • Stadtpfarrkirche Hll. Philippus und Jakobus
  • Martin-Luther-Kirche: lutherisch-evangelische Kirche, 2011 eingeweiht, errichtet nach den Plänen des Architekten Wolf D. Prix (Coop Himmelb(l)au)
  • Mariensäule: 1749 errichtet, eine der schönsten Rokokosäulen Österreichs
  • Anger: ehemaliges Dorfzentrum aus dem 11. Jahrhundert, mit Karner (ehemalige Friedhofskapelle, um 1220), Lichtsäule, Pfarrhof und Pranger
  • Burganlage am Schlossberg in Hainburg: mittelalterliche Stadtbefestigung von europäischem Rang mit 2,5 km langer Stadtmauer, drei Toren und 15 Türmen des 13. Jahrhunderts. Die Burganlage ist eine der ältesten und am besten erhaltenen Stadtbefestigungen in Europa:
    • Wienertor: südwestliches Stadttor um 1235, Überbauung um 1280; größtes erhaltenes mittelalterliches Stadttor Europas (siehe Weblinks)
    • Ungartor: östliches und ältestes Stadttor, um 1230; viergeschossiger Torturm einschließlich Zinnenplattform
    • Fischertor: nordwestliches Tor zur Donau (Name) um 1280, viergeschossiger Torturm, Umbauten im 15. und 16. Jahrhundert
    • Halterturm: quadratischer fünfgeschossiger Turm mit Zinnenplattform, höchster Turm der Stadtmauer, 13. Jahrhundert
    • Götzenturm: achteckiger Wasserturm aus dem 14. Jahrhundert
    • Heimenburg
    • Schlossberg
Kulturfabrik Hainburg (ehem. Frachtenbahnhof)
Zug beim Personenbahnhof Hainburg mit Braunsberg (2012)


Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Hainburg an der Donau

Kultur[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Burgspiele Hainburg: jährlich im Sommer auf der Burganlage Heimenburg

Galerie[Bearbeiten]

== Politik

  • Bürgermeister der Stadtgemeinde ist Josef Ostermayer (ÖVP), Amtsleiter Erich Rieder.

Wappen[Bearbeiten]

Wappenhainburg.png Blasonierung: „In Blau auf einem grünen Schildfuß in natürlicher Farbgebung ein goldener schreitender rücksehender Löwe mit erhobener rechter Pranke, hinter diesem links aus dem Schildfuß wachsend ein silberner, schwarz gefugter, gezinnter Butterfassturm mit geschlossenem steingefassten Portal im Unterbau und schwarzem Fenster über zwei ebensolchen Rundöffnungen im Aufsatz.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • Nieder-Roden in Hessen, Deutschland: seit 1975 besteht die Städtepartnerschaft mit der damals selbständigen Gemeinde Nieder-Roden, die 1977 im Zuge der hessischen Gebietsreform ein Teil der Stadt Rodgau wurde
  • Šamorín (Slowakei), seit 14. Juni 2008

Wirtschaft[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 242, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 29. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 2.512. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 45,07 %. 2003 gab es im Ort im Jahresdurchschnitt 70 Arbeitslose.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nachrichtenmagazin Der Glöckel vom 22. Jänner 2014 POLITIK; Josef Zeitelhofer (ÖVP) wurde neuer Bürgermeister von Hainburg. abgerufen am 12. März 2014.
  2. Nachrichtenmagazin Der Glöckel vom 29. Dezember 2013 MIX: Hainburgs Bürgermeister Karl Kindl ist verstorben. abgerufen am 29. Dezember 2013.
  3. Teures Bratislava, billiges Hainburg auf ORF NÖ vom 4. August 2007 abgerufen am 6. Juni 2009.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hainburg an der Donau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien