Haines Junction

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Haines Junction
Am Ortseingang von Haines Junction
Am Ortseingang von Haines Junction
Lage in Yukon
Haines Junction (Kanada)
Haines Junction
Haines Junction
Staat: Kanada
Territorium: Yukon
Koordinaten: 60° 45′ N, 137° 31′ W60.752472-137.510006Koordinaten: 60° 45′ N, 137° 31′ W
Einwohner: 589 (Stand: 2006)

Haines Junction, in der Sprache der lokalen Indianer Dakwakada, ist ein Ort im kanadischen Territorium Yukon, der 2006 589 Einwohner hatte.[1]

Er liegt im Südwesten des Yukon, an der Kreuzung von Alaska Highway und Haines Highway, der dem Ort den Namen gab. Es ist der Zentralort für die Champagne and Aishihik First Nations. Von den Mitgliedern dieser First Nation wohnen etwa 240 im Ort.

Geschichte[Bearbeiten]

Verschiedene Gruppen der Südlichen Tutchone hatten um Haines Junction Fischplätze und Sommerlager. Sie bezeichneten das Gebiet als Dakwakada, was etwa „hohes Lager“ bedeutet. Dies hängt damit zusammen, dass die Tutchone hölzerne Speicher auf Ständern errichteten, um Nahrungsmittelvorräte anzulegen. Das heutige Dakwada Building erinnert daran.

Zugleich kontrollierten die Tutchone den Handel bis zu den drei Pässen, die den Zugang zur Pazifikküste ermöglichten. Das galt vor allem für den nahe gelegenen Chilkoot Pass, der für den Handel mit den Tlingit, genauer den Chilkat und Chilkoot, die die Pässe kontrollierten, bis zum Klondike-Goldrausch eine zentrale Rolle spielte. Im Gebiet um das spätere Haines Junction trafen sich Gruppen auf dem Weg von Klukshu und Kloo Lake nach Hutchi, Champagne und Mendenhall.

Mit dem Goldrausch veränderten sich die Lebensverhältnisse grundlegend und die Bevölkerungszahlen brachen ein, wie schon 1862 bei den Tlingit. Dabei spielten zunächst die Pocken eine wichtige Rolle, später Masern und andere Krankheiten, gegen die die Indianer fast keine Resistenz aufwiesen.

Als 1904 Gold am Kluane Lake entdeckt wurde, entstand die Kluane Wagon Road, ein Weg, der etwa dem Dezadeash River und den traditionellen Handelspfaden der Champagne und Aishihik folgte. In den 30er Jahren diente diese Strecke nicht mehr Goldsuchern, wurde aber von einer Postlinie befahren, der Whitehorse Kluane Stage Line, die George Chambers führte.

Seit den 60er Jahren lebt im Raum Haines Junction die Champagne and Aishihik First Nations, wobei erstere nach Champagne am Dezadeash River benannt sind, letztere nach Aishihik am Oberlauf des Alsek River. Sie wurden von Champagne Landing und von Aishihik hierher umgesiedelt. Sie sind mit rund 800 anerkannten und weiteren über 300 nicht anerkannten Stammesangehörigen eine der größten First Nations im Yukon.

Der heutige Ort Haines Junction entstand ab 1942 mit dem Bau des Alaska Highway und diente als Versorgungslager für die bis zu 20.000 Straßenarbeiter am Abzweig zur Haines Road. Ab 1943 entstand, vielfach entlang alter Handelsrouten, darüber hinaus der Haines Highway, der den Alaska Highway mit dem alaskanischen Haines über den Chilkat Pass verband. Beim Bau des Alaska Highways orientierte man sich stark an dieser Straße.

Mit dem Abzug der Amerikaner 1946 übernahm kanadisches Militär den Ort und das Baucamp, und von hier aus wurde die Strecke unterhalten. Der Alaska Highway wurde etwas verlagert, die alte Trasse wurde nun als Marshall Creek Road bekannt. Die verbleibenden Bauarbeiter holten zum Teil ihre Familien nach, neue kamen hinzu, als Haines Junction 1972 Zentralort für den Zugang zum Kluane-Nationalpark wurde. 1956 entstand ein Gebäude für die Royal Canadian Mounted Police, womit erstmals kanadische Polizei stationiert wurde.

Am Alaska Highway operierte der Anglican Sunday School Caravan, bis dieser durch eine eigene Kirche abgelöst wurde. Eva Hasell spendete das Land dazu und Reverend Watson und Peter Tizya, ein Laiendienter aus Old Crow, erbaute das Haus 1956. 1987 entstand ein neuer Bau.

Die Konkurrenten im Yukon, die katholische Missionare des Oblatenordens, wie Vater Morisset, kamen z.T. mit der US-Armee. Morisset und Vater Van Rouej erbauten die katholische Kirche Our Lady of the Way 1955. Dazu übernahmen sie Überreste eines Gebäudes der Luftwaffe. Haines Junction wurde 1983 Hauptquartier der North Alaska Highway missions.

Um die Wildbestände vor den zahlreichen Jägern, die mit den Straßenarbeitern in die Region kamen, zu schützen, wurde das Kluane Game Sanctuary eingerichtet, aus dem 1972 der 22.015 km² große Kluane-Nationalpark hervorging (Aussprache: Klu-ah-nii, abgeleitet von Lu'An Mün, einem Tutchone-Wort, das „See mit vielen Fischen“ bedeutet). Die Parkverwaltung wurde in Haines Junction angesiedelt, und der Ort damit zum wichtigsten Zugangspunkt in den Nationalpark. Auch entstand 1980 ein Besucherzentrum mit Museum. Die Champagne and Aishihik First Nations verwalten seit 1995 den Park mit, was auch für den südlich gelegenen Tatshenshini-Alsek Provincial Park gilt. Sie gehen zum Teil wieder ihrer traditionellen Jagd- und Fischtätigkeit nach, um ihren Lebensunterhalt zu sichern, was ihnen rund ein halbes Jahrhundert lang verboten war.

1998 entstand, nachdem das Stammesbüro an der Marshall Creek Road zu klein geworden war, das CAFN Administrative Building, das Verwaltungsgebäude der Champagne and Aishihik First Nations.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Statistics Canada