Hainewalde
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Landkreis: | Görlitz | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: |
Großschönau-Hainewalde | |
| Höhe: | 322 m ü. NN | |
| Fläche: | 12,96 km² | |
| Einwohner: |
1638 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 126 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 02779 | |
| Vorwahl: | 035841 | |
| Kfz-Kennzeichen: | GR, LÖB, NOL, NY, WSW, ZI | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 6 26 170 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Kleine Seite 04 02779 Hainewalde |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Jürgen Walther (parteilos) | |
| Lage der Gemeinde Hainewalde im Landkreis Görlitz | ||
Hainewalde (Oberlausitzer Mundart: Heenewaale) ist eine sächsische Gemeinde im Landkreis Görlitz. Sie liegt nahe der deutsch-tschechischen Grenze und gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Großschönau-Hainewalde.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie und Verkehr [Bearbeiten]
Die Gemeinde Hainewalde liegt im südwestlichen Teil des Landkreises. Sie liegt etwa zehn Kilometer westlich von Zittau im Vorland des Zittauer Gebirges und wird von der Mandau durchflossen. Sie grenzt südlich an den vor dem Zittauer Gebirge gelegenen Breiteberg, welcher als Hausberg von Hainewalde betrachtet wird.
Westlich des Gemeindegebietes verläuft die Grenze zur Tschechischen Republik. Die Gemeinde befindet sich an der Bahnstrecke Zittau–Varnsdorf, wobei der Bahnhof stündlich von Zügen der Vogtlandbahn in Richtung Seifhennersdorf und Liberec bedient wird. Nördlich der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 96 im Abschnitt Löbau–Zittau.
Geschichte [Bearbeiten]
Hainewalde wurde im Zuge der feudalen deutschen Ostexpansion von den Siedlern entlang des Mandautales als Waldhufendorf angelegt. Der Ort wurde 1326 gegründet und erstmals 1272 urkundlich erwähnt. Der Ortsname ist wahrscheinlich vom Ortsgründer „Hener“, „Heno“, „Hening“ oder „Heinrich“ abzuleiten.
1392 wurde das Alte Schloss (Torhaus) als Rittergut erbaut.
Während der Hussitenkriege wurden die Hussiten am Breiteberg, an dem sie mit ihrer großer Beute nach Böhmen vorbeizogen, von im Gehölz versteckten Zittauern angegriffen. Dabei kamen 150 Mann ums Leben.
Am 20. September 1546 wurde Dr. Ulrich von Nostitz mit Hainewalde belehnt. Nach seinem Tod 1552 übernahm sein Sohn Christoph von Nostitz (1533 bis 10. Februar 1576) die Herrschaft.
1564 erfolgte der Bau des Alten Schlosses, welches 1780 teilweise und 1845 vollständig abgetragen wurde.
Nach dem Prager Frieden fiel die Oberlausitz und damit Hainewalde 1636 an Sachsen, wobei jedoch weitgehende Zugeständnisse an Eigenständigkeit und Religionsfreiheit gemacht wurden. Um 1650 zog dies einige böhmische Exulanten an, die die Einwohnerzahl vergrößerten. Sie brachten die Haarbodenweberei und Siebherstellung nach Hainewalde und trugen so zu einem wirtschaftlichen Aufschwung bei.
1749 bis 1755 ließ der preußische Kammerherr Samuel Friedrich von Kanitz das Neue Schloss errichten. Es erhebt sich noch heute eindrucksvoll über einem terrassierten Berghang. 1778 fiel der Besitz Hainewalde im Wege der Erbfolge an die mit der Familie von Kanitz verschwägerte Familie von Kyaw, die diesen am 12. März 1927 an die Gemeinde Großschönau verkaufte.
Am 26. März 1933 wurde es von der Schutzwache des SA-Sturmbannes III-102 aus Dresden besetzt, welche für politische Gefangene ein provisorisches Konzentrationslager einrichtete, in dem zwischen 450 und 1.000 Häftlinge eingekerkert und misshandelt wurden, unter ihnen die Juden besonders. Bereits am 28. März 1933 trafen die ersten Gefangenentransporte ein. Am 10. August 1933 wurde das KZ Hainewalde wieder aufgelöst. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente es unterschiedlichen Nutzungen. Seit 1972 steht es leer und verfällt. 2000 wurde der „Förderverein zur Erhaltung des Kanitz-Kyawschen Schlosses Hainewalde e. V.“ gegründet. So konnte im Jahr 2007 mit der Sanierung des Ostflügels begonnen werden.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Umgebindehäuser
- Kirche von 1705 (Grundsteinlegung am 15. April) bis 1711 (Einweihung am 7. Okt.) erbaut (Bauruhe vom 6. Sept. 1706 bis Frühjahr 1708 wegen Kriegsunruhen, Baukosten 11.064 Taler, 10 Groschen und 5½ Pfennig)[3]
- Wasserschloss: Im nördlichen Teil der Anlage des Schlossparkes befindet sich das Torhaus des unter der Herrschaft der Familie von Nostitz errichteten alten Schlosses. Von dieser einstigen Wasserburg in etwa quadratischer Grundform mit Innenhof ist nach dem Abbruch im Jahre 1780 lediglich das Torgebäude mit seinem westseitigen Renaissanceportal erhalten geblieben.
- Schloss Hainewalde: Von 1749 bis 1755 wurde das Neue Schloss zusammen mit der terrassierten barocken Gartenanlage unter der Herrschaft der Familie von Kanitz-Kyaw erbaut. 1883 wurde das Schloss renoviert und die Außenfassade ihrer Barockelemente beraubt. Stattdessen erhielt sie italisierende Sgraffiti.
- barocke Gruft der Familie Kanitz-Kyaw auf dem Friedhof von 1715
- Hausberg Breiteberg mit Aussichtsturm, Bergbaude und Querxhöhle
- Roschertal flussabwärts entlang der Mandau
- Himmelsbrücke, einbogige Bogenbrücke von 1832 über die Mandau
Gedenkstätten [Bearbeiten]
Ein Gedenkstein am Eingang des Schlossgartens erinnert an Widerstandskämpfer und Opfer des Faschismus.
Kultur [Bearbeiten]
Es gibt mehrere Vereine im Ort. Über die Ortsgrenzen bekannt ist das Roaperradl, in dem monatlich Kulturveranstaltungen organisiert werden.
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- Rassekaninchen- und Geflügelschau
- Hainewalder Weihnachtsmarkt
Söhne und Töchter des Ortes [Bearbeiten]
- Gottlob Friedrich Seligmann (1654–1707), lutherischer Theologe
- Daniel Neumann (1717–1783), Pfarrer, in Hainewalde von 1761 bis 1783
- Karl August Wünsche (1838–1912), Theologe und Orientalist
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
- ↑ http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_w04_erg.prc_erg_gr?p_bz_bzid=GR09&p_ebene=GE&p_ort=14626170
- ↑ http://www.hainewalde.de/geschichte.html?subcat=chronik&page=6
Literatur [Bearbeiten]
- Kirsten Krepelin & Thomas Thränert: Schloss und Gartenanlage Hainewalde. Verlag G. Oettel: Görlitz, 2010. ISBN 978-3938583548.
- Falk Lorenz: Terrassen und Treppen. Schloßpark Hainewalde; in: Ernst Panse (Hg.): Parkführer durch die Oberlausitz; Lusatia Verlag: Bautzen 1999; S. 215-217; ISBN 3-929091-56-9.
- Monika Rössler (Hrsg.): Hainewalde im Tal der Mandau. Geiger: Horb am Neckar, 1994. ISBN 3-89264-957-X.
- Die südöstliche Oberlausitz mit Zittau und dem Zittauer Gebirge. 2. Auflage. Akademie-Verlag Berlin, Berlin 1971 (Werte der deutschen Heimat. Band 16).
- Arthur Wündrich: Die deutsche Siebmacherei und Rosshaarweberei in ihrer historischen Entwicklung und ihre gegenwärtige Lage, vornehmlich in Hainewalde; Fritsche & Schmidt: Leipzig, 1910.
- Cornelius Gurlitt: Hainewalde. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 29. Heft: Amtshauptmannschaft Zittau (Land). C. C. Meinhold, Dresden 1906, S. 27.
Weblinks [Bearbeiten]
- Gemeinde Hainewalde
- Hainewalde im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- Kanitz-Kyawsche Gruft zu Hainewalde
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