Hairspray (2007)

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Filmdaten
Deutscher Titel Hairspray
Originaltitel Hairspray
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2007
Länge 117 Minuten
Altersfreigabe FSK o. A.
JMK uneingeschränkt[1]
Stab
Regie Adam Shankman
Drehbuch Leslie Dixon
Produktion Neil Meron,
Craig Zadan
Musik Marc Shaiman
Kamera Bojan Bazelli
Schnitt Michael Tronick
Besetzung

Hairspray ist ein US-amerikanischer Musik- und Tanzfilm aus dem Jahr 2007, inszeniert von Adam Shankman im Auftrag von New Line Cinema. Er ist eine Verfilmung des bekannten Musicals Hairspray, das auf dem gleichnamigen Film von John Waters (Hairspray, 1988) basiert. In den Hauptrollen sind unter anderem John Travolta und Christopher Walken zu sehen, die die Rolle eines Ehepaars spielen. Vom 20. Juli 2007 an wurde der Film erfolgreich in den englischsprachigen Ländern gespielt und war ab dem 6. September 2007 auch in Deutschland zu sehen.

Handlung[Bearbeiten]

Baltimore, 1962: Die füllige Tracy Turnblad verfolgt mit ihrer Freundin Penny Pingleton regelmäßig die Corny Collins Show im lokalen Fernsehen. Als eine der Darstellerinnen – „für voraussichtlich neun Monate“ – aus der Sendung aussteigt, veranstaltet Moderator Corny Collins ein Casting, um Ersatz zu finden. Tracy bewirbt sich, obwohl sie bei ihren Eltern Edna und Wilbur auf heftigen Widerstand stößt, da die beiden mit dem neuartigen Musikstil der jungen Generation nichts anfangen können. Wegen Tracys Körperfülle vergibt die Sendeverantwortliche Velma von Tussle, die gleichzeitig die Mutter von der ehrgeizigen Bewerberin Amber ist, die Rolle nicht an sie. Mit Unterstützung von Link Larkin, Ambers Freund, und Seaweed J. Stubbs, Star des Neger-Tags, an dem einmal im Monat schwarze Jugendliche in der Corny Collins Show auftreten, entdeckt Produzent und Host Corny Collins Tracys Talent auf einer Schulfeier.

Nun hat Tracy das Engagement ihrer Träume: Sie darf neben Link Larkin in der berühmtesten Jugendshow Baltimores auftreten. Velma ist davon alles andere als begeistert, denn sie fürchtet, dass Tracy, die auf Grund ihrer Persönlichkeit Publikumsliebling wird, Amber die Chance auf den Titel der Miss Teenage Hairspray, der jährlich von Sponsor UltraClutch Hairspray vergeben wird, streitig machen wird.

Als Corny Collins ihr dann auch noch eröffnet, dass er den Neger-Tag abschaffen und stattdessen die schwarzen Tänzer in die täglichen Sendungen einbauen will, platzt ihr der Kragen: kurzerhand setzt die den Negro Day ab und streicht jegliche Auftritte Schwarzer aus dem Sendeprogramm. Die schwarzen Darsteller sind am Boden zerstört, allen voran Maybelle Stubbs, die frühere Moderatorin des Negro Days und Mutter von Seaweed.

Tracy initiiert einen Protestmarsch, bei dem gegen die Rassentrennung im Fernsehen demonstriert wird. Sie marschiert als eine der wenigen Weißen in der ersten Reihe mit und versetzt bei der Konfrontation mit der Polizei einem hochrangigen Polizeibeamten einen Schlag mit ihrem Protestschild, was in den Medien aufgebauscht wird. Tracy muss vor der Polizei flüchten und versteckt sich bei Penny. Doch deren streng konservative Mutter findet sie und sperrt sie im Keller ein, um sie später der Polizei zu übergeben. Ihre eigene Tochter fesselt sie ans Bett. Diese wird aber kurz darauf von ihrem Freund befreit und steckt Tracy den Kellerschlüssel zu, sodass auch sie freikommt und sich zu Stubbs flüchten kann. Dort wird ein Schlachtplan für die Liveübertragung der Miss Teenage Hairspray-Wahl am nächsten Nachmittag ausgeheckt.

Die schwarzen Tänzer übernehmen teilweise die Kontrolle über das Aufnahmestudio und ermöglichen es Tracy und der Schwester von Seaweed, live aufzutreten. Ambers Auftritt wird ein Desaster und die Misswahl gewinnt Li'l Inez, Seaweeds Schwester.

Hintergrund[Bearbeiten]

Darsteller[Bearbeiten]

Nikki Blonsky im Januar 2008

Für die zur Drehzeit 17 bzw. 18 Jahre alte Nikki Blonsky stellte der Film 2007 den Durchbruch dar. Sie hatte vor ihrer Verpflichtung für Hairspray in einer Eisdiele gearbeitet und sich bereits mehrfach für die Rolle der Tracy Turnblad in der Hairspray Broadwayaufführung beworben, war jedoch noch zu jung. Ricki Lake, die Schauspielerin, die die Rolle im Originalfilm von 1988 gespielt hatte, hat in der neuen Version einen kleinen Gastauftritt als Jurorin für die „Miss Teenage Hairspray“. Jerry Stiller, ehemals der Darsteller des Wilbur Turnblad, tritt in der Neuverfilmung als Mr. Pinky in Erscheinung. Bevor Christopher Walken die Vaterrolle bekam, waren auch Billy Crystal[2] und Jim Broadbent[3] dafür im Gespräch. Für Michelle Pfeiffers Rolle Velma von Tussle wären auch Meryl Streep oder Madonna in Frage gekommen.[4] Pfeiffer hatte nach dem Film Weißer Oleander (2002) eine fünfjährige Pause gemacht und feierte mit Hairspray ein kleines Comeback.

John Travolta, der hier zum ersten Mal eine weibliche Rolle verkörpert, brauchte während der Dreharbeiten täglich vier bis fünf Stunden,[5] um einen 15 Kilogramm schweren Fettanzug[6] und darüber sein Kostüm anzuziehen. Sein Gesicht wurde mit fünf Silikon-Gelpads verbreitert.[7]

Zac Efron ließ für seine Rolle des Link Larkin seine Haare färben und kürzen. Er musste zudem für die Rolle 7 Kilo zunehmen.[8]

Synchronstimmen[Bearbeiten]

Rolle Darsteller deutsche Synchronstimme
Tracy Turnblad Nikki Blonsky Tanya Kahana
Edna Turnblad John Travolta Thomas Danneberg
Velma von Tussle Michelle Pfeiffer Andrea Aust
Wilbur Turnblad Christopher Walken Bodo Wolf
Penny Pingleton Amanda Bynes Susanne Herrmann
Corny Collins James Marsden Robin Kahnmeyer
Motormouth Maybelle Queen Latifah Martina Treger
Amber von Tussle Brittany Snow Maria Koschny
Link Larkin Zac Efron David Turba
Seaweed J. Stubbs Elijah Kelley Julien Haggége
Prudy Pingleton Allison Janney Karin Buchholz
Mr. Pinky Jerry Stiller Eckart Dux
Inez Stubbs Taylor Parks Adak Azdasht
Miss Wimsey Jayne Eastwood Kerstin Sanders-Dornseif
Mr. Springer Paul Dooley Roland Hemmo

Dreharbeiten[Bearbeiten]

Ein Großteil der Aufnahmen wurde aus Kostengründen nicht in Baltimore, sondern in Toronto gedreht.[9] Ebenfalls in Kanada dienten Hamilton (Queen Victoria School) und weitere Örtlichkeiten in Ontario als Schauplätze. Gedreht wurde vom 5. September bis 8. Dezember 2006.[10]

Rezeption[Bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten]

James Berardinelli vergleicht Hairspray in seiner Filmkritik mit anderen für die Leinwand adaptieren Musicals wie Der kleine Horrorladen (1986) oder The Producers (2005). Die Handlung des Films sei eher einfach, die Charaktere jedoch „liebenswert“ und die Musik „mitreißend, wenn nicht gar unvergesslich“.[11]

Roger Ebert bewertet den Film fast mit Bestzahl und begründet dies damit, dass der Film „richtig aussehe“, „richtig klinge“ und sich „richtig anfühle“. Die Energie der Hauptdarsteller sei wichtiger als die Handlung.[12]

Als „beste Musicalverfilmung der letzten Zeit“ lobt die Internetseite filmstarts.de den Film und stellt dabei besonders Travoltas Schauspielkunst in den Vordergrund.[13]

Das Lexikon des Internationalen Films urteilt: „Unbeschwerte Musical-Version der gleichnamigen, zum Kultfilm avancierten Teenie-Komödie von John Waters 1987, wobei der Schwerpunkt, dem Genre entsprechend, nun auf dem Gesang liegt. Nicht so bissig und politisch unkorrekt wie die Filmvorlage, dafür beseelt von mitreißenden Songs und einem hingebungsvoll agierenden Ensemble.[14]

Finanzieller Erfolg[Bearbeiten]

Hairspray spielte 201 Mio. US-Dollar ein, davon allein in den Vereinigten Staaten 119 Mio. US-Dollar. [15] Sein Budget von geschätzten 75 Mio. US-Dollar[16] spielte der Film noch vor dem Start in den europäischen Ländern ein. Er galt damit ein Jahr lang als die dritterfolgreichste Musicalverfilmung der letzten 34 Jahre; ein höheres Einspielergebnis in diesem Zeitraum erzielten in den Vereinigten Staaten nur Grease aus dem Jahr 1977 (Platz 1 mit 188 Mio. US-Dollar) und Chicago von 2002 (Platz 2 mit 171 Mio US-Dollar). (Mit John Travolta (Grease) und Queen Latifah (Chicago) spielten ironischerweise zwei der Darsteller aus Hairspray in diesen Filmen mit.) Im Sommer 2008 wurde Hairspray von dem ABBA-Musical Mamma Mia! (bisheriges Einspielergebnis: 136 Mio. US-Dollar) auf Platz 4 der Liste verwiesen.[17]

Besucherzahlen [18]
Land Besucher 2007–2009
USA 17.277.885
Großbritannien 2.490.174
Italien 529.488
Frankreich 500.388
Spanien 462.336
Niederlande 279.157
Deutschland 199.332
Zur Information
Österreich 46.505
Schweiz 42.901

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Gestrichene Fortsetzung[Bearbeiten]

Aufgrund des finanziellen Erfolgs, bat New Line Cinema John Waters ein Drehbuch für eine Fortsetzung zu schreiben.[21] Waters setzte erneut auf die Unterstützung von Regisseur und Choreograph Adam Shankman und der Komponisten Marc Shaiman und Scott Wittman, die die Musikstücke für den Film schreiben sollten.[21][22]

Die Story hätte sich erneut auf Tracy, diesmal Ende der 1960er Jahre, inmitten der Ära der Musik und der British Invasion fokussiert.[23] Hintergrundhandlung wäre der Vietnam-Krieg gewesen.[24] Obwohl keine Besetzung festgelegt war, erhoffte sich New Line Cinema einen Großteil der alten Besetzung. John Travolta lehnte allerdings schon frühzeitig ab, mit der Begründung, er "sei kein großer Fan von Fortsetzungen".[25]

Die Fortsetzung war für Mitte Juli 2010 angekündigt.[21] Jedoch berichtete Regisseur Shankman der britischen Presse im Juni 2010, dass Hairspray 2: White Lipstick nicht weiter in Entwicklung sei.[26] Shaiman verkündete wenig später offiziell, dass es keine Fortsetzung geben wird.[27]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Kennzeichnung der Jugendmedienkommission.
  2. moviemaze.de: Crystal und Travolta in Hairspray, 10. März 2005
  3. Variety: „Hairspray“ Casts Dad, 6. August 2006
  4. IMDB: Trivia
  5. abc: John Travolta Talks About „Hairspray“, 17. Juli 2007
  6. blackfim.com: „Hairspray“: An Interview with John Travolta, 16. Juli 2007
  7. lifescript.com: John Travolta: The Woman Inside, 19. Juli 2007
  8. popentertainment.com: Nikki Blonsky and Zac Efron – Hair Raising Success in „Hairspray“, 13. August 2007
  9. accesshollywood.com: New „Hairspray“ Movie to Bypass Baltimore for Toronto, 19. Juli 2006
  10. canada.com: Summer of Stars, 21. Juni 2006
  11. reelviews.net: Filmkritik: „Hairspray“
  12. rogerebert.suntimes.com: Filmkritik: „Hairspray“, 20. Juli 2007
  13. filmstarts.de: Filmkritik: „Hairspray“
  14. Zeitschrift film-dienst und Katholische Filmkommission für Deutschland (Hrsg.), Horst Peter Koll und Hans Messias (Red.): Lexikon des Internationalen Films – Filmjahr 2007. Schüren Verlag, Marburg 2008. ISBN 978-3-89472-624-9
  15. boxofficemojo.com: Hairspray
  16. hairspraymovie.com: At 20, “Hairspray” Gets a Third ’Do., 25. Mai 2007
  17. boxofficemojo.com: Musical 1974–Present, Live Action Only
  18. Besucherzahlen in Europa ab 100.000 Besucher
  19. MTV: 2007 MTV Movie Awards – Winners, 3. Juni 2007
  20. chiff.com: 2007 Teen Choice Award Nominees & Winners, 26. August 2007
  21. a b c Andrew Gans: John Waters to Pen Sequel to "Hairspray" Movie Musical. Playbill.com. 23. Juli 2008. Abgerufen am 24. Juli 2008.
  22. Michael Fleming: New Line asks for more Hairspray. Variety. 23. Juli 2008. Abgerufen am 11. August 2008.
  23. Adam Hetrick: You Can't Stop the Beat: "Hairspray" Film Sequel Seeking Screenwriters. Playbill.com. 1. Dezember 2008. Abgerufen am 2. Dezember 2008.
  24. "Hairspray 2: White Lipstick" Plans. Moviesblog.mtv.com. 5. Januar 2009. Abgerufen am 14. August 2011.
  25. John Travolta Will Not Return for "Hairspray 2". Flixster.com. 28. Oktober 2008. Abgerufen am 14. August 2011.
  26. Director Adam Shankman Says HAIRSPRAY 2 is Dead collider.com
  27. Hetrick, Adam."'Hairspray' Musical Film Sequel Will Not Materialize" playbill.com, June 3, 2010