Hajnice

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Hajnice
Wappen von Hajnice
Hajnice (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Královéhradecký kraj
Bezirk: Trutnov
Fläche: 3172 ha
Geographische Lage: 50° 29′ N, 15° 55′ O50.48277777777815.92589Koordinaten: 50° 28′ 58″ N, 15° 55′ 12″ O
Höhe: 589 m n.m.
Einwohner: 1.003 (1. Jan. 2014) [1]
Postleitzahl: 544 66
Kfz-Kennzeichen: H
Verkehr
Straße: Dvůr Králové nad Labem - Úpice
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 2
Verwaltung
Bürgermeister: Petr Červený (Stand: 2007)
Adresse: Hajnice 109
544 66 Hajnice
Gemeindenummer: 579211
Website: www.hajnice.cz

Hajnice (deutsch Haindorf) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt zehn Kilometer südlich von Trutnov und gehört zum Okres Trutnov. Sie entstand 1949 durch Zusammenlegung der Gemeinden Německá Brusnice und Kyje.

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort erstreckt sich im Tal des Baches Hajnický potok am Königreichwald im Riesengebirgsvorland. Im Süden erhebt sich der Berg Liščí hora (609 m) und im Südwesten der Kamenný vrch (579 m).

Nachbarorte sind Střítež im Norden, Studenec und Radeč im Nordosten, Maršov u Úpice im Osten, Nesytá und Mravenčí Domky im Südosten, Nový Kohoutov und Kohoutov im Süden sowie Nové Kocbeře und Kocbeře im Südwesten, Přebytek, Výšinka, Tadeášový Domky, Horní Žďár und Dolní Žďár im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Erwähnung von Hajnice stammt aus dem Jahre 1386. Wesentlich älter ist Brusnice, das schon 1007 belegbar ist. Durch den Ort führte der mittelalterliche Salzweg von Böhmen nach Schlesien.

Seit der Kolonisation des Gebietes während der Herrschaft Přemysl Otakar II. war Hajnice zur Herrschaft Trutnov zugehörig und wurde unter den Piccolomini Teil der Herrschaft Náchod. 1620 wurde Haindorf als Flecken bezeichnet. Am 30. September 1745 fand während des Zweiten Schlesischen Krieges nahe von Soor die Schlacht bei Soor statt. Während des Bauernaufstandes von 1775 gehörte der Kailer Richter Georg Hetfleisch zu einem neunköpfigen Bauerngubernium unter Führung von Antonín Freiherr Nývlt Rychetský. Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften entstanden 1850 die selbstständigen Gemeinden Haindorf, Deutsch Prausnitz, Kaile, Nieder-Soor und Ober-Soor, während Weiberkränke zusammen mit Neu Rettendorf, Neu Koken und Neu Söberle die Gemeinde Königreich I bildete. Haindorf war ab diesem Zeitpunkt Teil des Gerichtsbezirks Trautenau.

1842 bis 1852 wurde die "Alte Jermerer Straße" ausgebaut.

Am 28. Juni 1866 fanden im Deutschen Krieg, einen Tag nach der Schlacht bei Trautenau, bei Soor wiederum Kämpfe zwischen Österreichern und Preußen statt.

Die Gemeinden Německá Brusnice und Kyje wurden 1949 zu einer Gemeinde Hajnice zusammengeschlossen und verschmolzen später miteinander. Namensgebend war dabei die zu Německá Brusnice gehörende kleine Ansiedlung Hajnice (heute U Liščí hory). 1980 erfolgte die Eingemeindung von Horní Žďár und Dolní Žďár; dadurch wurde Hajnice zur flächengrößten Gemeinde des Okres Trutnov.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Hajnice besteht aus den Ortsteilen Hajnice und Horní Žďár (Obersoor). Hajnice gliedert sich in die sechs Katastraleinheiten Brusnice (tschechisch früher Německá Brusnice, deutsch Deutsch Prausnitz), Dolní Žďár (Niedersoor), Hajnice, Horní Žďár, Kyje (Kaile) und Nesytá (Nimmersatt). Außerdem gehören zur Gemeinde noch die Ansiedlungen Dubový Dvůr (Eicheldorf), Hajnička, Mravenčí Domky (Ameisenhäuser), Olimberg (Eulenburg), Přebytek (Überschar), Tadeášový Domky (Thadäushäuser), U Liščí hory (Haindorf) und Výšinka (tschechisch früher Ženská Bída, deutsch Weiberkränke).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Kirche St. Nikolaus; das Gotteshaus mit seinem freistehenden Turm entstand 1754–82 anstelle eines abgebrannten Vorgängerbaus aus dem 13. Jahrhundert.
  • Alte Schmiede, durch den Maler Petr Rýdl als Atelier genutzt

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)