Hajo Schumacher

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Hajo Schumacher (* 22. April 1964 in Münster (Westfalen)[1]) ist ein deutscher Journalist und Autor.

Leben[Bearbeiten]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Nach dem Studium der Journalistik, Politikwissenschaft und Psychologie arbeitete Schumacher von 1990 bis 2000 beim Spiegel, zuletzt als Co-Leiter des Berliner Büros. Von 2000 bis 2002 war er Chefredakteur der Lifestyle-Zeitschrift Max in Hamburg. 2006 wurde er mit der Dissertation Machtphysik. Führungsstrategien der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel im innerparteilichen Machtgeflecht 2000–2004 bei Karl-Rudolf Korte an der Universität Duisburg-Essen zum Dr. phil. promoviert.[2] Heute schreibt Schumacher als freier Autor für Tageszeitungen, Magazine, Hörfunk, Online und Fernsehen. Für RTL, N24, WDR und RBB kommentiert er das politische Geschehen. Er ist Herausgeber der Medienzeitschrift V.i.S.d.P. und lebt mit seiner Familie als freier Journalist in Berlin.

2006 bis 2009 moderierte er gemeinsam mit dem ehemaligen Bild-Journalisten Hans-Hermann Tiedje die wöchentliche Talkshow Links-Rechts auf N24. Zusammen mit Jörg Schönbohm („Der Konservative/Rechte“) bildete er von Dezember 2010 bis einschließlich 2011 als „Der Linke“ bei Stuckrad Late Night des Senders ZDFneo den Sidekick vom Balkon. Seit dem 21. April 2008 moderiert er das Magazin Typisch deutsch für Deutsche Welle TV.

Im Dezember 2013 wurde Hajo Schumacher gemeinsam mit Benjamin von Stuckrad-Barre vom Journalistenverbund Reporter-Forum mit dem "Deutschen Reporterpreis 2013" für das Beste Interview 2013 mit Jürgen Flimm und Jörg Schönbohm über deren kürzliche Schlaganfälle ausgezeichnet.[3]

Autor[Bearbeiten]

Schumacher war Mitautor von Autobiographien, u.a. von Klaus Wowereit und Roland Koch.[4][5]

Unter dem Pseudonym Achim Achilles schreibt Schumacher seit 2004 Kolumnen bei Spiegel Online über Läufer, Walker und die Eigenheiten vieler Hobbysportler. Einige Kolumnen sind als Bücher verlegt worden. Im Mai 2012 wurden gegen Schumacher Vorwürfe wegen Urheberrechtsverletzungen publik.[6] Er hatte in einem Buch Texte von Jens Karraß übernommen, die dieser nur im Rahmen einer zwischenzeitlich beendeten Zusammenarbeit für die gemeinsam betriebene Webseite zur Verfügung gestellt hatte. Karraß erwirkte hierzu im März 2012 eine Unterlassungserklärung gegen Schumacher.[7]

Sonstiges Engagement[Bearbeiten]

Schumacher ist Mitglied in den Jurys der Medienpreise Lead Award (Kategorie Zeitschriften), Reemtsma Liberty Award 2008 und des Politikawards 2013.[8] Hajo Schumacher tritt auch als Moderator von Preisverleihungen, Galas, Symposien und Fachtagungen in Erscheinung, so moderierte er unter anderem den Deutschen Preis für Onlinekommunikation[9], den Personalmanagement-Kongress 2013[10] oder als Laudator des Grimme Online Awards.[11]

Er ist Mitglied im Beirat der Zeitschrift Politik & Kommunikation.

Unter dem Pseudonym Achim Achilles nutzt Schumacher seine Bekanntheit für Charity-Läufe[12][13] und ähnliche Projekte.[14]

Positionen[Bearbeiten]

Im Jahr 2011 verteidigte Schumacher Silvana Koch-Mehrin gegen die Plagiatsvorwürfe im Zusammenhang mit ihrer Doktorarbeit. Er kritisierte die mit diesen verbundene Reaktion der deutschen Medien und insbesondere die von Spiegel-Online. Er erklärte in diesem Zusammenhang: „Es geht hier nicht um [...] Koch-Mehrin. Es geht um journalistische Standards“ – und um die „elende Selbstgerechtigkeit der digitalen Blockwarte“. Die Süddeutsche Zeitung stellte in Folge die Frage nach einem möglichen Interessenkonflikt Schumachers, da dessen Frau, Susanne Schumacher, zusammen mit Koch-Mehrin im Jahr 2007 unter dem Titel Schwestern: Streitschrift für einen neuen Feminismus ein gemeinsames Buch verfasst hatte. Schumacher verneinte einen Interessenkonflikt. Er erklärte, er habe Koch-Mehrin nicht in Schutz genommen. Er habe die Zunft der Promovierten in Schutz genommen, deren Arbeit nur noch auf Fußnoten abgeklopft würde.[15]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Roland Koch. Verehrt und verachtet, Fischer TB, 2004. ISBN 3-596-16153-3
  • Kopf hoch, Deutschland. Optimistische Geschichten aus einer verzagten Republik, Blessing, 2005. ISBN 3-89667-280-0
  • Papa, wie lang sind 90 Minuten? Das 1×1 der Fußballwelt, Blessing, 2005, ISBN 3-89667-284-3
  • (Achim Achilles:) Achilles’ Verse. Mein Leben als Läufer, Heyne, 2006, ISBN 3-453-60034-7
  • Die zwölf Gesetze der Macht. Angela Merkels Erfolgsgeheimnisse, Blessing, 2006, ISBN 3-89667-311-4
  • (Achim Achilles:) Achilles’ Laufberater, Heyne, 2007, ISBN 978-3-453-60055-3
  • … und das ist auch gut so. Mein Leben für die Politik (über und mit Klaus Wowereit), Blessing, München 2007, ISBN 978-3-89667-334-3
  • (Achim Achilles:) Das Walker-Hasser-Manifest, Heyne, 2007, ISBN 978-3-453-60071-3
  • (Achim Achilles:) Achilles’ Verse. Band II. Lerne Laufen ohne Leiden, Heyne, 2009, ISBN 978-3-453-60094-2
  • (Achim Achilles:) Die Marathon-Therapie. In 10 Schritten zurück ins Leben, eriginals berlin, 2011, ISBN 978-3-86439-003-6
  • (Achim Achilles:) Einfach loslaufen – Das schlanke Standardwerk für Lauf-Einsteiger, eriginals berlin, 2011, ISBN 978-3-86439-034-0 (wegen Urheberrechtsstreitigkeiten wieder vom Markt genommen)
  • (Achim Achilles:) Bewegt Euch!: Die Glücksphilosophie des Achim Achilles, Ludwig Buchverlag, 2012, ISBN 978-3453280427
  • (Achim Achilles:) Keine Gnade für die Wade: Neues vom Wunderläufer, Heyne Verlag, 2013, ISBN 978-3453602885

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schumacher, Hajo: Machtphysik. Führungsstrategien der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel im innerparteilichen Machtgeflecht 2000–2004, Berlin: Helios Media, 2006, ISBN 978-3-9811316-2-8
  2. Bei Prof. Dr. Dr. Karl-Rudolf Korte abgeschlossene Dissertationen
  3. Deutscher Reporterpreis 2013 in Berlin verliehen, reporter-forum.de, abgerufen am 10. Januar 2013
  4. Matthias Lohre: Klaus Wowereit hat seine Autobiografie geschrieben. \" und das ist auch gut so\", ein Selbstporträt des Regierenden als kleiner Mann, der vom eigenen Erfolg überrascht ist. Und eine Werbebroschüre.: Kuschelrock vom Kuschellinken. In: taz.de. Abgerufen am 20. Dezember 2014.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatStephan Hebel: Roland Kochs Karriere: Mit aller Macht. In: fr-online.de. 9. Januar 2009, abgerufen am 20. Dezember 2014.
  6. Stefan Niggemeier: Achim Achilles muss Fersengeld zahlen, 11. Mai 2012
  7. Plagiatsvorwurf gegen Achim Achilles, vom 11. Mai 2012
  8. PolitikawardJury In: www.politikaward.de
  9. Gala – Deutscher Preis für Onlinekommunikation 2014 In: www.onlinekommunikationspreis.de
  10. Webseite des Personalmanagement-Kongress
  11. Hajo Schumacher als Laudator für Sportjournalist Jens Weinreich auf dem neunten Grimme Online Award, 24. Juni 2009
  12. Achim Achilles: Achilles' Verse: Renn um dein Leben! In: Spiegel Online. 21. August 2012, abgerufen am 20. Dezember 2014.
  13. Achim Achilles spendet 500 Euro für den Laufclub 21, abgerufen am 6. Mai 2014.
  14. "Achim Achilles“ kommt zum Triathlon in seine Heimatstadt - „Wer vor mir durchs Ziel rennt, ist bestimmt gedopt“, wn.de, 25. Juni 2014
  15. Marc Felix Serrao: Plagiatsvorwürfe gegen Koch-Mehrin – Schützenhilfe für Silvana. In: sueddeutsche.de. 15. April 2011, abgerufen am 20. Dezember 2014.