Hakan Çalhanoğlu

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Hakan Çalhanoğlu

Hakan Çalhanoğlu (2014)

Spielerinformationen
Geburtstag 8. Februar 1994
Geburtsort MannheimDeutschland
Größe 178 cm
Position Mittelfeld
Vereine in der Jugend
0
0000–2001
2001–2009
2009–2010
1. FC Turanspor Mannheim
Polizei SV Mannheim
SV Waldhof Mannheim
Karlsruher SC
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2011–2012
2012–2014
2012–2013
2014–
Karlsruher SC
Hamburger SV
→ Karlsruher SC (Leihe)
Bayer 04 Leverkusen
16 0(0)
32 (11)
36 (17)
15 0(4)
Nationalmannschaft2
2010
2010–2011
2011–2013
2012–2013
2012–
2013–
Türkei U-16
Türkei U-17
Türkei U-19
Türkei U-20
Türkei U-21
Türkei
6 0(1)
11 0(1)
15 0(5)
8 0(1)
2 0(0)
6 0(0)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 14. Dezember 2014
2 Stand: 9. September 2014

Hakan Çalhanoğlu [ˌt͡ʃalhanˈoːlu][1] (* 8. Februar 1994 in Mannheim, Deutschland) ist ein türkischer Fußballspieler, der auch die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Er wird vorrangig als offensiver Mittelfeldspieler eingesetzt und gilt als Freistoßspezialist.[2] Derzeit steht er bei Bayer 04 Leverkusen unter Vertrag.

Karriere[Bearbeiten]

Im Verein[Bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten]

Çalhanoğlu begann mit dem Fußballspielen bei den lokalen Vereinen 1. FC Turanspor Mannheim und Polizei SV Mannheim, bevor er mit sieben Jahren in die Jugendabteilung des SV Waldhof Mannheim wechselte.[3] Im Sommer 2009 wurde er vom Karlsruher SC für dessen Jugendabteilung verpflichtet. Dort machte er in der U-19-Bundesliga auf sich aufmerksam, sodass er in der Winterpause der Saison 2011/12 die Vorbereitung unter Trainer Jørn Andersen mit der Profimannschaft absolvieren durfte.

Erster Profivertrag beim Karlsruher SC[Bearbeiten]

Am 5. Februar 2012, dem ersten Spieltag der Rückrunde 2011/12, stand Çalhanoğlu im Heimspiel gegen den FC Erzgebirge Aue in der Startelf und spielte 79 Minuten lang. Dabei bereitete er die Treffer von Steffen Haas und Pascal Groß zum 2:1-Sieg vor. Im März 2012 unterschrieb er beim KSC einen Vertrag bis zum 30. Juni 2016.[4] Am Saisonende stieg er mit dem KSC in die 3. Liga ab. Zur Saison 2012/13 erhielt Çalhanoğlu beim KSC das Trikot mit der Rückennummer 10. Am 21. Juli 2012 (1. Spieltag) erzielte er beim 2:2-Unentschieden im Auswärtsspiel gegen den 1. FC Heidenheim seine ersten beiden Tore im Profifußball.

Am 14. August 2012 wechselte Çalhanoğlu zum Hamburger SV. Er unterschrieb einen bis zum 30. Juni 2016 gültigen Vertrag und wurde bis zum Saisonende beim KSC belassen.[5] Bereits fünf Tage später traf er mit seinem Team in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals auf seinen Stammverein. Beim 4:2-Erfolg über den Bundesligisten bereitete er das zwischenzeitliche 3:2 durch Martin Stoll vor.[6] Bis zum Saisonende gelangen Çalhanoğlu in der Liga in 36 Einsätzen 17 Tore, mit denen er den vierten Platz in der Torschützenliste belegte und zum Aufstieg in die 2. Bundesliga beitrug. Zudem wurde er zum Drittliga-Spieler des Jahres gewählt.[7]

Erste Bundesligasaison beim HSV[Bearbeiten]

Zur Saison 2013/14 stieß Çalhanoğlu schließlich zum Bundesligateam des Hamburger SV, bei dem er das Trikot mit der Rückennummer 9 erhielt. Sein Pflichtspieldebüt absolvierte er in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals, als er beim 4:0-Sieg gegen den SV Schott Jena in der 77. Spielminute für Milan Badelj eingewechselt wurde.[8] Zu seinem Bundesligadebüt kam Çalhanoğlu eine Woche später beim 3:3-Unentschieden gegen den FC Schalke 04 am ersten Spieltag von Beginn an.[9] Am 31. August 2013 (4. Spieltag) erzielte er beim 4:0-Sieg im Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig seine ersten beiden Bundesligatore.[10] Im Februar 2014 verlängerte Çalhanoğlu seinen Vertrag bis zum 30. Juni 2018.[11] Mit dem Hamburger SV belegte Çalhanoğlu nach lediglich sieben Siegen in 34 Spieltagen den 16. Tabellenplatz, der gleichbedeutend mit der Relegation war, in der sich der Hamburger SV mit einem 0:0 daheim und mit einem 1:1 auswärts gegen die SpVgg Greuther Fürth durchsetzte und somit den Klassenerhalt schaffte.

Wechsel zu Bayer 04 Leverkusen[Bearbeiten]

Zur Saison 2014/15 wechselte Çalhanoğlu zu Bayer 04 Leverkusen. Er erhielt bei der Werkself einen Vertrag bis zum 30. Juni 2019 und die vorher von Emre Can getragene Rückennummer 10.[12] Dem Transfer vorausgegangen war der öffentliche Wunsch Çalhanoğlus, den Verein – trotz Vertragsverlängerung im Februar bis 2018 – zu verlassen.[13] Insbesondere die plötzliche und in weiten Teilen der Öffentlichkeit als anlasslos wahrgenomme völlige Abkehr von allen zuvor abgegebenen „Treueschwüren“ gegenüber Verein und Umfeld löste einen Shitstorm auf seiner Facebook-Seite aus.

„Ich habe immer gesagt, dass ich mich in Hamburg und beim HSV wohl fühle. Ich möchte noch lange für den Verein in der Bundesliga spielen und in den kommenden Jahren zu einem festen Bestandteil der Mannschaft werden. In unserer schweren Situation möchte ich auch ein Zeichen setzen.“

Çalhanoğlu bei der Vertragsverlängerung wenige Monate zuvor

Zum Trainingsbeginn des HSV am 18. Juni 2014 erschien Çalhanoğlu nicht und ließ dafür ein ärztliches Attest vom Vortag, ausgestellt von einer Heidelberger Psychologin, überbringen, demzufolge er für vier Wochen arbeitsunfähig aufgrund mentaler Probleme im Zusammenhang mit den Fanreaktionen sei.[14] Gleichzeitig besorgte er sich eine neue Mobiltelefonnummer und war so für seinen Arbeitgeber mehrere Tage nicht erreichbar, der ihn von zwei Vertrauensärzten des Vereins untersuchen lassen wollte.[15] Eine schwerwiegende psychische Erkrankung konnte im Nachgang nicht diagnostiziert werden. Infolge des erfolgreichen Medizinchecks in Leverkusen wurde seine Krankschreibung vorzeitig aufgehoben, welche eigentlich bis zum 15. Juli gegenüber dem Hamburger SV bestehen sollte.[16] Im Anschluss an die Bekanntgabe des erfolgreichen Medizinchecks äußerte sich der Hamburger SV in Person von Oliver Kreuzer kritisch über die besagten Vorgänge und stellte dabei insbesondere die Glaubwürdigkeit des Spielers in Bezug auf seine psychische Erkrankung als auch die Glaubwürdigkeit seiner behandelnden Ärztin öffentlich in Frage.[17]

Çalhanoğlu seinerseits bezichtigte Kreuzer, mündliche Absprachen bezüglich eines möglichen Vereinswechsels nicht eingehalten zu haben.[18] Im Zusammenhang mit dem infolge seiner depressiven Krankheit am 18. Juli 2014 verstorbenen ehemaligen Fußball-Profi Andreas Biermann richtete dessen früherer Mannschaftskollege beim FC St. Pauli, Michél Mazingu-Dinzey, schwere Vorwürfe an Çalhanoğlu und sein Verhalten.[19]

In der Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Çalhanoğlu spielte für einige Jugendauswahlmannschaften (U-16, U-17, U-19, U-20, U-21) des türkischen Fußballverbandes. Im Rahmen der U-20-Weltmeisterschaft 2013 wurde er ins Turnieraufgebot der türkischen U-20-Nationalmannschaft berufen.[20] Die Mannschaft erreichte das Achtelfinale und schied durch eine 1:4-Niederlage gegen die französische Auswahl aus dem Turnier aus. Çalhanoğlu absolvierte alle Spiele und zählte zu den auffälligsten Spielern des Turniers. Durch seinen Anschlusstreffer im letzten Gruppenspiel gegen die australische U-20-Nationalmannschaft, den er mit einem Weitschuss erzielte, leitete er den Sieg seiner Mannschaft und damit das Weiterkommen ein.

Da er vor den Spielen für die U-Nationalmannschaften der Türkei schon die deutsche Staatsangehörigkeit besaß, hätte er auch für die deutsche Nationalmannschaft spielen können. Inzwischen hat er jedoch Pflicht-Länderspiele für die Türkei bestritten und ist nicht mehr für die Auswahlmannschaften des DFB spielberechtigt. Für die Weltmeisterschaftsqualifikationsspiele gegen Andorra und Rumänien wurde Çalhanoğlu von türkischen Nationaltrainer Fatih Terim in die A-Nationalmannschaft berufen und gab durch die Einwechslung in der Begegnung gegen die Auswahl Andorras am 6. September 2013 sein Länderspieldebüt.

Bewaffneter Angriff[Bearbeiten]

Im Oktober 2013 nach dem WM-Qualifikationsspiel der türkischen Nationalmannschaft gegen die niederländische Auswahl stürmte Gökhan Töre ins Zimmer seiner Teamkollegen Çalhanoğlu und Ömer Toprak und bedrohte diese mit einer Pistole.[21][22] Ziel des Angriffs war ein Freund Topraks, der sich im Zimmer befand.

Die türkische Fachpresse schrieb, dass Çalhanoğlu und Toprak nach diesem Vorfall dem Trainerstab der Nationalmannschaft ein Ultimatum gestellt hätten, im Fall einer Nominierung Töres der Nationalmannschaft fernzubleiben. Nach diesem Vorfall befanden sich Töre und die beiden Betroffenen nie gleichzeitig im Mannschaftskader. Nachdem der Nationaltrainer Fatih Terim im Rahmen zweier EM-Qualifikationsspiele neben Çalhanoğlu und Toprak wieder Töre eingeladen hatte, meldeten sich die beiden verletzungsbedingt ab. Dieser Umstand sorgte dafür, dass der Vorfall in der Fachpresse wieder aufgegriffen wurde. Nachdem es für diesen Vorfall lange Zeit keine offizielle Bestätigung gab, bestätigte Çalhanoğlus Vater Hüseyin Çalhanoğlu in einem Zeitungsinterview die bewaffnete Bedrohung seines Sohnes und Topraks durch Töre und gab an, dass die beiden Spieler und auch Nuri Şahin wegen dieser Aktion verstimmt seien. Er widersprach aber den Gerüchten über ein gestelltes Ultimatum und betonte, dass die Spieler sich wirklich verletzungsbedingt abmeldeten und das nicht als Vorwand benutzten.[23] Hakan Çalhanoğlu berichtete am 18. Oktober 2014 im Aktuellen Sportstudio selbst über den Angriff.[24]

Titel und Erfolge[Bearbeiten]

Karlsruher SC:

Türkische U-20-Nationalmannschaft:

Persönliche Auszeichnungen:

Sonstiges[Bearbeiten]

Çalhanoğlus Bruder Muhammed ist ebenfalls Fußballspieler und spielt in der zweiten Mannschaft des Karlsruher SC.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aussprache
  2. Bundesliga.de: Calhanoglu: "Meine Stärke ist links oben", 30. November 2014, abgerufen am 30. November 2014.
  3. Waldhof vertraut seinem Tafelsilber, www.morgenweb.de vom 10. Februar 2012
  4. ksc.de: KSC verlängert mit Hakan Calhanoglu, 11. März 2012, abgerufen am 12. März 2012
  5. Hamburger SV: Der HSV verpflichtet Hakan Calhanoglu, 14. August 2012, abgerufen am 14. August 2012
  6. kicker online:: Alibaz macht's mit Gefühl, Stoll mit Wucht, 19. August 2013, abgerufen am 4. August 2013
  7. fussball.de: Krönung einer atemberaubenden Saison: Calhanoglu ist Spieler des Jahres, 12. Juni 2013, abgerufen am 13. Juni 2013
  8. kicker online:: Der HSV dank Rudnevs am Ende standesgemäß, 4. August 2013, abgerufen am 4. August 2013
  9. kicker online:: Joker Szalai nutzt Adlers Patzer, 11. August 2013
  10. Spielbericht HSV - Eintracht Braunschweig, 31. August 2013, abgerufen am 31. August 2013
  11. Hamburger SV: Calhanoglu verlängert Vertrag vorzeitig bis 2018, 5. Februar 2014, abgerufen am 5. Februar 2014
  12. Calhanoglu wechselt zu Bayer 04, 3. Juli 2014, abgerufen am 3. Juli 2014
  13. Welt.de: Hakan Calhanoglu "möchte HSV verlassen", 21. Mai 2014, abgerufen am 3. Juli 2014
  14. Hamburger Abendblatt: Calhanoglu nach Wechsel-Theater vier Wochen krankgeschrieben, 18. Juni 2014, abgerufen am 3. Juli 2014
  15. shz.de: HSV: Calhanoglu reagiert nicht auf Slomkas Anrufe
  16. Bild.de: "Ab Dienstag nicht mehr krank", 5. Juli 2014, abgerufen am 5. Juli 2014
  17. rp-online.de: "Oliver Kreuzer kritisiert Hakan Calhanoglu"
  18. sportal.de: Leverkusens Hakan Calhanoglu klagt Hamburger SV an: 'Ohne Schuld in die Schusslinie geraten'
  19. mopo.de: Abrechnung mit Ex-HSV-Profi Calhanoglu
  20. tff.org: „U20 Millilerin, Dünya Kupası hazırlık kampı kadrosu ve programı açıklandı“ (abgerufen am 30. Mai 2013)
  21. sky.de: "Toprak und Calhanoglu sagen Länderspiel ab" (abgerufen am 8. Oktober 2014)
  22. focus.de: Hakan Calhanoglu sagt Türkei ab (abgerufen am 8. Oktober 2014)
  23. trtspor.com.tr: Şok olayla ilgili flaş açıklamalar... (abgerufen am 8. Oktober 2014)
  24. Interview mit Hakan Çalhanoğlu im Aktuellen Sportstudio mit Katrin Müller-Hohenstein, 18. Oktober 2014
Vorgänger Amt Nachfolger

Fabian Klos
Drittliga-Spieler des Jahres
2012/13

Dominik Kaiser