Hakaru Hashimoto

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Hakaru Hashimoto
Büste von Hashimoto vor dem Gebäude der ehemaligen Abteilungen für Innere Medizin
Gedenkstein an einer nach Hashimoto benannten Straße im Campus der Fakultät für Medizin, Universität Kyūshū

Hakaru Hashimoto (jap. 橋本策, Hashimoto Hakaru; * 5. Mai 1881 in Midai, Nishitsuge, Ahai-gun (heute: Midai, Iga), Präfektur Mie; † 9. Januar 1934)[1][2] war ein japanischer Pathologe und Chirurg. Er entdeckte die nach ihm benannte Hashimoto-Thyreoiditis (Autoimmunthyreoiditis).

Hashimoto wurde als dritter Sohn des Arztes Hashimoto Kennosuke geboren. Er war gläubiger Buddhist und Liebhaber des japanischen Theaters.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Nach Abschluss der Oberschule Nr. 3[3] begann Hashimoto 1903 ein Medizinstudium an der Medizinischen Schule Fukuoka[4] (seit 1911 Medizinische Fakultät der Kaiserlichen Universität Kyūshū). Nach dem Studienabschluss 1907 war er von 1908 bis 1912 unter Professor Miyake Hayari, einem Pionier der Neurochirurgie, in der chirurgischen Klinik tätig.

In seiner Dissertation mit dem Titel Struma lymphomatosa[5] beschreibt Hashimoto vier histologische Charakteristika der später nach ihm benannten Erkrankung der Schilddrüse:

  1. Diffuse lymphozytäre Infiltration,
  2. Bildung lymphoider Follikel,
  3. Zerstörung epithelialer Zellen,
  4. Proliferation von fibrösem Gewebe.

Hashimoto veröffentlichte diese Dissertation 1912 in einer deutschen Fachzeitschrift[6] und war in seiner Heimat praktisch unbekannt. Im selben Jahr ging er nach Göttingen, wo er sich bei dem Pathologen Eduard Kaufmann in Göttingen mit der Urogenital-Tuberkulose beschäftigte. Aufenthalte in Berlin und London folgten.

Aufgrund des Todes seines Vaters und des beginnenden Ersten Weltkrieges reiste er 1915 über London nach Japan zurück.[7] Nach einem kurzen Aufenthalt an der Kyushu-Universität kehrte er in seine Heimat zurück und übernahm im folgenden Jahr die Praxis seines Vaters. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit war die Viszeralchirurgie. 1934 verstarb er im Alter von 53 Jahren an Typhus.

Hashimotos Forschungsergebnisse wurden 1922 von Ewing bezweifelt, 1931 von Graham & MacCullagh unterstützt. 1957 machte Hachinen Akita erneut auf den inzwischen fast vergessenen Hashimoto und dessen Verdienst aufmerksam. 1962 folgte eine ähnliche Einordnung auf internationaler Ebene durch Deborah Doniach und Ivan Roitt.

Hashimoto zu Ehren steht in Midai eine Gedenkstele,[1] die Japanische Schilddrüsengesellschaft (日本甲状腺学会, Nihon Kōjōsen Gakkai) führt ihn in ihrem Logo,[8] und eine Straße (橋本通り, Hashimoto-dōri) des medizinischen Campus der Universität Kyūshū wurde nach ihm benannt.[9]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hakaru Hashimoto – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b 橋本策生誕地碑. Iga, abgerufen am 29. Mai 2011 (japanisch).
  2. 橋本策 はしもと-はかる. In: デジタル版 日本人名大辞典+Plus/kotobank.jp. Kodansha, 2009, abgerufen am 29. Mai 2011 (japanisch).
  3. 第三高等学校, Dai san Kōtōgakkō. Diese Oberschulen des alten Typs, von denen es nur eine kleine Zahl gab, waren voll auf die Ausbildung einer Elite ausgerichtet
  4. Zu dieser Zeit war diese Schule eine Zweigstelle der Kaiserlichen Universität Kyōto (京都帝国大学福岡医科大学, Kyōto teikokudaigaku Fukuoka ikadaigaku).
  5. Kōjōsen rinpa-setu sho-teki henka ni kansuru kenkyū hōkoku
  6.  Hakaru Hashimoto: Zur Kenntnis der lymphomatösen Veränderungen der Schilddrüse (Struma lymphomatosa). In: Archiv für klinische Chirurgie. 97, 1912., S. 219–248.
  7. In diesem Krieg stand Japan an der Seite Englands gegen Deutschland.
  8. 日本甲状腺学会のロゴについて. 日本甲状腺学会, abgerufen am 29. Mai 2011 (japanisch).
  9. キャンパス風景. Universität Kyūshū, abgerufen am 29. Mai 2011 (japanisch).