Halabdscha

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Halabdscha
Lage
Halabdscha (Irak)
Halabdscha
Halabdscha
Koordinaten 35° 11′ N, 45° 59′ O35.17861111111145.985277777778Koordinaten: 35° 11′ N, 45° 59′ O
Staat Irak
Autonome Region Kurdistan
Gouvernement as-Sulaimaniyya
Basisdaten
Einwohner 57.000
Blick auf Halabdscha
Blick auf Halabdscha

Halabdscha (kurdischهه‌ڵه‌بجه‎, Helebce; arabisch ‏حلبجة‎, DMG Ḥalabǧa) ist eine Stadt in der Autonomen Region Kurdistan im Irak, mit etwa 57.000 Einwohnern. Sie liegt etwa 240 km nordöstlich von Bagdad und 14 - 16 km von der Grenze zum Iran entfernt im Gouvernement as-Sulaimaniyya. Sie wird hauptsächlich von Kurden bewohnt.

Giftgasangriff[Bearbeiten]

Weltweit bekannt wurde dieser Ort, nachdem er am 16. März 1988, am Ende des Ersten Golfkriegs des Irak gegen den Iran, von der irakischen Luftwaffe mit Giftgas bombardiert wurde. Bei dem Angriff sollen Senfgas und die Nervenkampfstoffe Sarin und VX zum Einsatz gekommen sein.[1]

US-amerikanischer Soldat vor den Gräbern der Opfer von 1988

Im Zusammenhang mit diesem Angriff wurde der ehemalige General Ali Hasan al-Madschid im Juni 2007 zum Tode verurteilt und 2010 hingerichtet.

Bei Gedenkfeierlichkeiten am 18. März 2006 protestierte eine Menge von kurdischen Jugendlichen vor dem Halabdscha-Monument, das an diesen Angriff erinnert, gegen Korruption. Im Laufe des Protests drang die Menge in das Monument ein, verwüstete es und steckte es anschließend in Brand. Die regionale PUK-Regierung vermutet Islamisten hinter den Verwüstungen. Die Region Halabdscha wurde bis zum Irak-Angriff der USA im Jahre 2003 von der radikal-islamischen Terroristengruppe Ansar al-Islam kontrolliert.

Berühmte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. GENOCIDE IN IRAQ, The Anfal Campaign Against the Kurds. A Middle East Watch Report, Juli 1993, Kap. 3: First Anfal - The Fall of the PUK Headquarters: Yet Halabja, while remaining the single greatest atrocity of the war against the Kurds, was not part of Anfal.