Halbaminale

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Allgemeine Struktur eines Halbaminals
Allgemeine Struktur eines Aminals

Halbaminale (Synonym: Halbaminoacetal) sind eine Stoffgruppe in der organischen Chemie. Sie enthalten als Strukturelement eine Hydroxygruppe und eine Aminogruppe am gleichen Kohlenstoffatom.

Aminale (auch Aminoacetale) sind eine Stoffgruppe, die als funktionelle Gruppen zwei an einem Kohlenstoff-Atom gebundene Aminogruppen enthalten. Aminale sind meist instabil und Zwischenprodukte bei der Bildung von Iminen.

Aminale und Halbaminale sind Verwandte der Acetale und Halbacetale, wobei die Sauerstoff-Gruppen durch Stickstoff-Gruppen ersetzt sind. Zu den cyclischen Vertretern der Aminale zählen die 3-Oxazoline und 4-Oxazoline.

Darstellung[Bearbeiten]

Die folgende Reaktion zeigt ein Beispiel für die Bildung eines Halbaminals aus dem sekundären Amin Carbazol und Formaldehyd.[1][2]

Reaktion von Carbazol mit Formaldehyd zu Carbazol-9-yl-methanol

Aminale von primären Aminen sind instabil und können oft nicht direkt beobachtet werden. Dies erfordert in der Regel spezielle Bedingungen.[3]

Die Bildung von Halbaminalen ist eine Schlüsselreaktion bei der asymmetrischen Synthese von Saxitoxin:[4]

Hemiaminal formation in saxitox in synthesis

Bei diesem Schritt wird die Doppelbindung zuerst durch Osmium(III)chlorid, Ozon und Natriumcarbonat zum intermediären Acyloin oxidiert.– Die Synthese der 3-Oxazoline ist in der Literatur beschrieben.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Milata Viktor, Kada Rudolf, Lokaj J n: Carbazol-9-yl-methanol. In: Molbank. 2004, 2004, S. M354, doi:10.3390/M354.
  2. Reaktion in Methanol im Rückfluss mit Natriumcarbonat. Durch saure Katalyse reagiert das Aminoacetal zum Imin N,N´-Biscarbazol-9-yl-methan.
  3. Stabilization of Labile Carbonyl Addition Intermediates by a Synthetic Receptor Tetsuo Iwasawa, Richard J. Hooley, Julius Rebek Jr. Science 317, 493 (2007) doi:10.1126/science.1143272.
  4. (+)-Saxitoxin: A First and Second Generation Stereoselective Synthesis James J. Fleming, Matthew D. McReynolds, and J. Du Bois J. Am. Chem. Soc., 129 (32), 9964–9975, 2007. doi:10.1021/ja071501o.
  5. Maya Weber, Jürgen Jakob und Jürgen Martens: Synthese und Reaktivität von 3-Oxazolinen, Liebigs Annalen der Chemie 1992, 1–6.