Halbe

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Halbe (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Halbe
Halbe
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Halbe hervorgehoben
52.10861111111113.70083333333335Koordinaten: 52° 7′ N, 13° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Dahme-Spreewald
Amt: Schenkenländchen
Höhe: 35 m ü. NHN
Fläche: 78,08 km²
Einwohner: 2150 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 28 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15757
Vorwahl: 033765
Kfz-Kennzeichen: LDS
Gemeindeschlüssel: 12 0 61 216
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile und 4 Gemeindeteile
Adresse der Amtsverwaltung: Markt 9
15755 Teupitz
Webpräsenz: gemeinde-halbe.de
Bürgermeister: Ralf Kunze (BBfW)
Lage der Gemeinde Halbe im Landkreis Dahme-Spreewald
Alt Zauche-Wußwerk Bersteland Bestensee Byhleguhre-Byhlen Drahnsdorf Eichwalde Golßen Groß Köris Halbe Heideblick Heidesee Jamlitz Kasel-Golzig Königs Wusterhausen Krausnick-Groß Wasserburg Lieberose Lübben Luckau Märkisch Buchholz Märkische Heide Mittenwalde Münchehofe Neu Zauche Rietzneuendorf-Staakow Schlepzig Schönefeld Schönwald Schulzendorf Schwerin Schwielochsee Spreewaldheide Steinreich Straupitz Teupitz Unterspreewald Wildau Zeuthen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Halbe ist eine Gemeinde im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg.

Lage[Bearbeiten]

Geografie[Bearbeiten]

Der Ort liegt im weiteren Einzugsbereich der Dahme, die etwa zwei Kilometer südöstlich des Ortes nach Berlin in die Spree fließt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

  • Halbe
    • Teurow
  • Oderin
  • Freidorf
  • Briesen
    • Brand

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Halbe grenzt an die Städte Teupitz, Märkisch Buchholz und Baruth/Mark sowie die Gemeinden Groß Köris, Krausnick-Groß Wasserburg und Rietzneuendorf-Staakow.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Halbe wurde im 16. Jahrhundert erstmals erwähnt. 1749 wurde der heutige Ortsteil Briesen, der sich bis dahin im Besitz derer von Stutterheim befand, an Joachim Seyfried von Schlieben aus dem Adelsgeschlecht derer von Schlieben auf Oderin verkauft. Um 1750 errichtete Hans Ernst von Schlieben in Briesen ein Herrenhaus. 1822 wurde in Briesen eine Freischule eingerichtet, die sich aus einer 1817 erfolgten Stiftung der Dichterin Wilhelmine Luise Elisabeth von Schlieben (1765–1851) finanzierte. Um 1850 wurde in Brand eine unvollständig erhaltene Bronzefibel aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. gefunden. 1866 erhielt Brand eine Bahnstation an der Berlin-Görlitzer Bahn, in den Folgejahren auch die Orte Halbe und Oderin. 1910 übernahm Fritz Paul Jentz, Inhaber des Metropol-Theaters in Berlin, das Rittergut Briesen. 1910 bis 1913 wurde in Briesen das neue Schloss errichtet und der Park angelegt (von der Gartenbaufirma Späth aus Berlin). 1924 wurde in Briesen die große Remise mit einer den dorischen Tempeln nachempfundenen Fassade erbaut. Von 1945 bis 1948 war das Schloss Sitz der sowjetischen Kommandantur, von 1948 bis 1951 Kreisparteischule der SED und dann bis 1991 Schule. Nach Jahren des Leerstands begann 1996 die Rekonstruktion von Schloss und Schlossparkanlage.

1945 im letzten Kriegsjahr des Zweiten Weltkrieges erlitt die Wehrmacht im Raum von Halbe und Märkisch-Buchholz eine ihrer letzten großen Niederlagen. Bei der unter Kessel von Halbe bekanntgewordenen Schlacht kamen gegen Kriegsende geschätzte 60.000 Menschen ums Leben. Ein großer Teil davon wurde auf dem Waldfriedhof Halbe begraben.

Am 1. Januar 1974 wurde Teurow eingemeindet.[2] Bei der Gemeindereform Brandenburg 2003 wurden Briesen, Freidorf und Oderin am 26. Oktober 2003 eingemeindet.[3]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen
Jahr Einwohner
1875 1573
1890 1807
1925 2408
1933 2422
1939 2555
1946 3031
1950 3007
1964 2648
1971 2570
1981 2264
Jahr Einwohner
1985 2194
1989 2133
1990 2119
1991 2117
1992 2098
1993 2079
1994 2112
1995 2105
1996 2134
1997 2217
Jahr Einwohner
1998 2262
1999 2244
2000 2266
2001 2267
2002 2240
2003 2225
2004 2360
2005 2232
2006 2219
2007 2194
Jahr Einwohner
2008 2167
2009 2169
2010 2141
2011
2012

Quellen: Die detaillierten Quellen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg finden sich unter Population Projection Brandenburg in den Wikimedia Commons.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung Halbe umfasst 12 Sitze.

  • Die Linke 5 Sitze
  • Bürger Bündnis freier Wähler e.V (BBfW) 4 Sitze
  • FDP 1 Sitz
  • Bürger pro Oderin 1 Sitz
  • NPD 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)[4]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 26. August 2003 genehmigt.

Blasonierung: „In Gold ein schräglinker blauer Wellenbalken, begleitet oben von einem schwarz-bordierten silbernen Kreuz und unten von fünf grünen Lindenblättern (3:2).“[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe Liste der Baudenkmale in Halbe und Liste der Bodendenkmale in Halbe mit den in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmalen.

  • Evangelische Dankeskirche, erbaut 1913-1914 von Curt Steinberg.
    Dankeskirche
  • Auf dem Waldfriedhof Halbe sind etwa 24.000 Opfer des Kessels von Halbe und 4.620 namentlich bekannte Opfer des sowjetischen Speziallagers Ketschendorf von 1945 bis 1947 begraben [6].
    Glockenplastik auf dem Waldfriedhof
  • Schloss in Briesen
  • Tropical Islands in Brand mit der größten freitragenden Halle der Welt auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes Brand

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Seit 1989 finden am Volkstrauertag und seit geraumer Zeit auch zu Jahresanfang Trauermärsche zum „Heldengedenken“ in Halbe statt. Als Gegendemonstration hat ein von der Landesregierung unterstütztes Aktionsbündnis gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit einen „Tag der Demokraten“ ins Leben gerufen.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Halbe ist über einen Bahnhof an der Bahnstrecke Berlin–Görlitz, sowie die Bundesautobahn 13 und die Landesstraße L 74 an die Region angeschlossen.

Quellenangaben[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  4. Ergebnisse der Wahlen der Vertretungen in den Städten und Gemeinden 2014
  5. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  6. Deutsche Kriegsgräberstätte:Halbe Deutschland:Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, 7. Mai 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Halbe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien