Halbe Zijlstra

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Halbe Zijlstra (* 21. Januar 1969 in Oosterwolde, Gemeinde Ooststellingwerf, Provinz Friesland) ist ein niederländischer Politiker und seit dem 14. Oktober 2010 Staatssekretär für Bildung, Kultur und Wissenschaft im Kabinett Rutte I. Zijlstra gehört der marktliberal-konservativen Volkspartij voor Vrijheid en Democratie (VVD) an.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Zijlstra wurde 1969 in Oosterwolde als Sohn eines Polizeikommissars geboren.[1] Sein Großvater war Gastronom in Warfstermolen. In jungen Jahren war er im Brieftaubensport aktiv und drei Jahre lang Sekretär einer Brieftaubenvereinigung. Seinem Studium der Soziologie an der Reichsuniversität Groningen folgte die Promotion in jenem Fach im Jahre 1996. Nebenher studierte er an der ebenfalls in Groningen gelegenen Hanzehogeschool Marketing. Nach dem Abschluss seiner Doktorarbeit zog Zijlstra nach Utrecht um, wo er noch immer lebt. Zijlstra ist verheiratet. Privat gibt er von sich an, dass er Radrennen mag und nach Debatten im Parlament gerne Metallica hört.[2]

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

Zijlstra wurde 1994 Mitglied der VVD, seinerzeit unter dem Einfluss von Frits Bolkestein. Nachdem er 1996 nach Utrecht gezogen war, kandidierte er 1998 für den dortigen Stadtrat und wurde gewählt. Wegen einer beruflichen Auslandstätigkeit legte er das Mandat 2001 nieder, kehrte aber 2003 wieder in den Rat zurück, ehe er kurz nach der Wiederwahl 2006 erneut wegen beruflicher Verpflichtungen das Mandat niederlegen musste.

Im Herbst 2006 wurde Zijlstra als 19. auf der Liste der VVD in die Zweite Kammer der Generalstaaten gewählt. Er brachte in jener Legislaturperiode unter anderem ein Gesetz zur Eindämmung der Gewalt bei Fußballspielen (Hooliganismus) ein.[3] Bei den Wahlen 2010 wurde Zijlstra erneut ins Parlament gewählt. Am 14. Oktober 2010 berief ihn Ministerpräsident Mark Rutte als Staatssekretär für Bildung, Kultur und Wissenschaft in sein Kabinett.

Als Staatssekretär entwickelte Zijlstra im Laufe des Jahres 2011 Pläne für Einsparungen bei subventionierten Kulturprojekten, die ihm viel Kritik von Kulturschaffenden einbrachte. Unter anderem kam es zu Demonstrationen von mehreren Tausend Menschen in Amsterdam.[4] Aus dem 900-Millionen-Euro-Etat sollen 200 Millionen Euro gestrichen werden. Daneben sprach sich Zijlstra dafür aus, Studenten, die zu lange für ihr Studium brauchen, mit einer Extra-Abgabe zu belegen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Porträt bei www.elsevier.nl, abgerufen am 16. April 2012. (Niederländisch)
  2. NRC Handelsblad: Even geen Metallica voor Halbe Zijlstra, abgerufen am 16. April 2012. (Niederländisch)
  3. Het Parool: PvdA en VVD maken zelf voetbalwet, 6. Dezember 2006, abgerufen über archive.org am 16. April 2012. (Niederländisch)
  4. De Volkskrant: Duizenden mensen protesteren tegen cultuurplannen op Malieveld, 27. Juni 2011, abgerufen am 16. April 2012. (Niederländisch)