Halber Schlag

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Halber Schlag
Halber Schlag
Typ Grundform
Anwendung Grundform beim Knüpfen
Ashley-Nr
Synonyme Frivolitätenknoten
Englisch Half Hitch

Ein halber Schlag oder Halbschlag ist eine Grundform beim Knüpfen von Knoten. Er umschließt ein Seil oder ein anderes Objekt einfach. Im Gegensatz zum Rundtörn wird beim halben Schlag das lose Ende hinter dem festen Ende vorbeigeführt, es kommt zu einer Beklemmung.

In der Knotenkunde[Bearbeiten]

Der halbe Schlag ist Bestandteil vieler Knoten. Am bekanntesten ist Anderthalb Rundtörn mit zwei halben Schlägen. Außerdem kann er zur Sicherung eines freien Seilendes eingesetzt werden, beispielsweise nach einem Webeleinenstek.

Anwendung[Bearbeiten]

Feuerwehr[Bearbeiten]

Halbschlag am Strahlrohr

Die Feuerwehren legen einen Halbschlag um Balken oder andere lange Gegenstände, die hochgezogen oder abgelassen werden müssen, um diese besser führen zu können und sie am unkontrollierten Umherschlagen zu hindern (siehe Bild mit Halbschlag am Strahlrohr).

In der Regel wird er zusammen mit einem Mastwurf oder einer Doppelschlinge benutzt, die der eigentlichen Befestigung des Gerätes dienen. Im Ashley-Buch der Knoten wird diese Variante auch als Überkreuzknoten (Nummer 206) bezeichnet.

Bauhandwerk[Bearbeiten]

zum Sichern langer Balken

Auf dem Bau und von Zimmerleuten werden Balken unten mit dem Zimmermannsknoten befestigt, und oben mit einem halben Schlag gesichert, und können so mit einem Seil senkrecht hochgezogen werden.

Segeln[Bearbeiten]

Der abschließende Kopfschlag beim Belegen auf der Klampe ist ein halber Schlag.

Der Webeleinenstek besteht aus zwei halben Schlägen.

Eine Leine kann auch auf der Winsch mit einem halben Schlag belegt werden. Dazu wird das lose Ende unter dem festen Ende als Bucht durchgezogen und diese als halber Schlag über die Winsch gestülpt. Es entsteht dann eine Art „Stopperstek“. Dasselbe geht auch mit einer Ankerkette am Kettenpoller.

Mit der Großschot oder einer Hilfsleine kann das aufgetuchte Segel am Großbaum festgezurrt werden. Dazu knüpft man mehrere halbe Schläge um Segel und Baum, bei denen die Leine jeweils als Bucht durchgezogen wird. Das Ganze sieht dann wie eine verschnürte Wurst aus und lässt sich durch Zug am losen Ende auf die ganze Länge wieder aufziehen.

Im Gegensatz zum selbst öffnenden halben Schlag gibt es auch den Marlschlag um ein Segel an einer Spiere anzuschlagen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Unterschied: Halber Schlag und Marlschlag