Halberstädter Verkehrs-GmbH
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| Halberstädter Verkehrs-GmbH | |
|---|---|
| Basisinformationen | |
| Unternehmenssitz | Halberstadt |
| Webpräsenz | www.stadtverkehr-halberstadt.de |
| Eigentümer | Stadt Halberstadt/nosa GmbH |
| Geschäftsführer | Dipl.-Ing. Axel Wöhlbier |
| Beschäftigte | 42 |
| Linien | |
| Spurweite | 1000 mm (Meterspur) |
| Straßenbahn | 2 |
| Bus | 5 |
| Anzahl Fahrzeuge | |
| Straßenbahn | 16 |
| Omnibus | 8 |
| Statistik | |
| Fahrgäste | 2,7 Mio. pro Jahr |
| Haltestellen | 94 |
| Länge Liniennetz | |
| Straßenbahnlinien | 11,7 km |
| Buslinien | 53,3 km |
| Sonstige Betriebseinrichtungen | |
| Betriebshöfe | 1 |
| Länge Gleisanlagen | 16,9 km |
| Weichen | 44 |
Die Halberstädter Verkehrs-GmbH ist ein am 7. Dezember 1992 gegründetes Verkehrsunternehmen der Stadt Halberstadt; sie ging aus dem VEB Städtischer Nahverkehr Halberstadt hervor. Die Halberstädter Verkehrs-GmbH betreibt den öffentlichen Personennahverkehr in der Stadt Halberstadt mit derzeit 2 Straßenbahnlinien und 5 Stadtbuslinien.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geschichte
Die Geschichte des Unternehmens reicht bis in das Jahr 1887 zurück. Am 23. Juni jenes Jahres wurde der Pferdebahnbetrieb der Halberstädter Pferdebahn AG gegründet. Die beiden Linien dieser Bahn begannen am Hauptbahnhof, beide führten zum Fischmarkt und teilten sich dort. Die eine Linie fuhr zum Johannistor, die andere zur Vogtei. Im Jahr 1901 beschloss der Magistrat der Stadt, die Bahn zu elektrifizieren. Nachdem dies beschlossen war, übernahm die Stadt am 1. Juli 1902 den Betrieb, der von nun an den Namen Halberstädter Straßenbahn AG führte. Zudem wurden die beiden Endpunkte miteinander verbunden und eine Parallelstrecke durch die heutige Walter-Rathenau-Straße und Richard-Wagner-Straße zum Hauptbahnhof gebaut. Die Elektrifizierung war am 2. Mai 1903 mit dem Neubau eines nahe dem Kraftwerk gelegen Straßenbahndepots in der Gröperstraße abgeschlossen, und man nahm am selben Tag den elektrischen Betrieb auf. Der Anschluss zum Depot führte durch die schmalen und engen Straßen der Unterstadt.
Der Betrieb wurde mit 19 Wagen begonnen. Doch nach der Eröffnung der Strecke zum Naherholungsgebiet Klusberge im Jahr 1903 mussten bereits 1904 sechs weitere Wagen angeschafft werden. 1908 kamen nochmals zwei Wagen zum Bestand hinzu. Bis zum Jahr 1909 fuhr die Bahn an der Rentabilitätsgrenze, erst dann hatte man ein Liniennetz gefunden, welches den Kundenbedürfnissen entsprach und steigende Fahrgastzahlen mit sich brachte.
1909 wurden folgende Linien betrieben:
- 1 Bahnhof – Magdeburger Straße – Fischmarkt – Bakenstraße – Grudenberg – Westendorf – Fischmarkt – Bahnhof
- 2 Bahnhof – Magdeburger Straße – Fischmarkt – Westendorf – Wilhelmstraße – Richard-Wagner-Straße – Bahnhof
- 3 Bahnhof – Magdeburger Straße – Fischmarkt – Hoher Weg – Gröperstraße – Friedhof
- 4 Bahnhof – Magdeburger Straße – Fischmarkt – Westendorf – Grudenberg
- 5 Fischmarkt – Spiegelstraße – Westerhäuser Straße – Klus
- 6 Friedhof – Hoher Weg – Fischmarkt – Spiegelstraße – Westerhäuser Straße – Klus
Insgesamt wurden auf 14,5 Kilometern Gleisen sechs Linien mit einer Streckenlänge von 23,3 Kilometern betrieben. Bis zum Jahr 1913 wurde die Zahl der Reisenden auf 2,7 Millionen im Vergleich zum Jahr 1903 verdoppelt.
[Bearbeiten] Erster Weltkrieg
Der Erste Weltkrieg führte auch in Halberstadt zu Einschränkungen, und die Schaffner wurden fast vollständig durch Schaffnerinnen ersetzt. Die Weltwirtschaftskrise führte durch den Rückgang der Fahrgastzahlen und die sinkenden Einnahmen zur Einführung des schaffnerlosen Betriebes ab dem 1. Januar 1921. 1924 wurde der Betrieb bis auf die Strecke vom Bahnhof über die Magdeburger Straße zum Fischmarkt eingestellt.
1925, nach der Einführung der Rentenmark, nahm die Straßenbahn auf drei Linien den Betrieb mit Schaffner wieder auf:
- 1 Hauptbahnhof – Magdeburger Straße – Fischmarkt – Vogtei – Grudenberg – Westendorf –Fischmarkt – Hauptbahnhof
- 2 Hauptbahnhof – Richard-Wagner-Straße – Friedrich-Ebert-Straße – Spiegelstraße
- 3 (Friedhof – Hoher Weg -) Fischmarkt – Spiegelstraße – Herbingstraße – Klus
[Bearbeiten] Zweiter Weltkrieg
Ab 1931 wurden neue Fahrzeuge der Firma Lindner angeschafft. Trotz Kriegsausbruch wurden bis 1941 insgesamt elf neue Wagen dieses Typs gekauft. 1943 wurde zudem ein schon lange geplantes Neubaustück eingeweiht. Am 8. April 1945 fiel neben der historischen Altstadt auch die Straßenbahn fast vollständig einem Bombenangriff zu Opfer.
Bereits am 18. August 1945 wurde der Betrieb zwischen Friedhof und Fischmarkt wieder aufgenommen, und im Sommer 1946 war bis auf die Strecke zum Klus das komplette Netz wieder in Betrieb. Am 1. Januar 1950 wurden die Stadtwerke Halberstadt aufgelöst, der Straßenbahnbetrieb kam zum Kommunalen Wirtschaftsunternehmen der Stadt Halberstadt (KWU). Am 1. Mai 1951 wurde die KWU wieder aufgelöst und die VEB (K) Verkehrsbetriebe Halberstadt gebildet.
[Bearbeiten] Straßenbahn zu DDR-Zeiten und nach der Wende
Ab Juni 1951 wurden die alten Triebwagen der Firma Lindner durch die neuen LOWA-Triebwagen und später durch Gotha-Fahrzeuge ersetzt. 1953 wurde das neue Verwaltungsgebäude am Friedhof, in der Gröperstraße 83 in Betrieb genommen. Der schaffnerlose Betrieb wurde 1966 eingeführt. Seit dem 30. September 1976 findet man Entwerter in den Fahrzeugen. Ende der 1970er Jahre wurde das Netz in weiten Teilen umgebaut. Die Magdeburger Straße wurde straßenbahnfrei und die Strecke auf dem Breiten Weg wurde in die Kühlinger Straße verlegt. Der Hauptbahnhof wurde zu einer Wendeschleife umgestaltet und der Fischmarkt wurde durch den Umbau der Haltestelle am Holzmarkt ebenfalls straßenbahnfrei.
Am 1. Januar 1982 wurde das Unternehmen in das VE Verkehrskombinat Magdeburg als VEB Städtischer Nahverkehr Halberstadt eingegliedert. In diesem blieb es bis zu einem Beschluss des Rates des Bezirks Magdeburg am 25. Mai 1990. Nachdem die Stadt wieder Besitzer des mittlerweile heruntergewirtschafteten Betriebes war, wurde beschlossen, die Straßenbahn beizubehalten und am 7. Dezember 1992 die Halberstädter Verkehrs-GmbH gegründet. Zwischenzeitlich hatte man 1991 begonnen, die Gleise und Fahrleitungen grundhaft zu erneuern. Im Jahr 1992 wurde der Fahrzeugpark, mittels Übernahme von gebrauchten Straßenbahntriebwagen des Typs GT4 aus Stuttgart und Freiburg im Breisgau, erneuert. Diese Fahrzeuge lösten die zweiachsigen Straßenbahnwagen ab. Am 4. August 1993 wurde die Straßenbahnlinie 2 von der bisherigen Endhaltestelle Vogtei bis ins Wohngebiet Nordring zur Wendeschleife Sargstedter Weg verlängert.
[Bearbeiten] Eingliederung in die „Nosa“ Holding der Stadt Halberstadt
Am 17. Dezember 1997 wurde die Halberstädter Verkehrs-GmbH ein Tochterunternehmen der nosa GmbH, der Holding der Stadt Halberstadt. Am 2. Mai 2003 wurde das Jubiläum 100 Jahre elektrische Straßenbahn Halberstadt begangen. In den Jahren 2003 bis 2005 sah es um die Zukunft der Halberstädter Straßenbahn nicht sehr gut aus. In der Stadtverwaltung wurde immer wieder eine Einstellung des Straßenbahnbetriebes diskutiert. Letztlich ist es der HVG zu verdanken, dass heute noch die Straßenbahn durch Halberstadt fährt. Sie kämpfte um den Erhalt ihrer Straßenbahn und fühlte sich der Tradition des Straßenbahnbetriebes in Halberstadt verpflichtet. Nach einigem hin und her fiel eine positive Entscheidung zur Straßenbahn. So konnte am 3. September 2005 ein Vertrag über die Lieferung von 5 Niederflurstraßenbahnen vom Typ NGTW6-H LEOLINER mit der LEOLINER Fahrzeugbau Leipzig-GmbH abgeschlossen werden. Gleichzeitig begann der Ausbau der Friedrich-Ebert-Straße. Die Straße, Versorgungsleitungen, Schienen und Haltestellen wurden komplett erneuert. Nach dem Besuch des ersten NGTW6-H auf der InnoTrans 2006 wurde er am 13. Oktober 2006 an die HVG übergeben und am 14. Oktober auf einem Betriebshoffest der Öffentlichkeit vorgestellt. Die anderen vier Fahrzeuge wurden bis Februar 2007 ausgeliefert. Seit August 2007 sind alle Fahrzeuge des Typs NGTW6-H im Liniendienst anzutreffen.
Seit dem Fahrplanwechsel am 26. August 2007 verkehren die Linien 1 und 2 kombiniert. Am Hauptbahnhof wechselt die eine auf die andere Linie über. Außerdem wurde die, lediglich an Samstagen, Sonn- u. Feiertagen verkehrende, Linie 3 eingestellt. Die Strecke zum Klus wurde in die Linie 2 integriert. Die Züge der 2 verkehren nur in Richtung Hauptbahnhof ab Herbingstraße über die Wendeschleife Klus. Für Fahrgäste aus Richtung Hauptbahnhof besteht an der Haltestelle Herbingstraße Anschluss an die Linie 2 zum Klus.
Die Straßenbahn- u. Buslinien sind montags bis freitags von 5 Uhr bis 20 Uhr im Einsatz. An Samstagen, Sonn- u. Feiertagen verkehren nur die Linien 1, 2 und 11. Diese sind von 5 Uhr bis 18:30 Uhr im Einsatz. Auf den Linien 12 und 13 ruht der Verkehr; die Linie 14 wird als Rufbus betrieben. Täglich in der Schwachlastzeit Abends und mit einer Fahrt morgens verkehrt in Halberstadt nur die Linie 15.
[Bearbeiten] Heute betriebene Linien der HVG
Straßenbahn:
- 1 Hauptbahnhof – Heinrich-Heine-Platz - Fischmarkt – Holzmarkt - Zuckerfabrik - Friedhof
- 2 Hauptbahnhof – Heinrich-Heine-Platz - Landratsamt - Herbingstraße - (Klus, nur in Richtung Hbf.) - Herbingstraße - Westerhäuser Straße (Hp. Halberstadt Spiegelsberge) - Holzmarkt - Vogtei - Sargstedter Weg
Stadtbus:
- 11 Sargstedter Siedlung – Holzmarkt – Hauptbahnhof – Oststraße (Hp. Halberstadt Ostraße) - Rudolf-Diesel-Straße - Diakonie/Werkstätten - Harsleben
- 12 Klusberge – Holzmarkt – Hauptbahnhof – Wehrstedt
- 13 Harsleben - Rudolf-Diesel-Straße – Holzmarkt – Kuckucksfeld – Holzmarkt – Harsleben
- 14 Zuckerfabrik – Friedhof – Klein Quenstedt
- 15 verkehrt nur im Abend- u. Frühverkehr Sargstedter Siedlung – Voigtei – Holzmarkt – FSZ Am Sommerbad – Hauptbahnhof –Oststraße (Hp. Halberstadt Ostraße) - Rudolf-Diesel-Straße - Landgraben – Harsleben
[Bearbeiten] Fahrzeuge
[Bearbeiten] Straßenbahnen für den Linienverkehr
5 Niederflurgelenktriebwagen NGTW6-H LEOLINER Betr.-Nr. 1 bis 5
1 Gelenktriebwagen GT4 ER Betr.-Nr. 156 (ex. Stuttgart 550)
4 Gelenktriebwagen GT4 ZR Betr.-Nr. 161, 164, 167, 168 (ex. Freiburg 105, 104, 110, 111)
[Bearbeiten] Historische Straßenbahnen und Sonderwagen
1 Historischer Triebwagen „Lindner“ Bj. 1939 Betr.-Nr. 31
1 Historischer Triebwagen ET 1 „LOWA“ Bj. 1956 Betr.-Nr. 36
1 Triebwagen ET 57 mit Beiwagen EB 62 Betr.-Nr. 39 und 61
1 Triebwagen ET 62 Betr.-Nr. 30
1 Gelenktriebwagen GT4 ZR ex. Freiburg „HAKIBA“ (Halberstädter Kinderbahn) Betr.-Nr. 166 (ex. Freiburg 105)
[Bearbeiten] Busse für den Linienverkehr
5 Niederflurstadtbusse MAN 12 m, davon 3 mit umweltfreundlichem Erdgasantrieb
2 Midi-Niederflurbusse MAN
1 Mini-Bus (15 Sitzplätze) MAN

