Halberstadt

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Halberstadt (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Halberstadt
Halberstadt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Halberstadt hervorgehoben
51.89805555555611.056666666667122Koordinaten: 51° 54′ N, 11° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Harz
Höhe: 122 m ü. NHN
Fläche: 142,97 km²
Einwohner: 40.526 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 283 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 38820 (Halberstadt),
38822 (Aspenstedt, Athenstedt, Emersleben, Klein Quenstedt, Mahndorf, Neu Runstedt, Sargstedt, Schachdorf Ströbeck, Veltensmühle),
38895 (Langenstein)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 03941, 039424, 039425, 039427
Kfz-Kennzeichen: HZ, HBS, QLB, WR
Gemeindeschlüssel: 15 0 85 135
Stadtgliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Holzmarkt 1
38820 Halberstadt
Webpräsenz: www.halberstadt.de
Oberbürgermeister: Andreas Henke (Die Linke)
Lage der Kreisstadt Halberstadt im Landkreis Harz
Quedlinburg Ballenstedt Ballenstedt Blankenburg (Harz) Ditfurt Falkenstein/Harz Quedlinburg Groß Quenstedt Halberstadt Harsleben Harzgerode Hedersleben Huy Ilsenburg (Harz) Nordharz Oberharz am Brocken Osterwieck Quedlinburg Schwanebeck Selke-Aue Thale Wegeleben WernigerodeKarte
Über dieses Bild

Halberstadt (plattdeutsch Halwerstidde) ist Kreisstadt des Landkreises Harz in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Die Stadt liegt im nördlichen Harzvorland.

Geografie[Bearbeiten]

Blick von der Martinikirche zum Dom
Halberstadt (im Hintergrund), Blickrichtung Nordwesten

Halberstadt liegt rund 20 Kilometer nördlich des Harzes an der Holtemme und dem Goldbach. Im Norden der Stadt befindet sich der Höhenzug Huy, im Osten die Magdeburger Börde und im Süden die Spiegelsberge, Thekenberge sowie die Klusberge. Halberstadt ist mit rund 41.000 Einwohnern die größte Stadt des Landkreises Harz.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Halberstadt besteht neben der Kernstadt aus folgenden Ortsteilen mit Ortschaftsrat:

Weitere Ortsteile sind:

  • Böhnshausen
  • Mahndorf
  • Neu Runstedt
  • Veltensmühle

Die Ortsteile Böhnshausen und Mahndorf gehören zur Ortschaft Langenstein.

Darüber hinaus gibt es noch die drei folgenden Stadtteile:

  • Wehrstedt (eingemeindet 1. Juli 1946),
  • Klussiedlung und
  • Sargstedter Siedlung

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend:

Klima[Bearbeiten]

Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge in Halberstadt beträgt 532,8 Millimeter. Der meiste Niederschlag fällt im Juni mit durchschnittlich 66,9 Millimeter, der geringste im Februar mit durchschnittlich 32,1 Millimeter.

Monatliche Durchschnittsniederschläge für Halberstadt
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Niederschlag (mm) 36,1 32,1 40,2 44,0 56,8 66,9 45,5 59,8 37,9 32,2 39,4 41,9 Σ 532,8
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36,1
32,1
40,2
44,0
56,8
66,9
45,5
59,8
37,9
32,2
39,4
41,9
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: [2]

Geschichte[Bearbeiten]

Ratslaube mit Roland, Halberstadt um 1900
Stelzfuß, Halberstadt um 1900
Bau von Tragflächen für Ju 88 im Junkers-Werk Halberstadt

Durch Karl den Großen wurde der Missionsstützpunkt 804 zum Bischofssitz. Dem Bischof Hildeward von Halberstadt (968–996) wurde 989 von König Otto III. das Markt-, Münz- und Zollrecht verliehen. Ebenso erhielt er den Blut- und Heerbann, also die weltliche Gewalt im Harzgau und damit über die Bewohner des Ortes Halberstadt.[3] 1005 begann der Bau der Liebfrauenkirche. Heinrich der Löwe zerstörte 1179 Stadt, Dom und Domburg, 1236 wurde mit dem Neubau des Domes begonnen, der 1491 geweiht wurde.

1326 schloss sich die Stadt mit Aschersleben und Quedlinburg zum Halberstädter Dreistädtebund zusammen, der über 150 Jahre bis zum Jahre 1477 andauern sollte. 1387 schloss sich Halberstadt der Hanse an. 1433 erfolgte die Aufstellung des Stadt-Rolands.

Durch den ersten protestantischen Halberstädter Bischof Heinrich Julius wurde 1591 am Halberstädter Dom die protestantische Lehre eingeführt. Es hielt sich daraufhin bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges ein gemischtkonfessionelles Domkapitel.

1629 fand eine zweite Besetzung Halberstadts durch Truppen Wallensteins statt. Der kaiserliche Oberfeldherr machte Dom und Liebfrauenstift mit Hilfe des Restitutionsedikts kurzfristig wieder katholisch. Am 18. Januar 1630 weilte Wallenstein persönlich in Halberstadt. Das Fürstbistum Halberstadt wurde 1648 als Herzogtum Bestandteil des Kurfürstentums Brandenburg. 1681/82 wütete die Pest in der Stadt. 2197 Menschen starben an der Seuche.

Ab etwa 1750 machte der Domsekretär Johann Wilhelm Ludwig Gleim sein Haus zu einem Kommunikationszentrum der deutschen Aufklärung (größte Originalbibliothek und Briefesammlung zur deutschen Aufklärung im Gleimhaus, jetzt Deutschlands zweitältestes Literaturmuseum). 1761 wurden die Spiegelsberge durch Ernst Ludwig Christoph von Spiegel erworben und in einen Landschaftspark umgestaltet. 1778 gründete Friedrich Eberhard von Rochow in Halberstadt das erste Landschullehrerseminar Deutschlands. Halberstadt wurde 1807 Teil des durch Napoleon geschaffenen Königreichs Westphalen und Sitz einer Präfektur sowie Hauptstadt des Saaledepartements. Am 29. Juli 1809 erstürmte der Herzog von Braunschweig mit seinem Freikorps Schwarze Schar die Stadt und nahm 1500 Gefangene.

Mit der Eröffnung der Bahnstrecke nach Magdeburg durch die Magdeburg-Halberstädter Eisenbahn 1843 erhielt Halberstadt Anschluss an das sich ständig erweiternde Eisenbahnnetz. Seit 1815 gehörte Halberstadt zur Provinz Sachsen mit der Hauptstadt Magdeburg. Friedrich Heine gründete 1883 die Halberstädter Wurstfabrik. 1890 entstand die Badeanstalt. 1892 fand in Halberstadt der erste deutsche Gewerkschaftskongress statt. 1903 erhielt Halberstadt eine elektrische Straßenbahn. Das Stadttheater wurde 1905 gegründet und das Städtische Museum eröffnet. Allerdings gab es schon seit 1812 im ehemaligen Nicolaikloster eine der ersten bürgerlichen Sprechbühnen Deutschlands.

Ab 1912 bauten die „Deutschen Bristol-Werke“ in Halberstadt Flugzeuge. Während des Ersten Weltkriegs produzierte das in Halberstädter Flugzeugwerke umbenannte ehemalige deutsch-britische Gemeinschaftsunternehmen Flugzeuge für die Fliegertruppe des Deutschen Heeres. Nach dem Ende des Krieges im November 1918 musste aufgrund der Bedingungen der Versailler Verträge der Flugzeugbau im Deutschen Reich der Weimarer Republik ganz eingestellt werden und das nun zur Berlin-Halberstädter Industriewerke AG gehörende frühere Flugzeugwerk ging Anfang 1926 in die Insolvenz.

Im Zuge der Aufrüstung der Wehrmacht wurde 1935 auf einem Teil des ehemaligen Werksgeländes in der Halberstädter Klusstraße 30–38 ein Zweigwerk der Dessauer Junkers-Flugzeugwerke in Betrieb genommen, das Tragflächen für die Ju 88 fertigte. Hauptsächlich wegen dieses Werkes wurde Halberstadt im Zweiten Weltkrieg mehrfach zum Ziel alliierter Bomber. (→ Big Week).

1938 wurde die Synagoge in der Bakenstraße durch die Nationalsozialisten zerstört. Da sie eng in die bestehende Fachwerkbebauung eingebunden war, vermied man die Brandschatzung während der Novemberpogrome und zwang die Jüdische Gemeinde dazu, ihre Synagoge eigenhändig abzureißen. Die in ihrem barocken Baustil 1712 vom Hofjuden Berend Lehmann gestiftete Synagoge zählte seinerzeit zu den schönsten Europas. Am 23. November 1942 wurden die letzten noch verbliebenen Mitglieder der jüdischen Gemeinde deportiert.

Während des Zweiten Weltkrieges richtete die SS im Stadtgebiet mehrere KZ-Außenlager ein: 1944 im Junkers-Werk an der Harslebener Straße ein Außenlager des KZ Buchenwald für 400 bis 900 Häftlinge, die dort Zwangsarbeit leisten mussten. Ein Außenlager des KZ Langenstein-Zwieberge bestand unterhalb der Wehrstedter Brücke im Reichsbahnausbesserungswerk (RAW), wo bis zu 200 Häftlinge eingesetzt wurden.

Gröperstraße in der Altstadt 1985, die Häuser wurden zur DDR-Zeit dem Verfall preisgegeben

Am 8. April 1945 zerstörten alliierte Bomber 82 Prozent der Innenstadt während eines Angriffs im Rahmen der britischen Area Bombing Directive. Dabei kamen rund 2500 Menschen ums Leben. Die Trümmermenge betrug etwa 1,5 Millionen Kubikmeter. Von 1949 bis 1989 wurde die zu großen Teilen zerstörte Innenstadt neu und in sozialistischem Bauverständnis wiederaufgebaut. Der erhaltene Bestand an Fachwerkhäusern in der Altstadt wurde zum großen Teil dem Verfall preisgegeben und großflächig abgerissen. Nur Teile der Altstadt konnten bis zur politischen Wende gerettet werden.

1989 fanden in Halberstadt in der Martinikirche Gebete für den Frieden statt. Unter dem Motto „Schwerter zu Pflugscharen“ versammelten sich im Herbst des Jahres tausende Bürger. Von der Kirche ausgehend fanden Demonstrationen statt, die auch in Halberstadt die friedliche politische Wende einleiteten. Nach 1990 erfolgte die Restaurierung der verbliebenen Teile der Altstadt sowie ab 1995 der Aufbau eines modernen Stadtzentrums auf den Grundmauern und der Maßstäblichkeit des historischen Stadtkerns. Das neue Stadtzentrum im Bereich der Marktplätze wurde 1998 mit dem Bau des neuen Rathauses fertiggestellt.

Bundesweites Aufsehen erregte am 8. Juni 2007 ein Überfall auf eine Schauspieler-Truppe, bei der fünf Schauspieler derart verletzt wurden, dass sie in die Halberstädter Klinik eingeliefert werden mussten. Die Polizei unterließ es, die Personalien der Täter aufzunehmen, obwohl diese sich noch am Tatort befanden. Vier der Täter, die der rechtsextremistischen Szene angehörten, erhielten zudem nur äußerst milde Gerichtsurteile.[4]

Am 23. September 2008 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Hexenprozesse[Bearbeiten]

Während der Hexenverfolgungen wurden in Hexenprozessen etwa 24 Menschen in Halberstadt zum Tode verurteilt.[5]

Die Akten des Reichskammergerichts (1575–1602) dokumentieren einen erbitterten juristischen Streit um einen Hexenprozess aus Halberstadt auf dem Hintergrund eines Erbschaftsstreites. Als Bürgermeister Conrad Breitsprach durch das Testament seiner verstorbenen Tante ein Zugriff auf das reiche Erbe entzogen war, veranlasste er die Kündigung des Stadtphysikus Dr. Johann Macholdt und verklagte den Arzt wegen Zauberei. Die Frau des Arztes wurde beschuldigt, der Verstorbenen die Krankheit angehext zu haben. Der Arzt erhielt Hausarrest und Pfändung von Haus und Hof.

Die Geistlichen der evangelischen Kirche in Halberstadt engagierten sich sehr einseitig in dem Konflikt. Der Kirchenstuhl der Ehefrau des Arztes wurde entfernt, weil der Bürgermeister sie als Hexe beschuldigt hatte. Drei Pfarrer der Kirchen St. Paul, St. Mauritius and St. Martini wollten Selbstjustiz üben. Der Geistliche von St. Paul, Oberpfarrer Johann Harsleben (1553–1576), überfiel den Arzt bei einem Patientenbesuch auf der Straße, schlug ihn zusammen und wurde nur durch andere Passanten daran gehindert, ihn abzustechen. Der Prädikant von St. Mauritius, Oberpfarrer Fridericus Sigfridus (1571–nach 1589), versuchte auch, den Arzt umzubringen, wurde aber von einem Herrn Mayer an der Mordtat gehindert. Der Pfarrer von St. Martini, Oberpfarrer Valentin Graeser (1575–1576), hielt vor dem Rat der Stadt und allen Halberstädter Juristen eine Schmähpredigt gegen den Arzt und seine Familie. Zugleich beleidigte er das Reichskammergericht, weil es der Arzt gewagt hatte, gegen seine gottgewollte Obrigkeit, besonders den Bürgermeister Breitsprach, Klage zu erheben. Die misslungenen Mordanschläge seiner Kollegen rechtfertigte er dabei ausdrücklich.

Das Reichskammergericht schließlich gab den Klagen der Arztfamilie recht und verhinderte die Durchführung eines "normalen" Hexenprozesses gegen Mitglieder der Arztfamilie.[6]

Militär[Bearbeiten]

Von 1623 bis 1994 war Halberstadt 372 Jahre lang fast ununterbrochen Garnisonstadt.

Von 1815 bis 1919 war Halberstadt Garnison der Halberstädter Kürassiere (Kürassier-Regiment „von Seydlitz“ (Magdeburgisches) Nr. 7). Prominentester Angehöriger des Regiments war der spätere Reichskanzler Otto von Bismarck, der oft in der Uniform dieser Einheit abgebildet wurde, so auch auf Anton von Werners Gemälde der Kaiserproklamation in Versailles (Darstellungsweisen der Kaiserproklamation in Versailles). In der Zeit der Weimarer Republik war in Halberstadt der Regiments-Stab und das Ausbildungs-Bataillon des 12. Infanterie-Regiments der Reichswehr stationiert. Zu DDR-Zeiten waren in Halberstadt Truppen der GSSD stationiert (zum Beispiel 197. Gardepanzerregiment und 112. Aufklärungsbataillon). Diese Truppenteile, allesamt der 3. Stoßarmee unterstellt (siehe: Struktur der WGT 1991), lagen in der einstigen Fliegerhorstkaserne in Garnison. Zum Standort gehörte auch ein Standortübungsplatz mit Panzerschießbahnen.[7]

Das Kasernengelände liegt noch heute brach, die ehemals von der Roten Armee genutzten Baulichkeiten sind mittlerweile fast vollständig abgerissen. Ebenfalls abgerissen ist die Kasernenanlage Martin-Schwantes, die bis 1990 Sitz der DDR-Grenztruppen (unter anderem Grenzregiment 20) war. Ein Teil des Geländes wird heute unter anderem von der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk genutzt. Die Kasernenanlage Martin Hoop, frühere Ausbildungskaserne der Grenztruppen (Grenzausbildungsregiment 7), beheimatet heute die Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber in Sachsen-Anhalt einschließlich Unterbringungsmöglichkeiten.[8][9]

Am 29. Dezember 1994 wurde das Luftwaffenmaterialdepot 52 der Bundeswehr, das sich in der ehemaligen Untertageanlage (UTA) bzw. Stollensystem MALACHIT nahe Langenstein befand und so 1989/1990 das Komplexlager 12 (Malachit) der NVA übernahm, aufgelöst. Damit endete nach 371 Jahren die Garnisonsgeschichte Halberstadts.[10]

Im Stadtgebiet finden sich heute noch Zeugnisse der einstigen Garnisonsstadt Halberstadt. Diese sind unter anderem der Ebereschenhof (größtenteils abgerissen), das Gelände des Landratsamtes sowie die Florian-Geyer-Straße.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1995 wurde Emersleben eingemeindet.[11] Am 1. Januar 1996 kam Klein Quenstedt hinzu.[12] Aspenstedt, Athenstedt, Langenstein, Sargstedt und das Schachdorf Ströbeck gehören seit dem 1. Januar 2010 zu Halberstadt.[13]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • Mittelalter: etwa 10.000
  • 1695: 12.000
  • 1830: 13.000
  • 1852: 20.395
  • 1880: 31.260
  • 1890: 36.786
  • 1900: 41.307
  • 1910: 46.481
  • 1920: 48.715
  • 1930: 48.439
  • 1940: 54.000
  • 1960: 44.973
  • 1980: 47.834
  • 1990: 45.364
  • 2000: 41.417
  • 2005: 39.749
  • 2006: 39.318
  • 2007: 38.964
  • 2008: 38.531
  • 2010: 42.680

Politik[Bearbeiten]

Oberbürgermeister[Bearbeiten]

Oberbürgermeister von Halberstadt ist Andreas Henke (Die Linke), der am 1. September 2013 bereits im ersten Wahlgang mit 53,65 % der Stimmen gewählt wurde. Auf den CDU-Kandidaten Daniel Szarata entfielen bei dieser Wahl 34 % der Stimmen. Lediglich 8,94 % wählten Peter Köpke (SPD). Der parteilose Volkmar Hofmann erreichte einen Stimmanteil von 3,41 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 39,8 %.

Bei der vorangegangenen Wahl 2006 musste sich Henke noch einer Stichwahl gegen den SPD-Kandidaten Hans-Georg Busch stellen, gewann diese aber klar mit 72,5 % der abgegebenen Stimmen. Damals entfielen im ersten Wahlgang auf Henke 34,25 %, auf Busch 33,6 %, auf Hans-Joachim Purfürst (CDU) 28,65 % und auf den parteilosen Detlef Schulz 3,49 % der Wählerstimmen. An beiden Wahlgängen beteiligte sich nur gut ein Drittel der Wahlberechtigten.

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat von Halberstadt hat 40 Sitze. Im Ergebnis der Kommunalwahl, die am 7. Juni 2009 mit einer Wahlbeteiligung von 33,6 % setzt er sich wie folgt zusammen:[14] (in Klammern Ergebnisse vom 13. Juni 2004, Wahlbeteiligung: 34,2 %)

  • CDU: 30,4 %, 12 Sitze (35,1 %, 14 Sitze)
  • Die Linke: 25,7 %, 10 Sitze (22,8 %, 9 Sitze)
  • Wählergruppen (FORUM Halberstadt, BUKO e. V.): 18,5 %, 8 Sitze (18,8 %, 7 Sitze)
  • SPD: 11,9 %, 5 Sitze (14,9 %, 6 Sitze)
  • ÖDP: 5,7 %, 2 Sitze (2,2 %, 1 Sitz)
  • FDP: 3,2 %, 1 Sitz (2,3 %, 1 Sitz)
  • Bündnis 90/Die Grünen: 2,6 %, 1 Sitz (2,6 %, 1 Sitz)
  • NPD: 1,5 %, 1 Sitz (1,1 %, 1 Sitz)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen zeigt eine Wolfsangel und die ursprünglichen Farben des Bistums Halberstadt.

Blasonierung: „Gespalten von Silber und Rot, belegt mit einem schrägrechten schwarzen Doppelhaken.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Halberstadt pflegt Städtepartnerschaften mit[15]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswertes Halberstadt - Kultur und Kirchen

Theater[Bearbeiten]

Das während des Zweiten Weltkriegs nur geringfügig beschädigte Stadttheater wurde 1949 abgerissen und durch das neugebaute „Volkstheater“ ersetzt. Heute bespielt das Nordharzer Städtebundtheater das Große Haus sowie die Kammerbühne und die kleine Spielstätte „Alte Kantine“, ferner die Bühnen von Quedlinburg und dem Bergtheater Thale sowie weitere Bühnen der Region.

Städtisches Museum Halberstadt

Museen[Bearbeiten]

Das Heineanum ist eines der größten vogelkundlichen Museen Deutschlands mit über 18.000 Bälgen, mehr als der Hälfte aller Vogelarten überhaupt, darunter seltene ausgestorbener Exemplare. Das Gleimhaus ist eines der ältesten Literaturmuseen in Deutschland. Des Weiteren gibt es noch das Städtisches Museum, das Berend-Lehmann-Museum für jüdische Geschichte und Kultur, den Dom und den Domschatz sowie das Schraube-Museum, in dem bürgerliche Wohnkultur um 1900 ausgestellt ist. Die Neueröffnung des Domschatzes war am 13. April 2008 mit einem Festgottesdienst, unter anderem mit Bundespräsident Horst Köhler, gefeiert worden.

Musik[Bearbeiten]

Neben dem Nordharzer Städtebundtheater (Drei-Spartentheater mit großer und kleiner Bühne) wird seit 2001 in der St.-Burchardi-Kirche das Orgelwerk „As slow as possible“ von John Cage (1912–1992) mit einer Gesamtspieldauer von 639 Jahren aufgeführt. Die Aufführung ist als langsamstes und längstandauerndes Musikstück der Welt konzipiert, indem die achtseitige Partitur auf die angestrebte Spieldauer hochgerechnet wurde. Seit 2012 wird in St. Martini die legendäre Gröninger Orgel von David Beck aus dem Jahr 1596 rekonstruiert, deren Prospekt noch erhalten ist.

Bauwerke[Bearbeiten]

Domplatz, Blick nach Nordosten
Liebfrauenkirche
Die Martinikirche mit den ungleich hohen Türmen samt Verbindungsgang
Die Moritzkirche

Die wichtigsten Bauwerke Halberstadts befinden sich am Domplatz, einem historischen Ensemble, das im Osten vom Dom und im Westen von der Liebfrauenkirche begrenzt wird. An der Nordseite befinden sich die historischen Domherrenkurien, in denen sich heute das Städtische Museum, die Dombauhütte, das Heineanum und das Gleimhaus befinden. Im Süden steht das ehemalige Domgymnasium und die Dompropstei, die beide zur Hochschule Harz gehören, sowie das neoromanische Postgebäude. An der Nordwestseite befinden sich der Petershof und die Peterstreppe. Die Kulturdenkmäler Halberstadts sind im Halberstädter Denkmalverzeichnis aufgeführt.

  • Der Petershof ist ein ehemaliger Bischofspalast. Baubeginn war um 1059. Nach abgeschlossener Sanierung ist der Petershof Sitz der Stadtverwaltung und der Stadtbibliothek Heinrich Heine.
  • Die historische Altstadt beschränkt sich auf die erhaltenen Straßenzüge der Voigtei, Bakenstraße, Gröperstraße, Rosenwinkel, Grudenberg, Grauer Hof, Steinhof und Westendorf. Sie besteht aus etwa 450 vorwiegend im niedersächsischen Fachwerkstil erbauten Häusern. Das Rathaus ist ein Neubau mit Rekonstruktion von Teilen der Fassade und der Ratslaube des kriegszerstörten Vorgängerbaus. Vor dem Gebäude steht die Rolandsstatue.
  • Der Wassertorturm wurde 1444 erbaut und ist der einzige erhaltene Torturm Halberstadts. In Halberstadt gibt es auch einen Bismarckturm, der am 22. März 1907 eingeweiht wurde. Der 22 Meter hohe Aussichtsturm befindet sich am westlichen Rand der Spiegelsberge und wurde zur Erinnerung an Reichskanzler Otto von Bismarck errichtet. Im Jagdschloss Spiegelsberge ist das älteste und größte erhaltene Weinfass Deutschlands mit einem Fassungsvermögen von etwa 144.000 Liter gelagert. Auf den Spiegelsbergen befindet sich auch der Aussichtsturm Belvedere.
  • Die Klaussynagoge im Rosenwinkel wurde von Berend Lehmann 1703 als Wohn- und Studierhaus für drei jüdische Gelehrte erbaut. Heute ist dieses Gebäude Teil der Moses-Mendelssohn-Akademie und wird für Tagungen und Ausstellungen genutzt.
  • Die 1879 erbaute Villa Koecher ist eine gründerzeitliche Villa im italienischen Stil mit einem gusseisernen Treppengeländer. Sie ist denkmalgeschützt. Während der DDR-Zeit wurde das Gebäude unter anderem als Sitz des Kreisvorstandes der NDPD genutzt.
  • Die Villa in der Magdeburger Straße 37 ist ein denkmalgeschütztes Objekt. Sie wurde 1861 als ein zeittypisches spätklassizistisches Gebäude im Auftrag des Fabrikbesitzers Gölte erbaut und ist als eine der wenigen nach der Kriegszerstörung erhalten gebliebenen Villen in der gründerzeitlichen östlichen Stadterweiterung von besonderer Bedeutung.[16]

Kirchen[Bearbeiten]

(siehe auch „Religionen“)

  • Der Dom St. Stephanus und St. Sixtus ist eine der bedeutendsten gotischen Kathedralen Deutschlands. Der Bau wurde im Jahr 1236 begonnen und nach 255 Jahren 1491 geweiht. Der Halberstädter Domschatz gilt weltweit als einer der kostbarsten Schätze sakraler mittelalterlicher Kunst.
  • Die Winterkirche im frühgotischen Westflügel der Domklausur, Domplatz 16a, Halberstadt. Die Winterkirche verfügt seit 2002 über eine neue Orgel von Reinhard Hüfken.
  • Die Liebfrauenkirche wurde 1146 erbaut. Sie ist eine im mittel- und norddeutschen Raum einzigartige, viertürmige romanische Pfeilerbasilika.
  • Die Martinikirche wurde zwischen 1250 und 1350 erbaut. Die gotische Hallenkirche verfügt über eine massive Doppelturmfassade. Der nördliche Turm wurde bewusst niedriger gebaut, um dem Wächter im südlichen Turm eine Rundumsicht zu verschaffen.
  • Die um 1246 erbaute Moritzkirche ist eine dreischiffige Pfeilerbasilika.
  • Die Burchardikirche wurde um 1210 erbaut. Sie ist eine romanische turmlose Basilika mit seltenem, rechteckigem Umgangschor.
  • Die St.-Andreas-Kirche wurde im 13. Jahrhundert als Teil des Franziskanerklosters erbaut und ist eine turmlose gotische Hallenkirche.
  • Die 1648 fertiggestellte St.-Johannes-Kirche ist eine Fachwerkkirche mit polygonalem Chorschluss und gotischen Fenstern.
  • Die St.-Katharinen-Kirche, die der heiligen Katharina und der heiligen Barbara geweiht ist, wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Die dreischiffige, turmlose Hallenkirche, bis 1810 Klosterkirche der Dominikaner, ist heute katholische Gemeindekirche.
  • Die St.-Laurentius-Kirche wurde um 1194 erbaut und ist eine romanische Dorfkirche im Ortsteil Wehrstedt. Die Ruine der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Kirche wurde 1993 in einer spektakulären Aktion der ARD-Fernsehsendung „Jetzt oder nie“ in nur 60 Stunden auf den alten Mauerresten wiederaufgebaut.
  • Die Kapelle im Campestift der Zionsgemeinde, Am Johannesbrunnen 36, Halberstadt

Allgemeine Friedhöfe[Bearbeiten]

Jüdische Friedhöfe[Bearbeiten]

In Halberstadt gibt es drei jüdische Friedhöfe. Der Alte Friedhof an der Sternstraße, am sogenannten „Roten Strumpf“, wurde 1644 angelegt. Noch heute befinden sich etwa 150 verwitterte Grabsteine dort. Der älteste noch erhaltene Grabstein stammt aus dem Jahr 1659. 1938 wurde der Friedhof von Nationalsozialisten geschändet, die Grabsteine wurden zum Teil für Splitterschutzgräben verwendet. Die meisten der über 1800 Grabsteine wurden erst im Frühjahr 1945 zum Bau von Panzersperren gegen die aus Richtung Braunschweig vorrückenden Alliierten verwendet. In den Unterlagen des Stadtarchivs befindet sich ein Grabsteinplan aus dem Jahre 1945; das heißt, die Grabsteine wurden damals für den Verwendungszweck "Panzersperren" registriert. Auf dem Friedhof Am Berge (1695 eröffnet) sind noch ungefähr 400 Grabsteine in gutem Zustand zu finden, unter anderem von verdienstvollen Persönlichkeiten wie Mitgliedern der Familie Hirsch und Berend Lehmann. Dieser zweite Friedhof wurde 1696 neben dem ältesten Friedhof eröffnet. Er wurde bis in die 1930er Jahre belegt. Der dritte und jüngste Friedhof, 1895 angelegt, befindet sich an der Klein-Quenstedter Chaussee, als Teil des städtischen Friedhofs. Er steht unter Denkmalschutz. Auf diesem Friedhof sind noch 384 Grabstellen mit etwa 300 Grabsteinen vorhanden. Die „Trauerhalle“ wurde im Zuge der Reichspogromnacht 1938 niedergebrannt und gesprengt, die Gräber blieben jedoch bis auf wenige Ausnahmen unangetastet.

Denkmale[Bearbeiten]

  • Standbild der Dichterin Anna Louisa Karsch, 1784 von J. C. Stubnitzky in den Spiegelsbergen als erstes Dichterstandbild in Deutschland erschaffen, heute mit einem von Daniel Priese ergänzten Kopf im Foyer des Gleimhauses
  • Gedenktafel an einer Turnhalle an der Wehrstedter Brücke zur Erinnerung an 124 Opfer von Zwangsarbeit während des Zweiten Weltkrieges
  • Mahnmal von 1982 am Dom für die jüdischen Opfer der Shoa
  • Steine der Erinnerung aus dem Jahre 1992 von dem Bildhauer Daniel Priese auf dem Domplatz zur namentlichen Erinnerung an alle umgebrachten Juden Halberstadts
  • Schaukasten an der Sekundarschule „Anne Frank“ in der Hans-Neupert-Straße zur Erinnerung an das Leben der Anne Frank
  • Gedenktafel an der Ruine des Polizeigefängnisses in der Gerhart-Hauptmann-Straße an die Opfer eines frühen KZ

Freizeit- und Sporteinrichtungen[Bearbeiten]

Freizeit[Bearbeiten]

  • Freizeit und Sportzentrum am Sommerbad
  • Halberstädter See
  • Campingplatz „Camping am See“
  • Kino (Kinopark Zuckerfabrik)
  • Jugendblasorchester Halberstadt
  • "Happy Groove Orchestra", die Bigband der Musikschule Schicker

Parkanlagen[Bearbeiten]

  • Die Halberstädter Berge umfassen die Theken-, Klus- und Spiegelsberge. Sie sind der Stadt südlich vorgelagert und bilden mit etwa 400 Hektar Gesamtfläche das größte zusammenhängende Erholungsgebiet des Harzvorlandes. Der Landschaftspark Spiegelsberge gehört zum Netzwerk Gartenträume Sachsen-Anhalt.
  • Der Tiergarten Halberstadt befindet sich seit 1961 in den Spiegelsbergen und beherbergt mehr als 250 Tiere in 75 Arten.
  • Die Plantage befindet sich westlich vom Zentrum und ist ein Park zur Erholung, im Stadtinneren.
  • Der Ententeich befindet sich nördlich der Vogtei und ist ein im Mittelalter angelegter Teich mit Park, in dem heute noch Enten und Schwäne leben. In der Vergangenheit war der Ententeich Inspirationsstätte für Poeten, beispielsweise Johann Wilhelm Ludwig Gleim. Daher wird der Weg entlang des Teiches auch Poetengang genannt.

Sporteinrichtungen[Bearbeiten]

Friedensstadion Halberstadt, Spielort des Regionalligisten VfB Germania Halberstadt
  • In Halberstadt gibt es das Friedensstadion, das als Heimspielstätte des Fußballregionalligisten VfB Germania Halberstadt genutzt wird, zu dem auch die Abteilungen Leichtathletik (viermaliger Deutscher Vizemeister bei der deutschen Mannschaftsmeisterschaft der Männer), Judo, Turnen und Cheerleading gehören.
  • Freizeit- und Sportzentrum
  • Zuckerfabrik Sport Factory

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Die Halberstädter Würstchen sind als besondere Spezialität der Stadt bekannt. Das Halberstädter Würstchen war weltweit das erste Würstchen in der Dose.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Wirtschaft Halberstadts wird durch kleine und mittlere Unternehmen geprägt. Die Stadtverwaltung hat drei Gewerbegebiete und ein Industriegebiet im Osten der Stadt ausgewiesen, in dem neue Gewerbebetriebe angesiedelt werden. Die Arbeitslosenquote im Landkreis Harz liegt mit 12 Prozent (Stand: März 2011) etwas niedriger als im Durchschnitt des Landes Sachsen-Anhalt.

Überregional bekanntes Produkt sind die Halberstädter Würstchen der Halberstädter Würstchen- und Konservenvertriebs-GmbH. Daneben gibt es eine Reihe kleinerer Unternehmen, unter anderem des Maschinenbaus, der Kunststoff- und Medizintechnik sowie ein Möbelwerk. Darüber hinaus ist Halberstadt Verwaltungsstandort mit überregionaler Bedeutung.

Zu DDR-Zeiten war vor allem das Reichsbahn-Ausbesserungswerk (RAW) von Bedeutung. Das Werk hatte maßgeblichen Anteil an Entwurf und Fertigung der UIC-Z- und Mitteleinstiegswagen der DR, den so genannten „Halberstädtern“. Das Werk wird seit 2002 als VIS Verkehrs Industrie Systeme GmbH weiter betrieben und arbeitet am Neubau und der Ausbesserung von Schienenfahrzeugen. So wurden z. B. die Innenausbauten der Züge des Harz-Elbe-Express (HEX) von VIS vorgenommen.

Verwaltung[Bearbeiten]

In Halberstadt gibt es die folgenden Behörden und Einrichtungen mit über die Grenzen der Stadt hinausgehender Bedeutung:

  • Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (ehemals Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge), Anlaufstelle für Asylbewerber des Landes Sachsen-Anhalt
  • Staatsanwaltschaft Magdeburg, Zweigstelle Halberstadt
  • Landesbetrieb Bau Sachsen-Anhalt Niederlassung West
  • Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft
  • Staatliches Gewerbeaufsichtsamt
  • Polizeirevier Harz
  • kirchliches Verwaltungsamt Halberstadt
  • Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Mitte

Verkehr[Bearbeiten]

Niederflurstraßenbahn des Typs „Leoliner“

Die Stadt liegt an den Bundesstraßen B 79, B 81, B 245 sowie in räumlicher Nähe zur neugebauten Schnellstraße B 6n und soll ab 2014 eine Ortsumgehung (B 79 Halberstadt–Harsleben) bekommen.

Bahntechnisch ist Halberstadt größter Verkehrsknotenpunkt des Nordharznetzes mit Verbindungen in Richtung Magdeburg, Halle (Saale), Vienenburg, Hannover, Blankenburg (Harz) und Thale über Quedlinburg, die im Personenverkehr größtenteils von Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt bedient werden. Der Halberstädter Hauptbahnhof wurde, nach Kauf und Sanierung durch die Stadt, 2011 zum „Bahnhof des Jahres“ gekürt.

Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wird von der Harzer Verkehrsbetriebe GmbH und der Halberstädter Verkehrs-GmbH durchgeführt. In Halberstadt verkehren seit 1903 elektrische Straßenbahnen, deren Zukunft nach erfolgten Sanierungsarbeiten in der Friedrich-Ebert-Straße und der Beschaffung fünf fabrikneuer Niederflurstraßenbahnen des Typs „Leoliner“ (NGTW6-H) zwischen Oktober 2006 und Februar 2007 zunächst gesichert schien.

Forschungs- und Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

  • Hochschule Harz - Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH): Fachbereich Verwaltungswissenschaften
  • Kirchenmusikalisches Seminar Halberstadt der Kirchenprovinz Sachsen
  • Kaufmännische Privatschule Oskar Kämmer
  • Bildungszentrum des Einzelhandels
  • Bildungszentrum für Straßenverkehr
  • Planetarium des Gymnasium Martineum

Grundschulen

  • Diesterweg
  • Frhr. von Spiegel
  • Johann-Wolfgang-von-Goethe
  • Miriam Lundner
  • Anne Frank
  • Evangelische Grundschule „St. Laurentius“

Sekundarschulen

  • Anne Frank
  • Am Gröpertor
  • Freiherr Spiegel
  • Walter Gemm

Gymnasien

  • Käthe Kollwitz
  • Martineum

Förderschulen

  • Förderschule für Lernbehinderte „Albert Schweitzer“
  • Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte
  • Förderschule für Geistigbehinderte „Reinhard-Lakomy-Schule“

Sonstige Schulen

  • Kreisvolkshochschule
  • Kreismusikschule
  • Musikschule Schicker

Medien[Bearbeiten]

Als Tageszeitung erscheint die Halberstädter Volksstimme. Als Wochenzeitung erscheint seit 1990 der „General-Anzeiger“. Als monatliches Magazin für den Harzkreis erscheint die von der Ideen:Gut OHG in einer Auflage von 120.000 Exemplaren herausgegebene Harzzeit. Die gleiche Agentur gibt monatlich das Hochglanz-Stadtmagazin Martini (22.000 Exemplare) heraus. In Halberstadt hat der Regionalfernsehsender RFH seinen Sitz.

Religionen[Bearbeiten]

St.-Katharina-u.-Barbara-Kirche

(siehe auch „Kirchen“)

Der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Halberstadt gehört zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Dazu gehört in Halberstadt der Dom St. Stephanus, sowie die Kirchen St. Johannis, Liebfrauen, St. Martini und St. Moritz. Ferner die Cecilienstift-Kapelle und das Kirchenmusikalische Seminar Halberstadt. Weitere evangelische Kirchen befinden sich in zu Halberstadt eingemeindeten Ortschaften.

Das katholische Dekanat Halberstadt gehört zum Bistum Magdeburg. Dazu gehört in Halberstadt die Pfarrei St. Burchard mit der Pfarrkirche St. Katharina u. Barbara, der Kirche St. Andreas sowie den katholischen Kirchen in Adersleben, Gröningen und Langenstein. An der Kirche St. Andreas befindet sich ein Kloster der Franziskaner, an der Kirche St. Katharina u. Barbara ein Konvent der Karmelitinnen vom Göttlichen Herzen Jesu.

Der neuapostolische Bezirk Halberstadt gehört zur Neuapostolischen Kirche Mitteldeutschland. Zu ihm gehört in Halberstadt die gleichnamige Gemeinde mit ihrer Kirche an der Gleimstraße.

Die Zionsgemeinde Halberstadt gehört zur Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Die Gemeinde trifft sich in der Kapelle im Campestift, ihre Zionskapelle fiel im April 1945 einem Bombenangriff zum Opfer und wurde nicht wieder aufgebaut.

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Halberstadt (Baptisten) gehört zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, die Pfingstgemeinde Halberstadt gehört zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden. Auch die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) ist mit einer Gemeinde in Halberstadt vertreten.

Das ehemalige Kloster St. Burchardi wird heute für verschiedene kulturelle und wirtschaftliche Aktivitäten genutzt. Die mittelalterliche Siechenhofkapelle St. Georg ist nur als Ruine erhalten, sie steht seit 1992 unter Denkmalschutz.

Die Synagoge wurde 1938 abgebrochen, die letzten Mitglieder der jüdischen Gemeinde Halberstadts wurden 1942 deportiert. An die jüdische Geschichte in Halberstadt erinnern die drei jüdischen Friedhöfe (siehe "Jüdische Friedhöfe") sowie seit 1995 die Moses-Mendelssohn-Akademie mit ihren Einrichtungen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Militzer, Peter Przybilla: Stadtentstehung, Bürgertum und Rat. Halberstadt und Quedlinburg bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts. Göttingen 1980, ISBN 3-525-35380-4.
  • Horst Scholke: Halberstadt (Kunstgeschichtliche Städtebücher). 3. Auflage. Leipzig 1982
  • Berent Schwineköper (Hrsg.): Provinz Sachsen Anhalt. In: Handbuch der Historischen Stätten Deutschlands. Band 11. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1987, ISBN 3-520-31402-9, S. 169–174.
  • Peter Findeisen: Halberstadt: Dom, Liebfrauenkirche und Domplatz. Mit einem Beitrag von Adolf Siebrecht: Die Domburg Halberstadt aus archäologischer Sicht. Aufnahmen von Sigrid Schütze-Rodemann u. Gert Schütze. 4., überarb. Auflage in der Reihe Die Blauen Bücher, Königstein i. Ts. 2009, ISBN 978-3-7845-4606-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Halberstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Halberstadt – Reiseführer
 Wikinews: Kategorie:Halberstadt – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Nach ehemals kostenfreiem Deutschen Wetterdienst, Normalperiode 1961–1990
  3. MGH DD O III. Nr. 55, S. 460
  4. Report von Kontraste (RBB/ARD) vom 20. Dezember 2007 auf youtube
  5. Monika Lücke, Walter Zöllner: Hexenverfolgung in der Frühen Neuzeit auf dem Gebiet von Sachsen-Anhalt, in: FrauenOrte, Frauengeschichte in Sachsen - Anhalt, Band 1, Hrsg. Elke Stolze, Halle 2008, S. 35f; Monika Lücke, Dietrich Lücke: Hexenprozesse im Territorium des Bistums Halberstadt, in: Geschichte und Kultur des Bistums Halberstadt. Symposium. Protokollband 2006, S. 679-686; Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 516.
  6. Monika Lücke, Walter Zöllner: Hexenverfolgung in der Frühen Neuzeit auf dem Gebiet von Sachsen-Anhalt, in: FrauenOrte, Frauengeschichte in Sachsen-Anhalt, Band 1, Hrsg. Elke Stolze, Halle 2008, S. 39f.; Monika Lücke, Dietrich Lücke: Hexenprozesse im Territorium des Bistums Halberstadt, in: Geschichte und Kultur des Bistums Halberstadt. Symposium. Protokollband 2006, S. 687; Pfarrerbuch der Kirchenprovinz Sachsen, hrsg. vom Verein für Pfarrerinnen und Pfarrer der Kirchenprovinz Sachsen, Bd. 10, Leipzig 2009, (Anmerkung: St. Petri und Pauli wurden 1812 mit St. Martini vereinigt), S. 290ff.
  7. Geschichte der sowjetischen Truppen in Halberstadt. Stand 10. November 2008.
  8. http://www.wb-online.de/halberstadt-gssd/gar7.html. Stand 10. November 2008.
  9. http://www.wb-online.de/halberstadt-gssd/gr20.html. Stand 10. November 2008.
  10. Hartmann, Werner: Zur Geschichte der Garnison Halberstadt und ihrer Truppenteile 1623 - 1994, Bd. 7, Halberstadt 2001(2002), S. 63.
  11. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1995
  12. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996
  13. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  14. http://www.statistik.sachsen-anhalt.de/wahlen/gw09/erg/gem/gw.15085135.ergtab.frametab.html
  15. Website Halberstadt: Partnerstädte
  16. Georg Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I, Deutscher Kunstverlag 2002, S. 349.