Haldern
| Wappen | Karte |
|---|---|
| fehlt noch | |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen |
| Regierungsbezirk: | Düsseldorf |
| Fläche: | 22,15 km² |
| Eingemeindungsdatum: | 1. Januar 1975 |
| Postleitzahlen: | 46459 |
| Vorwahl: | (02850) |
| Kfz-Kennzeichen: | KLE |
| Webseite: | www.haldern.de |
Haldern ist ein Stadtteil der Stadt Rees (Nordrhein-Westfalen) am unteren rechten Niederrhein. Der Ort hat über 5000 Einwohner.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Gemeindegebiet
Zu Haldern zählen die Bauernschaften Helderloh, Heeren, Herken, Wittenhorst, Sonsfeld und Aspel.
Das Gemeindegebiet ist größtenteils sehr landwirtschaftlich geprägt. Größere Waldflächen befinden sich südöstlich des Dorfes. Zudem entstand durch jahrelangen Kiesabbau im südwestlichen Teil des Ortes das Naherholungsgebiet Reeser Meer.
[Bearbeiten] Geschichte
Um 1000 n. Chr. wurde die Burg Aspel erstmalig genannt. Erste Burgherren von Aspel waren der Edelfreie Richizo und sein Sohn und Nachfolger Godizo. Der Überlieferung nach wurde die Halderner Kirche gemeinsam mit der Reeser Stiftskirche um 1040 von Godizos Erbin Irmgard von Aspel gegründet, urkundliche Quellen oder archäologische Belege fehlen hierfür jedoch. Irmgard vermachte ihren Besitz dem Erzbistum Köln. Im Zuge der Streitigkeiten um Aspel zwischen Kleve und Köln trat Haldern um 1300 als Stadt auf (Siegel der Stadt Haldern von 1307). 1392 fiel Haldern endgültig an Kleve. 1614 und endgültig 1666 fiel Kleve und damit Haldern an das Kurfürstentum Brandenburg. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Haldern 1631 von marodierenden Soldaten und 1638 von kaiserlichen Truppen geplündert. Im Französisch-Niederländischen Krieg ging 1672 die Pfarrkirche in Flammen auf. Im Jahr 1707 gliederten die Herren von Wittenhorst-Sonsfeld Haldern ihrer Herrlichkeit Sonsfeld an. 1805 kam Haldern zum Großherzogtum Berg, 1810 bis 1814 gehörte es Frankreich. 1806 wurde das nahe gelegene Kloster Schledenhorst aufgelöst. Haldern wurde in bergischer Zeit zur Munizipalität und unter französischer Herrschaft zur Mairie. 1814 kam Haldern wieder an das preußische Großherzogtum Niederrhein und wurde eine Bürgermeisterei im Kreis Rees. 1927 wurde aus der Bürgermeisterei das Amt Haldern. Bis 1975 blieb Haldern selbstständige Gemeinde innerhalb des Amtes Haldern. Am 1. Januar 1975 wurde im Zuge des 2. kommunalen Neugliederungsprogramms das Amt Haldern aufgelöst und die Gemeinde Haldern in die Stadt Rees eingegliedert.
Haldern feierte 1990 sein 950jähriges Bestehen.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Bauwerke
Sehenswerte Bauwerke sind die katholische Pfarrkirche St. Georg (Turm aus dem 13. und 15. Jh.), die evangelische Kirche (1783), das Wesendonksche Haus (Anfang 19. Jh.) sowie die Gaststätte „Doppeladler“ (19. Jh.). Bei einem Großbrand wurde diese im Jahre 2001 vollkommen zerstört und nach alten Bauplänen wieder aufgebaut. Der Battenbergturm, der zu den wenigen erhaltenen Wohntürmen im nördlichen Rheinland gehört, wurde Anfang des 16. Jahrhunderts errichtet.
Darüber hinaus liegt in der Bauernschaft Aspel das Haus Aspel, ein Schloss, welches heute als geistliches Zentrum und Kloster genutzt wird, mit einem schönen Landschaftspark und einer geschichtlich bedeutenden Motte. Dieser Burghügel lässt sich auf das 10. Jahrhundert datieren.
Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Rees
[Bearbeiten] Haldern Pop Festival
Das seit 1984 veranstaltete Halderner Open Air „Haldern Pop“ hat das Dorf überregional bekannt gemacht. Die Festwiese, ein Reitplatz, wird Jahr für Jahr für tausende Besucher zum Zelten hergerichtet. Der Musikstil des Open Air Festival lässt sich als Rock und Pop gut beschreiben. Patti Smith, Guano Apes, H-Blockx, Bob Geldof, Franz Ferdinand, Heather Nova, Jan Delay, Kate Nash, Maxïmo Park, Fettes Brot, Travis, Kings of Leon, Sportfreunde Stiller, Element of Crime, Little Boots, Mumford & Sons wurden am Reitplatz alle schon begrüßt.
[Bearbeiten] Das Haldern-Lied
Was die alten Linden rauschen,
mir ins frohe Herz hinein;
Immer wieder möcht' ich lauschen,
Lindendorf am Niederrhein.
Niemals kann ich dein vergessen,
wo ich wandre, wo ich bin;
Haldern, deine Linden rauschen
immer mir durch Herz und Sinn.
Deines Wappens tapfrer Reiter
möge Schutz und Schirm dir sein;
Immer blühe, nie vergehe,
Lindendorf am Niederrhein.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Verkehr
[Bearbeiten] Schienenverkehr
Der Haltepunkt Haldern liegt an der zweigleisigen, elektrifizierten Hollandstrecke (DB-Kursbuchstrecke 420). Dort hält im Schienenpersonennahverkehr täglich im Zweistundentakt die Regionalbahn „Der Weseler“ (RB 35), die von Emmerich über Wesel und Dinslaken nach Duisburg, in der Hauptverkehrszeit nach Düsseldorf verkehrt. Bald soll aber eine dritte Schiene untergebracht werden, um den Verkehr von den anderen Schienen zu entlasten. Momentan trägt der Haltepunkt noch den Namen Haldern/Rheinland. Zukünftig wird er den Namen Rees-Haldern tragen.
[Bearbeiten] Straßen
Haldern wird durch die Bundesstraße 8 an das Fernstraßennetz angebunden. Der Ortsteil Helderloh grenzt zudem noch an die A 3. Nahegelegene Autobahnzufahrten sind die Anschlussstellen Rees/Isselburg und Hamminkeln/Bocholt.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Johann Jakob von Collas (1721–1792), Kapitän und Major, Gutsherr in Haldern
- Gerhard Storm (1888–1942), Märtyrer der katholischen Kirche
- Hans Schlütter (1913-2003), Agrarwissenschaftler und Politiker
- Hans Booms (1924–2007), Leiter des Bundesarchivs
- Wilhelm Clemens Maria Buckermann (1934–2004), Bürgermeister, Träger des Bundesverdienstkreuzes
- Franz-Josef Tenhagen (* 1952), deutscher Fußballspieler und Trainer
- Bodo Wißen (* 1974), 2005-2010 Abgeordneter (SPD) im Landtag von Nordrhein-Westfalen
[Bearbeiten] Literatur
- Heimatverein Haldern e. V. (Hg.): Haldern einst und jetzt : HEJ. Zeitschrift, 2x jährlich, Haldern 1968−(laufend)
- Heimatverein Haldern e. V. (Hg.): Haldern - 950 Jahre. Haldern 1990
- Helmut Rotthauwe genannt Löns: Land an Rhein und Issel, Emmerich 1975
- Raum 3 Veranstaltungsgesellschaft mbH i. G. (Hg.): 13 Jahre Halderner Open Air Festival am Niederrhein : eine Bildergeschichte von Steckdosen, Popmusikanten & dem Spirit of Freedom and Landluft unter freiem Himmel ; ein Buch von und über Raum 3. Cyrener, Rees-Haldern 1996, ISBN 3-9804979-0-9
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur zum Schlagwort Haldern im Katalog der DNB und in den Bibliotheksverbünden GBV und SWB
- Gemeindewappen und Siegel
- Ortshomepage
- Haldern Pop Festival
51.7756.4591666666667Koordinaten: 51° 47′ N, 6° 28′ O